Branchentreff

Enerchain: Wien Energie treibt Entwicklung der Energie-Blockchain voran

Wien Energie hat eines der größten Branchentreffen zur Weiterentwicklung von Enerchain veranstaltet © Wien Energie/Christian Hofer

Für die Energiebranche ist die Blockchain-Technologie bereits seit Jahren ein großes Thema. Über eine Blockchain kann man nämlich unter anderem den dezentralen Handel von Energie abwickeln. Das hat den Vorteil, dass auch kleinere Player leichter beim weltweiten Energiehandel mitmischen können. Der bilaterale Handel ohne zentralen Marktplatzbetreiber spart außerdem Kosten. Der IT-Spezialist Ponton hat Anfang 2017 das Projekt Enerchain angestoßen, das unter anderem von Wien Energie vorangetrieben wird. Der größte Energieversorger Österreichs hat vergangene Woche mehr als 50 europäische Experten zu einem Branchentreff eingeladen, um die Plattform Enerchain weiterzuentwickeln.

Der nächste Schritt in der Entwicklung von Enerchain ist laut Wien Energie die Gründung einer eigenen Handelsplattform als Legal Entity. Neben Wien Energie nehmen mittlerweile rund 50 europäische Energie-Konzerne an dem Projekt teil – darunter eon, Verbund, Salzburg AG, vattenfall, RWE oder Eneco.

Schnelle Transaktionen ohne enorme Rechenleistung

„Wir wollen als Wien Energie bei dieser neuen Technologie ganz vorne dabei sein und testen in verschiedenen Einsatzfeldern – Handel, Elektromobilität, Photovoltaik, Stadtentwicklung -, wie Blockchain in zukünftige Geschäftsmodelle klug integriert werden kann“, sagt Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl. Enerchain ist derzeit die am weitesten fortgeschrittene Blockchain im Energiegroßhandel. Durch einen „Proof of Authority“ gibt es im System eine einzige digitale „Autorität“, die neue Blöcke „schürft“ und Transaktionen freigibt. Dadurch laufen Transaktionen schneller und es ist keine enorme Rechenleistung für das Schürfen neuer Blöcke notwendig. Vergangenes Jahr ist es Wien Energie bereits gelungen, mit einem dänischen Anbieter den ersten realen Gashandel über Enerchain abzuschließen.

Bisher wird der Handel mit Gas oder Strom über komplizierte Fahrplansysteme abgewickelt und vereinbarte Geschäfte müssen speziellen Verrechnungsstellen, Regulierungsbehörden und Übertragungsnetzbetreibern gemeldet werden. Dieser Prozess könnte mit der Blockchain-Technologie vereinfacht werden.

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