PwC-Analyse

Massiver Anstieg: Investitionen in Climate Tech verdreifachen sich

Risikokapitalgeber und Private Equity-Firmen investieren massiv in Klimatechnologien. ©Towfiqu Barbhuiya/Unsplash

Unter dem Begriff Climate Tech werden Technologien zusammen gefasst, die sich auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG) konzentrieren. So zumindest die Definition des Wirtschaftsberatungsunternehmens PwC.

Damit ist dieser Bereich ein vielversprechender Sektor der Zukunft, in dem sich auch immer Startups nieder lassen. Mit Innovationen, welche die Mengen der emittierten Emissionen signifikant senken sollen, tragen sie nicht nur zum Wandel zu einer klimagerechteren Gesellschaft bei, sondern fragen auch viel Kapital nach. Dieser gestiegene Bedarf spiegelt sich in den jährlichen  Investitionen wider.

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Investitionen in Klimatechnologien steigen

Risikokapitalgeber und Private Equity-Firmen investieren massiv in Klimatechnologien. Zu diesem Ergebnis kommt der State of Climate Tech Report 2021 des Beratungsunternehmens PwC. Laut diesem erreichten die Investitionen im zweiten Halbjahr 2020 und im ersten Halbjahr 2021 ein Volumen von 87,5 Milliarden US-Dollar, wobei der Großteil (60 Mrd. USD) im ersten Halbjahr 2021 mobilisiert wurde. Dadurch haben sich weltweite Investitionen in Klimatechnologien im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, so PwC. 

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Kaum Förderung für klimawirksame Technologien

Das klingt zunächst großartig. Allerdings ist diese Entwicklung dann doch vor allem auf eine vorherige schwache Investitionszeit zurückzuführen. So falle dieser Anstieg im Vergleich zu den letzten Jahren vor allem so bedeutend auf, da Investitionen in diesem Bereich 2020 ziemlich stagnierten, so PwC.

Nach einem Anstieg der Investitionen in Klimatechnologien zwischen 2013 und 2018 stagnierten diese bis 2020 aufgrund makroökonomischer Trends sowie der Corona-Pandemie. Erst 2021 erholten sich die Investitionen wieder, da ESG-Faktoren in der Privatwirtschaft stärker in den Mittelpunkt rückten, neue Vorschriften eingeführt wurden und sich zahlreiche Unternehmen zu Netto-Null-Strategien verpflichteten, analysiert das Unternehmen.

Mehr Frühförderung von Startups notwendig

Doch von dieser gestiegenen Menge investierten die Anleger:innen einen Großteil in die “minder hilfreichen” Technologien. Die fünf wirksamsten Technologien, die mehr als 80 Prozent des Emissionseinsparungspotenzials bis 2050 ausmachen, erhielten im Zeitraum von 2013 bis zum ersten Halbjahr 2021 nur etwa 25 Prozent der Klimatechnologie-Investitionen, so PwC. 

Zudem stagniere trotz wachsender Gesamtinvestitionen die Zahl der Seed- und Early Stage-Finanzierungen für Klimatechnologie-Startups seit 2018, zeigen die Auswertungen. Auch wenn das zum Teil die Reife von Klimatechnologien als Anlageklasse widerspiegle, verdeutlichte das  aber auch die Notwendigkeit, vermehrt in Startups zu investieren, so PwC in einer Aussendung.

„ Die gute Nachricht ist, dass Investitionen in Klimatechnologien in allen Bereichen deutlich gestiegen sind“, so Thomas Steinbauer, Partner und Net Zero Leader bei PwC Österreich. „Unsere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Investitionen noch besser gelenkt werden könnten, um Anreize für jene Technologien zu schaffen, die das größte Einsparungspotenzial bei CO2 haben.“

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Mobilitäts- und Verkehrssektor bekommt Löwenanteil an Finanzierungen

Des weiteren kam der Report zu dem Ergebnis, dass der Mobilitäts- und Verkehrssektor weiterhin den Löwenanteil von etwa zwei Drittel der Finanzmittel zwischen 2020 und 2021 im Klimatechnologiebereich erhält. Mit Tesla, Polestar und weiteren ziehen vor allem Elektrofahrzeuge die Aufmerksamkeit von Investor:innen auf sich. Dabei machten batteriebetriebene Elektrofahrzeuge nur drei Prozent des gesamten Einsparpotenzials bis 2050 aus, kritisiert PwC.

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USA führt Investitionsrangliste an

Schaut man sich an, wie die Investitionen geografisch verteilt sind, kommt der Report zu einem eindeutigen Ergebnis: Die USA sind führend bei Investitionen in Klimatechnologien. Mit 56,6 Milliarden US-Dollar im dem Analysezeitraum  ziehen sie sowohl an China, als auch an Europa vorbei. In China wurden im gleichen Zeitraum laut dem Report schätzungsweise neun Milliarden US-Dollar in Klimatechnologien investiert, in Europa insgesamt 18,3 Milliarden US-Dollar.

Somit gibt es noch viel Potenzial für Climate Tech. Erstellt wurde der Report den aktuellen Angaben nach basierend auf Finanzierungsdaten der globalen Datenplattform Dealroom.com. Die Investitionsanalyse basiere auf der firmeneigenen und ständig aktualisierten Datenbank „Climate Tech Investment Index“, so PwC.

Für den aktuellen Report analysierte PwC allerdings lediglich private Märkte und staatliche Finanzierungen in Startups. Die Analyse berücksichtigt weder die öffentlichen Märkte oder die Projektfinanzierung ausgereifter Klimatechnologien (z. B. Großprojekte für Wind- und Solarparks), noch von Unternehmen geleistete Finanzierung von Forschung und Entwicklung im Bereich Klimatechnologien, so PwC. Unbedeutend sind diese Entwicklungen damit natürlich nicht. 

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