Betrug

Elizabeth Holmes: Theranos-Gründerin für schuldig befunden

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes © Glenn Fawcett
Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes © Glenn Fawcett

Elizabeth Holmes, Gründerin des Startups Theranos, wurde am Montag für schuldig gesprochen. Sie war wegen Betrugs in Millionenhöhe in Kalifornien angeklagt. Zur Erinnerung: Bis zum Jahr 2016 hat Theranos über 600 Millionen Dollar eingesammelt, die Bewertung lag bei satten neun Milliarden Dollar. 2015 deckte das Wall Street Journal allerdings auf, dass das von Holmes beworbene Testgerät überhaupt nicht funktionierte. Die Geschworenen sahen vier von insgesamt elf Anklagepunkten erfüllt. Das Strafmaß steht indes noch nicht fest.

Bis zu 20 Jahre Haft

Ein Geschworenengericht in San Jose, Kalifornien, fällte das Urteil nach dreimonatiger Anhörung von Zeugenaussagen. Der 37-Jährigen Holmes droht eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis, wenngleich Expertinnen und Experten davon ausgehen, dass das Strafmaß letztlich geringer ausfallen wird. Holmes wird laut Bloomberg „wahrscheinlich auch“ Berufung gegen ihre Verurteilung und das ihr auferlegte Strafmaß einlegen. In vier Anklagepunkten wurde  Holmes für schuldig befunden, in vier weiteren Anklagepunkten wurde sie freigesprochen. Bei drei Anklagepunkten kamen die Geschworenen nicht zu einem Urteil. Für nicht schuldig befunden wurde sie in allen Anklagepunkten, die sich auf den Betrug an Patienten bezogen haben.

Investoren wurden „schwer getäuscht“

„Die Geschworenen haben in diesem 15-wöchigen Prozess einen komplexen Fall inmitten einer Pandemie und terminlicher Hindernisse bewältigt“, sagte Staatsanwältin Hinds aus San Francisco laut Bloomberg in einer Erklärung. „Die Schuldsprüche in diesem Fall spiegeln die Schuld von Frau Holmes an diesem groß angelegten Anlegerbetrug wider, und sie muss sich nun der Verurteilung für ihre Verbrechen stellen.“ Nach siebentägigen Beratungen stimmten die Geschworenen am Montag mit der Staatsanwaltschaft darin überein, dass die Gründerin Investoren über mehrere Jahre hinweg über die Genauigkeit und Leistungsfähigkeit der Blutanalysegeräte von Theranos belogen hat. Das sagten auch die betroffenen Geldgeber aus: Eine Reihe von Zeugen erklärte den Geschworenen, dass sie von Holmes „schwer getäuscht“ worden seien.

Holmes habe „an Technologie geglaubt“

Holmes hingegen sagte aus, sie habe an ihr Produkt, an die Technologie geglaubt, sei aber „nicht über alle Probleme informiert“ worden. Zur Sprache kam auch ihre Beziehung mit ihrem Ex-Freund und Geschäftspartner Ramesh  Balwani, den sie auch des Missbrauchs bezichtigte – was Balwani aber abstreitet. Er wartet noch auf einen separaten Prozess. Holmes selbst bleibt vorerst auf freiem Fuß.

Holmes wurde mit ihrem Versprechen einer Revolution im Gesundheitswesen bekannt. Sie behauptete, die kompakten Theranos-Geräte könnten Hunderte von diagnostischen Tests schneller, genauer und billiger durchführen als herkömmliche, größere Geräte. Das Verkaufsargument: Theranos-Analysegeräte sollten die Ergebnisse mit nur einem Nadelstich anstelle von Ampullen mit abgezapftem Blut liefern können. 2015 folgte dann der erste Nackenschlag, als aufgedeckt wurde, dass das Gerät gar nicht funktioniert.

Bis zu 20 Jahre Haft: Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes’ Gerichtsverfahren beginnt

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