Proof of Stake

Die Stakes sind komplett! Ethereum 2.0 kann am 1. Dezember starten

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin. © John Phillips/Getty Images for TechCrunch via Flickr (CC BY 2.0)
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin. © John Phillips/Getty Images for TechCrunch via Flickr (CC BY 2.0)

Wie feiert ein Nerd einen großen Erfolg? Genau, mit einem Tweet, in dem in einem GIF zu sehen ist, wie Legolas aus „Der Herr der Ringe“ mit einem explosiven Pfeilschuss eine Horde Orks ausradiert. Doch auch wenn es bei Ethereum einen großen Treffer gibt, vor einem Ansturm von Feinden braucht sich Mastermind Vitalik Buterin eigentlich gar nicht fürchten. Ganz im Gegenteil: Quasi in letzter Sekunde sind die benötigten 524.288 ETH zusammen gekommen, um den Start in die nächste Ära der zweit wichtigsten Blockchain der Welt in die Wege zu leiten.

Denn mit Ethereum 2.0 kann nun ein lange angepeiltes Projekt umgesetzt werden: der Wechsel von „Proof of Work“ auf „Proof of Stake“, und die Beschleunigung der Blockchain mittels Sharding. Dazu mussten sich mindestens 16.384 Validatoren bereit erklären, jeweils mindestens 32 ETH in den Deposit Contract einzuzahlen, um die Grundlage für das neue Netzwerk zu schaffen. Lange sah es nicht danach aus, dass diese eben 524.288 ETH zusammen kommen, doch in der Nacht auf Dienstag ist die Summe (umgerechnet sind das derzeit fast 322 Millionen Dollar) kurz vor Deadline doch noch zusammen gekommen.

Mit Ethereum 2.0 gehen Vitalik Buterin und seine Stiftung einen neuen Weg. Mit dem Upgrade wollen sie zwei große Probleme der Blockchain beseitigen: den hohen Stromverbrauch, den das Mining von ETH verursacht, und die geringe Zahl an derzeit möglichen Transaktionen pro Sekunde. Bei „Proof of Stake“ dienen die eingezahlten ETH als Basiswert für das Netzwerk – wer 32 ETH eingezahlt hat, wird für seine Einlagen künftig an den neu erzeugten ETH beteiligt werden – als Belohnung für die Rechenleistung, die man gleichzeitig zur Verfügung stellt.

Übergang zur Beacon-Chain

Mit Sharding, also quasi der Zersplitterung der Blockchain, soll es künftig möglich sein, dass es um die Haupt-Blockchain (Beacon-Chain genannt) viele weitere Shard-Chains gibt, die mit der Beacon-Chain kommunizieren. Das soll das Berechnen von viel mehr Transaktionen als heute ermöglichen. Gerade für den boomenden DeFi-Trend (Decentralized Finance) versprchen sich Beobachter gänzlich neue Möglichkeiten. Bisher hat DeFi für Engpässe bei den Transaktionen gesorgt, weil so viele gleichzeitig in die Blocks von Ethereum geschrieben werden wollten.

Nun kann der Start der Beacon-Chain ab dem 1. Dezember also angegangen werden. Was man nicht erwarten sollte, sind radikale Änderungen von einem Tag auf den anderen. Der Übergang zu Ethereum 2.0 wird voraussichtlich viele Monate, viellicht sogar Jahre dauern. Wer dabei sein will, kann das immer noch tun – der Deposit Contract ist weiterhin offen. Niederschwellig ist das Mitmachen aber nicht – 32 ETH, die man mindestens braucht, sind derzeit umgerechnet fast 20.000 Dollar wert.

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