MaaS

Fluidtime: Management Buyout bei Wiener „Mobility as a Service“-Firma

© Fluidtime
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Die meisten Smartphone-Nutzer in Wien kennen wohl die App qando, die 2009 auf den Markt gekommen ist und später zu den Wiener Linien wandert – und dort dieses Jahr zugunsten der WienMobil-App eingestellt wurde. Die Firma hinter qando, Fluidtime, war währenddessen aber nicht untätig und hat sich zu einem Anbieter von „Mobility as a Service“-Plattformen (MaaS) gewandelt. 2016 ist dann Kapsch TrafficCom in das Software-Unternehmen eingestiegen und hat sich 75,5 Prozent geschnappt.

Nun folgt aber der Management Buyout. Fluidtime-Mitgründer und CEO Michael Kieslinger hat sie die Anteile von Kapsch TrafficCom zurückgekauft – Kaufpreis wird dabei keiner bekannt gegeben. „Ich freue mich, dass ich die strategische Entwicklung meines Unternehmens, das ich selbst vor über 15 Jahren in Wien gründete, wieder selbst vorantreiben kann. Durch den Management-Buyout haben wir nun die Möglichkeit uns im Markt für smarte Mobilitätslösungen noch flexibler zu positionieren“, so Kieslinger.

Kapsch TrafficCom fokussiert auf Mautsysteme

Eine strategische Partnerschaft mit dem einstigen Mehrheitseigentümer wird beibehalten. „In Zukunft werden beide Unternehmen eigene Strategien verfolgen; gemeinsame Kunden werden aber durch eine Vertriebspartnerschaft betreut“, heißt es seitens Kapsch TrafficCom. Das Unternehmen geht derzeit durch schwierige Zeiten, erwartet ein Halbjahres-EBIT von minus 58 Millionen Euro und musste zuletzt Firmenwerte von rund 21 Millionen Euro abschreiben. Im Oktober wurden die restlichen 35 Prozent der deutschen Tochter tolltickets, einem Anbieter von Mautdiensten, um voll auf das Kerngeschäft mit Mautsystemen zu fokussieren.

Für den MaaS-Anbieter Fluidtime geht es nun zurück in die Eigenständigkeit. Laut Kieslinger laufen derzeit gute Gespräche mit potenziellen Kunden in Europa und Australien, die Software für „Mobility as a Service“-Angebote brauchen. „Die Individualmobilität ist stark im Umbruch. Versicherungen, Autohersteller, Parkhausbetreiber oder auch Automobilclubs beschäftigen sich gerade intensiv mit ihrer zukünftigen Rolle im Ökosystem und erkennen, dass Mobility-as-a-Service auch in ihrem Kerngeschäft eine Schlüsselrolle einnehmen wird“, so der Fluidtime-Chef.

Derzeit würde er nach strategischen Partnern und Investoren suchen, um den Wachstumskurs finanzieren zu können. Noch in diesem Jahr sollen dazu weitere Schritte gesetzt werden. Zu den bestehenden Kunden zählen das deutsche Bauunternehmen Goldbeck, die Stadt Aarhus in Dänemark oder die schwedische Mobilitäts-App UbiGo. Fluidtime beschäftigt derzeit etwa 20 Personen am Standort in Wien.

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