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Mate Rimac: Der kroatische Elon Musk sitzt jetzt bei Bugatti am Steuer

Mate Rimac. © Rimac
Mate Rimac. © Rimac

Mit seinem Vollbart und den 33 Jahren sieht der Korate Mate Rimac eher wie ein Entwickler in einem typischen Startup aus, ist aber seit wenigen Stunden tatsächlich der Chef der legendären Sportwagenmarke Bugatti, die ursprünglich in Frankreich entstand. Nun gehört Bugatti zu 55 Prozent Rimacs Elektroautounternehmen Rimac Automobili und zu 45 Prozent Porsche aus dem Volkswagenkonzern. Für Rimac dürfte somit nun ein weiterer Traum in Erfüllung gehen.

Denn der kroatische Erfinder hat sich, im Schatten von Elon Musk, zu einem der wichtigsten Treiber der Elektromobilität entwickelt. Bereits in jungen Jahren fiel er in der Schule eher durch Anpassungsschwierigkeiten denn durch gute Noten auf, wurde aber von einem seiner Lehrer dazu gedrängt, an Ideenwettbewerben teilzunehmen. Nachdem er mehrere Erfindungen machte (darunter ein prämiertes Rückspiegel-System zur Vermeidung des toten Winkels), widmete er sich seiner großen Leidenschaft: Rennautos.

Der kroatische Tesla 2.0

Das Hobby wurde zur Arbeit, und mündete schließlich 2009 in der Gründung des Automobilherstellers Rimac Automobili in Sveta Nedelja in der Nähe von Zagreb, und das Unternehmen machte sich über die Jahre mit seinen Elektrosportautos international einen immer größeren Namen. Inspiration für den E-Antrieb fand Rimac klarerweise auch bei einem Landsmann: Nikola Tesla.

Dass nun ein Joint Venture namens Bugatti Rimac entsteht, hat viel mit Volkswagen zu tun. Der deutsche Autoriese kaufte Bugatti 1998 auf und ist nun dabei, seine Markenwelt im Zuge des Umbruchs auf E-Antrieb zu verschlanken. Bei Rimac ist Volkswagen über seine Tochter Porsche seit 2018 zu zehn Prozent investiert und steigerte die Anteile über die Jahre auf 24 Prozent, und so kam es zu der neuen Konstellation: Bugatti wird von seinem aktuellen Eigentümer volkswagen in das joint venture eingebracht, die Anteile werden anschließend auf Porsche übertragen. Mate Rimac ist dann gemeinsam mit Oliver Blume, Porsche-CEO, gemeinsam Co-CEO des neuen Unternehmens.

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„Komplett neue Möglichkeiten“

„Dies ist ein wahrhaft aufregender Moment in der kurzen, aber rasant voranschreitenden Geschichte von Rimac Automobili und dieses neue Gemeinschaftsunternehmen eröffnet komplett neue Möglichkeiten. Ich habe Autos immer geliebt und kann bei Bugatti sehen, wohin so eine automobile Leidenschaft führen kann. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie begeistert ich von dem Potenzial bin, das durch die Zusammenlegung des Wissens, der Technologien und Werte beider Marken entstehen wird. Damit wird es uns gelingen, wirklich außergewöhnliche Projekte zu schaffen“, so Rimac in einem offiziellen Statement.

Gelingen muss ihm und Blume nun, die traditionsreiche Marke mit Konzern-Background mit dem relativ jungen, spritzigen Elektroauto-Herausforderer, der sich den Ruf als europäisches Tesla erarbeitet hat, zusammen zu führen. Mit Porsche kann Rimac Bugatti nun auf ein globales Händlernetz zurückgreifen, Rimac wiederum soll neben der selbst entwickelten und patentierten Technologie auch „neue Entwicklungs- und organisatorische Konzepte“ ins Unternehmen einbringen.

Noch müssen aber die die Regulierungsbehörden einiger Länder dem Zusammenschluss zustimmen. Geprüft werden muss, ob so ein zu dominanter Player im elektrischen Sportwagen-Segment entsteht. Das Firmenkonstrukt, an dem auch der südkoreanische Autokonzern Hyundai beteiligt ist, ist nicht unkompliziert.

Geplant ist, die beiden Marken Rimac und Bugatti beide getrennt am Markt zu belassen, bestehende Produktionsanlagen und Vertriebskanäle werden beibehalten. Spannend ist, dass die Rimac Group mit Rimac Technologies eine 100-Prozent-Tochter hat, in der die Entwicklung, Produktion und Lieferung von Batteriesystemen, Antriebssträngen und anderen EV-Komponenten ausgegliedert ist.

„Rimac Technology wird ein unabhängiges Unternehmen bleiben, das mit vielen globalen Automobilherstellern zusammenarbeitet“, heißt es aus Kroatien. Damit bleibt Rimac im B2B-Geschäft und ist nicht nur B2C unterwegs, zum teure Sportautos an die Kunden zu bekommen.

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