FridgeGrow

Microgreenbox: Oberösterreichisches Startup will mit Mini-Indoor-Farm endlich Markt erobern

Das Team hinter Microgreenbox und FridgeGrow. ©Microgreenbox

Den Traum von der Selbstständigkeit haben viele. Mit einzigartigen Ideen und Visionen gründen sie ihr Startup und hoffen auf den großen Erfolg. Insbesondere im Bereich des GreenTech gibt es im Moment einen schieren Startup Boom. Circa 27 Prozent der Startups gaben in dem Austrian Startup Report 2020 an, mindestens ein ökologisches Ziel vorrangig erreichen zu wollen.

Doch auch mit diesen guten Absichten stehen dem Erfolg oft mehr Hürden im Weg, als die jungen Gründer:innen anfangs vermuten würden. Auch Markus Riegler und Alexander Polivka hatten bereits 2016 vor, mit ihrem eignen Startup durchzustarten. Ihre Idee damals: Exotische Küchenkräuter regional in der privaten Küche anbauen. Um eine so gut wie sichere Erfolgsquote der Sprösslinge zu garantieren, verbauten die Gründer des österreichischen Startups “Microgreenbox”in ihren sogenannten Microgreenboxen ein „Fünf-Sterne-Pflanzenhotel“. 

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CO2 als gasförmiger Dünger

In dem All-Inklusiv Paket für Pflanzen wurde laut den Gründern nicht nur die Bewässerung je nach Wachstumsstadium angepasst, sondern auch die Temperatur und das Licht werden ideal eingestellt. Zudem reguliere das vollautomatische Gewächshäuschen die CO2-Zufuhr als „gasförmigen Dünger“, so Markus Riegler gegenüber Tech & Nature.

In den Gewächshaus-Boxen des Startups herrscht laut Riegler ein abgeschlossenes System. Damit könne die Microgreenbox eine autonome Biosphäre schaffen. Dies bedeutet für die Pflanzen nicht nur, dass sie völlig unabhängig von der Lufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit von außen sind, sondern auch dass die kondensierte Luftfeuchtigkeit wieder zum Gießen verwendet werden kann.

Doch so gut wie diese vollautomatischen Gewächshausböxchen auch klingen, der private Markt ist laut Markus Riegler ziemlich gesättigt. Die selbst entwickelte Hardware samt passender App stehe breit, doch die Nachfrage halte sich in Grenzen.

Das ist für die beiden Gründer jedoch kein Argument um aufzugeben. Im Gegenteil: Riegler selbst sieht die vergangenen eineinhalb Jahren mehr als Pilotphase und ist jetzt bereit, seine Technik weiterzuentwickeln und anzupassen. 

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Neue Marke: FridgeGrow

Jetzt will das Startup richtig durchstarten. Wie? In dem das Startup aus den privaten Küchen auswandert und sich auf neue Märkte konzentriert, ohne dabei ihre Technologie aufzugeben. Dazu haben die beiden Österreicher das neue Projekt “FridgeGrow” erdacht.

“Unser geschlossenes System bringt die Vorteile, dass ich auch in der Stadt bei Smog wirklich sauber Gemüse kultivieren kann,”  so der Gründer. Deshalb kann sich Riegler vorstellen, zukünftig in sogenannten Indoor-Farmen oder Growcontainern Gemüse frisch wachsen zu lassen. Das könnte für Kantinen interessant sein.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel sieht der Gründer in sogenannten Entnahme-Stationen, in denen Stadtbewohner:innen frische Pflanzen ernten könnten. Damit würden die Systeme einen lokalen und trotzdem unabhängigen Anbau ermöglichen. “Es geht weg von diesen privaten Küchengeräten und eher dazu hin, diese Container-Lösungen anzubieten,” so Markus Riegler über die Zukunft seines Startups. Und weiter: “Der ganze Markt geht immer mehr in Richtung lokal und wenig Import. Das wird immer mehr und gleichzeitig sind die Leute auch bereit, mehr dafür zu zahlen, wenn das Gemüse nicht mit dem Flugzeug hierher kommt.”

Das System von FridgeGrow in einem Kühlschrank. ©Microgreenbox

Klimakammer für circa 1.000 Euro

Die Technik hinter den neuen Anbausystemen funktioniert laut Riegler bereits. Die kabellose Technik samt smarter Steckdose per Funk könnte in bereits vorhandenen Geräten verbaut und diese somit upgegraded werden. Die Produkte dafür sind bereits auf der Website von FridgeGrow zu finden. Ein Kühlschrank kann beispielsweise für circa 1.000 Euro zu einer Klimakammer umgebaut werden, in der dann die Pflanzen gedeihen. Wer nicht das Komplettset kaufen möchte, kann auch nur den FridgeGrow Controller für bereits 350 Euro erwerben. Der Controller ist der Teil der Technik, der die Bedingungen in der Kammer überprüft und steuert. 

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Käufer:innen aus zehn EU Ländern

Mit dieser neuen Geschäftsidee haben die Gründer von Microgreenbox wohl eine größere Marktlücke als zuvor gefunden. Laut Riegler konnte FridgeGrow mittlerweile mehrere Hunderte der Systeme in zehn verschiedenen EU-Ländern verkaufen. Doch auch damit sind die Gründer noch nicht an ihrem Ziel angelangt.

In Zukunft möchten sie ihre Technik noch verbessern. Außerdem meint Riegler : “Wir sind gerade an einem Scheidepunkt. Das heißt, wir haben jetzt viel Zeit in ein funktionierendes System investiert. Wir haben dabei versucht das Ganze dabei so generisch und flexibel wie möglich zu halten, damit wir jetzt in verschiedene Märkte eintreten können.”

In welchen Markt sie am Ende tatsächlich Fuß fassen, hänge laut dem Gründer vor allem von Investor:innen ab. Im Moment suchen sie laut Riegler noch nach Partner:innen. Dann wird sich zeigen, ob der „FridgeGrow“ sich besser durchsetzen kann, als die     “Microgreenbox“  bisher.

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