KSV1870

Insolvenz-Ticker 2023: Das sind die größten Pleiten von Jungfirmen und Unternehmen (KW 38)

Closed! © Masaaki Komori auf Unsplash
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Im Vorjahr nahmen Unternehmensinsolvenzen um rund 57 Prozent im Vergleich zu 2021 zu. Das Niveau der Vorkrisenjahre ist damit aber nach wie vor nicht erreicht, der erwartete „Insolvenz-Tsunami“ ist vorerst ausgeblieben. Der Kreditschutzverband erwartet für das aktuelle Jahr aber weiterhin steigende Zahlen, man sehe bis zu 15 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr. Trending Topics fasst gemeinsam mit dem KSV1870 Woche für Woche die größten Insolvenzen zusammen und zeigt den Verlauf der letzten Jahre.

Insolvenzen: Vielfältige Probleme

Nach Corona und mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und Teuerung erwarten Expert:innen für 2023 deutlich mehr Firmenpleiten. In den Jahren 2020 und 2021 gingen die Insolvenzen in Österreich stark zurück, was hauptsächlich den zahlreichen Regierungshilfen und Förderungen geschuldet war. Viele Unternehmen hätten sich nur dank der Hilfen und billiger Kredite über Wasser halten können, entstanden seien so auch zahlreiche „Zombiefirmen“. Nun aber ist die Pandemie aber weitestgehend nebensächlich geworden – neue Probleme nehmen ihren Platz ein. Allen voran die hohen Energiepreise und steigende Zinsen. Wie das Zinsniveau in den nächsten Monaten aussehen wird, ist unklar – und damit für viele Unternehmen die nähere Zukunft. Der Kreditschutzverband erwartet bis zu 15 Prozent mehr Insolvenzen, das wären in absoluten Zahlen rund 5.500 Firmenpleiten.

Der Artikel wird laufend erweitert.

Nachfolgend eine chronologische Zusammenfassung der Insolvenzen des Jahres. Die Liste umfasst die drei größten (nach Höhe des Passivas) Insolvenzen pro Monat seit dem Jahr 2019, die Zahlen stammen vom KSV1870. Die aktuellsten Ereignisse stehen oben, die „ältesten“ Insolvenzen ganz unten. Wir aktualisieren die Zahlen wöchentlich. Weiter unten gibt es eine separate Infografik zu den heimischen Startup-Insolvenzen. 

Kalenderwoche 38

84 Insolvenzfälle, davon die RobArt GmbH mit fast zehn Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 37

113 Insolvenzen insgesamt, die größte davon mit mehr als 30 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 36

84 Insolvenzen insgesamt, zwei davon mit über 10 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 35

132 Insolvenzen insgesamt, davon die größte mit etwas über zwei Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 34

4,4 Millionen Euro beträgt das Passiva von goUrban. Insgesamt 107 Unternehmensinsolvenzen in dieser Woche.

Kalenderwoche 33

Eine Wirtschaftsprüfungs-Firma mit 24 Millionen Euro Passiva führt KW 33 an. 51 Insolvenzen insgesamt.

Kalenderwoche 32

Der große Verlierer dieser Woche: Zentrasport. 81 Insolvenzen gesamt.

Kalenderwoche 31

Die größte Insolvenz zeigte sich hier bei der IBUSOSKI BAU GmbH Zweigniederlassung in Perg. 53 Unternehmensinsolvenzen gab es insgesamt.

Kalenderwoche 30

Mit App Radar ist ein bekanntes österreichisches Startup pleite gegangen (wir berichteten). Insgesamt sind 130 Insolventen zu verzeichnen.

Kalenderwoche 29

Die Cristof Management International GmbH führt die Liste an, auf Platz drei findet sich außerdem die Kilobaser GmbH (wir haben hier berichtet). 101 Insolvenzen insgesamt.

Kalenderwoche 28

108 Fälle insgesamt, davon eine Insolvenz, die für mediales Aufsehen sorgte. Die drei größten Insolvenz mit je über 5 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 27

Forstinger, COMAG, Tally Weijl Austria: Drei prominente Unternehmen müssen diese Woche Insolvenz anmelden.

Kalenderwoche 26

Mit geomix gibt es eine prominente Insolvenz in dieser Woche, das Passiva beträgt über 50 Millionen Euro.

Kalenderwoche 25

Diesmal hat es mit Memocorby Systems ein auch aus dem TV bekanntes Startup erwischt, mit Passiva von fast 1,5 Mio. Euro.

Kalenderwoche 24

Wenig überraschend: Kika/Leiner legt die größte Insolvenz der Woche hin. Passiva: 132 Millionen Euro

Kalenderwoche 23

Mit über 29 Millionen Euro Passiva verzeichnet die Hitzinger Electric Power GmbH das größte Passiva in dieser Woche. 83 Insolvenzen gesamt.

Kalenderwoche 22

Mit der HMI GmbH gibt es einen klaren ersten Platz in dieser Woche. Auch der Elektrotechnik-Ableger ist in die Insolvenz gerutscht.

Kalenderwoche 21

Die VST Engineering GmbH führt die Liste in dieser Woche an. Das Passiva beträgt 3,1 Millionen Euro. Insgesamt gibt es 90 Insolvenzen.

Kalenderwoche 20

Nach der wilden Vorwoche ist es in der KW 20 sehr ruhig. Die größte Insolvenz betrifft die RH-Tech plant construction GmbH mit 1,10 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 19

Es geht rund: In KW 19 stehen drei Unternehmen mit Passiva jeweils deutlich über 10 Millionen Euro ganz oben in unserer Liste.

Kalenderwoche 18

Sehr unspektakulär. 85 Insolvenzen insgesamt, allesamt unter einer Million Euro.

Kalenderwoche 17

106 Fälle insgesamt ist deutlich weniger als in den Wochen davor. Die größte Insolvenz betrifft die Christof Technology & Engineering GmbH.

Kalenderwoche 16

Ruhiger als die Vorwoche präsentiert sich die KW 16: Die GemNova GmbH schreibt 6,85 Millionen Euro Passiva, 136 Fälle sind es insgesamt.

Kalenderwoche 15

Über allen Insolvenzen thront in dieser Woche Gazprom Austria mit einem satten Passiva von 31,4 Millionen Euro.

Kalenderwoche 14

Die Osterwoche präsentiert sich vergleichsweise ruhig, 75 Insolvenzen sind in der KW 14 zu verzeichnen.

Kalenderwoche 13

4,2 Millionen Euro Passiva für die HEAVYLOG GmbH, ein Logistikunternehmen. Insgesamt gibt es zum zweiten Mal in Folge über 100 Insolvenzen.

Kalenderwoche 12

4,6 Millionen Euro Passiva weist die Express-Sped GmbH auf, gefolgt von der CMB Projekt Holding GmbH mit 3,4 Millionen Euro Passiva. 110 Insolvenzen insgesamt.

Kalenderwoche 11

Die prominenteste Insolvenz in KW 11 betrifft wohl die KitzVenture GmbH mit rund fast drei Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 10

Sehr ruhig präsentiert sich die KW10: Insgesamt gibt es 80 Insolvenzen, die größte in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro, alle weiteren unter der Millionengrenze.

Kalenderwoche 9

Die größte Insolvenz der Runde betrifft ein Tourismus-Unternehmen, gefolgt von zwei Insolvenzen in Höhe von unter 2 Millionen Euro.

Kalenderwoche 8

Die Kalenderwoche 8 präsentiert sich recht unspektakulär, die Firma fisatec kommt auf rund 2,8 Millionen Euro Passiva; insgesamt stehen 98 Insolvenzen zu Buche.

Kalenderwoche 7

Mit 4,7 Millionen Euro legt ein Beteilungsverwaltungsunternehmen das größte Passiva der siebten Kalenderwoche hin, gefolgt von einer Immobiliengesellschaft und einer Holzmanufaktur – beide allerdings mit deutlich unter drei Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 6

45 Millionen Euro weist die „Pharmazeutische Fabrik Montavit“ in der Kalenderwoche 6 aus, was einen Rekord für das noch junge Jahr bedeutet.

Kalenderwoche 5

Die VIE Wohnimmobilien GmbH weist fast sechs Millionen Euro Passiva auf und belegt damit „Rang eins“ in der fünften Kalenderwoche. Mit „nur“ 68 Insolvenzen steht ein deutlicher Rückgang zur Vorwoche.

Kalenderwoche 4

Mit über 10 Millionen Euro Passiva führt das Unternehmen „Medienlogistik Pichler-ÖBZ“ das Ranking in der letzten Jännerwoche an. Im Startup-Bereich fällt vor allem die Insolvenz von Habibi & Hawara auf, die auch medial für Schlagzeilen sorgte (wir berichteten). Das Passive beträgt hier aber „nur“ 700.000 Euro.

Kalenderwoche 3

In Kalenderwoche 3 folgt die bislang größte Insolvenz des Jahres: Die RTi Austria GmbH steht mit rund 15 Millionen Euro in der Kreide. Auf den Plätzen zwei und drei folgen zwei Handelsunternehmen, das Passiva ist aber jeweils deutlich geringer als bei RTi.

Kalenderwoche 2

11,6 Millionen Euro stehen Passiva bei der RobotCenter GmbH, satte 10 Millionen bei der WWLA – die ersten beiden Multimillionen-Insolvenzen in diesem Jahr.

Kalenderwoche 1

In der ersten Woche des neuen Jahres gab es noch keine aufsehenerregenden Unternehmensinsolvenzen in Österreich. 74 Fälle gab es insgesamt, allesamt mit deutlich unter eine Million Euro Passiva. Die größte Insolvenz betraf die Immo Construct Bau- und Planungs-GmbH aus Wien.

Die größten Insolvenzen von Jungfirmen

Anmerkung: Die wöchentlichen Updates beginnen hier mit der KW 3. Als Jungfirmen gelten laut der hier verwendeten Definition des KSV Unternehmen, die zum Zeitpunkt der Insolvenz maximal 4 Jahre alt sind. 

Kalenderwoche 38

41 Insolvenzen gesamt, die größte davon im Immo-Bereich mit 4 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 37

36 insolvente Jungfirmen, davon eines mit 1,7 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 36

34 insolvente Jungunternehmen, eines davon mit über 1,5 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 35

63 Insolvenzen gesamt, allesamt aber deutlich unter einer Million Euro.

Kalenderwoche 34

Über Artichoke berichten wir an dieser Stelle. 58 Insolvenzen gesamt.

Kalenderwoche 33

Eine größere Insolvenz, allerdings auch deutlich unter einer Million Euro Passiva. Sonst sehr ruhig.

Kalenderwoche 32

38 insolvente Jungunternehmen, eine Insolvenz mit mehr als einer Million Euro Passiva.

Kalenderwoche 31

Mit dem oberösterreichischen Startup AISEMO gab es in dieser Woche eine Millionenpleite (wir berichteten). 15 Jungunternehmen gingen pleite.

Kalenderwoche 30

Insgesamt 62 Jungfirmen musste Insolvenz anmelden. Dazu gehört digitAAL Life, ein Startup, das unter anderem durch die #glaubandich Challenge im Jahr 2021 bekannt wurde. Jedoch überstiegen die Passiva in keinem Fall den Wert von einer Million Euro.

Kalenderwoche 29

45 insolvente Jungunternehmer:innen, allesamt aber mit einem Passiva von deutlich unter einer Million Euro.

Kalenderwoche 28

44 Startups insgesamt, dafür keine Insolvenz mit über einer Million Euro Passiva.

Kalenderwoche 27

40 Startups schlittern in diese Woche in die Insolvenz, die größte mit einem Passiva von 4,50 Millionen Euro.

Kalenderwoche 26

34 Jungunternehmer:innen meldeten in dieser Woche Insolvenz an, die Höchste liegt bei rund 1,2 Millionen Euro Passiva.

Kalenderwoche 25

1,70 Millionen Euro beträgt die höchste Insolvenz.

Kalenderwoche 24

45 Startups bzw. KMU meldeten vergangene Woche Insolvenz an. Das größte Passiva: 650.000 Euro.

Kalenderwoche 23

36 Jungunternehmer:innen schlittern in dieser Woche in die Insolvenz. Das größte Passiva: 720.000 Euro.

Kalenderwoche 22

Recht ruhig präsentiert sich die letzte Mai-Woche in Bezug auf die Startup-Insolvenzen. 20 Insolvenzen insgesamt.

Kalenderwoche 21

3,3 Millionen Euro Passiva für die SignD Identity GmbH. Über den Fall haben wir an dieser Stelle ausführlich berichtet.

Kalenderwoche 20

Drei Startups bzw. EPU mit über 350.000 Euro Passiva, insgesamt 54 Insolvenzen von Jungunternehmer:innen.

Kalenderwoche 19

Vergleichsweise unspektakulär: 38 Insolvenzen, die größte mit etwas über 100.000 Euro Passiva.

Kalenderwoche 18

44 Jungunternehmen mit einer Insolvenz diese Woche, alle unter 150.000 Euro Passiva.

Kalenderwoche 17

Keine Insolvenz über eine Million Euro auch in Kalenderwoche 17. Die S&L Bau und Baumanagement GmbH hat 800.000 Euro Passiva angehäuft.

Kalenderwoche 16

Keine Insolvenz über eine Million Euro in  Kalenderwoche 16, die Gesundheitswelt Kufstein führt die Liste an.

Kalenderwoche 15

600.000 Euro Passiva für die MSWI Bau GmbH, 40 Insolvenzen insgesamt.

Kalenderwoche 14

Über 1 Million Euro Passiva für die BWM GmbH, dafür gibt es insgesamt weniger Startup-Insolvenzen in der KW 14: 29 an der Zahl.

Kalenderwoche 13

Die Tendenz bleibt steigend: 41 Startups stehen diese Woche auf der Liste. Die größte Insolvenz betrifft die R&A Gastro GmbH.

Kalenderwoche 12

Ganze 42 Startups sind einer der Spitzenwerte dieses Jahres. Die größte Insolvenz: Die Handmacher Bau GmbH mit 920.000 Euro Passiva.

Kalenderwoche 11

22 Startups, eines davon knackt die 2 Millionen- Euro-Grenze, was das Passiva betrifft.

Kalenderwoche 10

27 Jungunternehmen gingen in der Vorwoche Pleite, das höchste Passiva liegt bei 360.000 Euro, alle weiteren deutlich darunter.

Kalenderwoche 9

Drei Insolvenzen im Bereich um 100.000 Euro Passiva – angeführt von der Pronegg Gastro GmbH.

Kalenderwoche 8

Zwei vier Jahre alte Startups führen die Liste in dieser Woche an, insgesamt stehen 34 Jungunternehmen vor der Insolvenz.

Kalenderwoche 7

Alles sehr ruhig in KW7: Mit 110.000 Euro Passiva ging es für „MedKonTakt“ in das Insolvenzverfahren.

Kalenderwoche 6

Drei Startups führen die Liste in KW 6 an, allesamt mit einem Passiva deutlich unter einer halben Million Euro. Die Speiser & Schreiber Gastronomie GmbH aus dem ersten Wiener Gemeindebezirk erreicht den höchsten Wert mit 350.000 Euro.

Kalenderwoche 5

Die Millionengrenze bleibt in dieser Woche deutlich unerreicht, die größte Insolvenz schreibt die Hamilton Austria GmbH mit einem Passiva in Höhe von 570.000 Euro.

Kalenderwoche 4

Habibi und Hawara sorgte für eine der auffälligsten Insolvenzen zum Jahresstart (wir berichteten). „Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird auf den nicht vorhersehbaren Umsatzeinbruch im Restaurantbetrieb im Herbst/Winter 2022 aufgrund der Teuerungswelle und den damit einhergehenden Zahlungsstockungen zurückgeführt“, hieß es vom Startup.

Kalenderwoche 3

Die BMM Retail AT verzeichnet in der dritten Kalenderwoche des Jahres ein Passiva von rund 2,5 Millionen Euro. Die bislang größte Insolvenz.

KSV1870: Unternehmensinsolvenzen 2022 um fast 60 Prozent gestiegen

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