Niederlande

Kerkrade recycelt Hochhäuser und macht daraus Sozialbauten

In Kerkrade entstehen Sozialbauten aus recycelten Baumaterialien © superlocal
In Kerkrade entstehen Sozialbauten aus recycelten Baumaterialien © superlocal

Der kleine niederländische Ort Kerkrade hat immer weniger Einwohner – viele wandern in größere Städte ab. Dadurch stehen auch immer mehr Gebäude leer, darunter Hochbauten aus den 1960er-Jahren und das Städtchen hat sich damit etwas Ungewöhnliches einfallen lassen: Die wenig attraktiven Wohnsilos der Vergangenheit werden nicht einfach abgerissen, sondern komplett recycelt. Aus dem gewonnenen Material wiederum werden moderne, kleine Gebäude errichtet, die als Sozialwohnungen dienen.

Granulat aus recycelten Gebäuden

Insgesamt sollen so 130 neue Sozialwohn-Einheiten entstehen, die zu 100 Prozent aus recycelten Materialien bestehen sollen. In der 60er-Jahre-Anlage Voorterstraat beispielsweise wurde die Hälfte der Häuser abgetragen, um mit dem gewonnenen Material den Rest der Gebäude zu renovieren und zu modernisieren. Aus den alten Gemäuern wird beispielsweise ein Granulat gewonnen, das wiederum zu modernen Hohlziegeln gepresst werden kann. Laut den Projektverantwortlichen wurden so im Vergleich zur herkömmlichen Errichtung dieser Gebäude 1 Million Kilogramm CO2 vermieden.

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Besser recycelbar bauen

In dem Projekt „Super Circular Estate“ arbeitet Kerkrade mit öffentlichen Einrichtungen und Privatunternehmen zusammen und will Pionierarbeit für andere Sozialwohnprojekte leisten. Dabei werden neue Technologien und Methoden ausprobiert. So wird nicht nur recycelt, sondern Material und Gebäude so konstruiert, dass es später wieder einfacher abzubauen und wiederzuverwerten ist. So könnten in Zukunft die Kosten für Abbruch und Wiederverwertung gesenkt werden.

„Innovation in Politics“-Award 2020

„Super Circular Estate“ hat 2020 den „Innovation in Politics“-Award gewonnen, der von der gleichnamigen Organisation an Politiker vergeben wird, die besonders innovative Projekte anstoßen und umsetzen. Die Niederländer konnten sich in der Kategorie „Ökologie“ durchsetzen und erstmals gibt es bei den Awards auch einen Sieger aus Österreich. Das Logistikprojekt RemiHub hat in der Kategorie Lebensqualität gewonnen – in Wien werden Flächen der Wiener Linien als Umschlagplatz für Paketboten verwendet, wodurch die Strecken kürzer und besser geeignet für Transportfahrräder werden.

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