E-Mobilität

Deutsches Elektroauto „Zedu-1“ soll fast komplett emissionsfrei sein

Der Zedu-1 auf der Teststrecke © DLR
Der Zedu-1 auf der Teststrecke © DLR

Elektromobilität ist eine deutlich nachhaltigere Alternative zu Verbrennungsmotoren. Dennoch gibt es bei E-Autos immer noch Treibhausgasemissionen und Feinstaubbelastung. Nun arbeiten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Automobilunternehmen HWA laut Golem aber an einem Fahrzeug, das fast komplett emissionsfrei sein soll. Die „Zero Emission Drive Unit Generation 1“ (Zedu-1), dessen Prototyp am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt wurde, soll das weltweit umweltfreundlichste Automobil sein.

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Zedu-1 vermeidet Emissionen bei Bremsen und Reifen

Zedu-1 soll zeigen, wie Emissionen, an die bei einem Fahrzeug kaum jemand denkt, vermieden werden können. Das Elektroauto reduziert laut DLR weitestgehend auch den Ausstoß von Feinstaub und Mikroplastik, der durch den Abrieb von Bremsen und Reifen entsteht. Das Forschungszentrum und HWA haben für das Projekt eine Förderung vom Land Baden-Württemberg in Höhe von sechs Millionen Euro erhalten.

„Für uns stehen die Gesundheit der Menschen und eine unbelastete Umwelt im Vordergrund. Das Projekt Zedu-1 konzentriert sich auf die Komponenten, die bislang eher wenig Beachtung gefunden haben und nun von der EU-Kommission nach und nach durch gesetzgebende Maßnahmen in ihren Emissionen geregelt werden: Nämlich Bremsen und Reifen“, sagte Tjark Siefkes, Direktor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte, in Stuttgart. Das Konzept lasse sich auf andere Pkw und Nutzfahrzeuge übertragen.

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E-Auto saugt Abriebe beim Fahren weg

Um Feinstaub und Emissionen zu vermeiden, haben die Entwickler:innen des Zedu-1 die Scheibenbremse weggelassen. Außerdem saugt das Fahrzeug im Radkasten Reifenabriebe weg. Statt der Scheibenbremse wird die Bremse aus dem Rad herausgenommen und in Form einer Lamellenbremse in die geschlossene Elektromotor-Getriebe-Einheit integriert. Das soll auch die Rekuperation verbessern und die Größe der Bremsenkomponenten zu reduzieren.

Die Lamellen befinden sich in einem Ölbad. Der Abrieb landet im Öl, das das Fahrzeug laufend durch einen Filter pumpt und reinigt. Zusätzlich zur mechanischen Lamellenbremse hat das Team für den Zedu-1-Prototyp eine Induktionsbremse entwickelt. Diese soll fast bis zum Stillstand verschleißfrei funktionieren und nutzt die Kraft von Magnetfeldern zur Erzeugung der Bremswirkung. Durch diese Maßnahmen soll kein Bremsabrieb mehr entstehen.

Auch den Reifenabrieb kann der Prototyp absaugen. Dazu sind geschlossene Radkasten aerodynamisch so ausgelegt, dass beim Fahren ein Unterdruck entsteht. Der Reifenabrieb sammelt sich dadurch an einer bestimmten Stelle. Eine Lüftereinheit in der Frontpartie des Fahrzeugs saugt die Partikel dort ab und schickt sie durch ein Filtersystem. In Tests zeigten die Forscher:innen, dass sich der erwartungsgemäße Bremsabrieb komplett vermeiden lässt. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h wurde außerdem der Reifenabrieb komplett vermieden, bei höheren Geschwindigkeiten war er um 70 bis 80 Prozent reduziert.

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