Oasis Alpha: Startup Tumbleweed schickt morgen ersten Austro-Satelliten in den Orbit
Österreich bekommt seinen ersten kommerziellen Satelliten im Orbit: Am 7. Juli 2026 soll Oasis Alpha, entwickelt vom Wiener Startup Tumbleweed, an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All starten. Der Start erfolgt im Rahmen der Rideshare-Mission Transporter-17 vom Space Launch Complex 4E der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Geplanter Liftoff ist 00:12 Uhr Ortszeit (Pacific Time), das entspricht 09:12 Uhr MESZ.
Bei Rideshare-Missionen wie Transporter-17 teilen sich zahlreiche kleinere Satelliten unterschiedlicher Betreiber den Platz auf einer Rakete – ein Modell, das die Startkosten für einzelne Nutzlasten deutlich senkt und sich in den vergangenen Jahren als Standardweg für Kleinsatelliten etabliert hat.
Was Oasis Alpha im Orbit tun soll
Oasis Alpha ist eine Technologiedemonstration, die Tumbleweed nach eigenen Angaben in weniger als neun Monaten gebaut hat. Das Geschäftsmodell des Startups: Kunden sollen Experimente und Hardware in den Weltraum schicken können, ohne sich selbst um Zertifizierungen, Risikobewertungen und Startgenehmigungen kümmern zu müssen – Prozesse, die üblicherweise Jahre dauern können.
Dafür setzt Tumbleweed auf sogenannte Pods: Behälter, die die Hardware der Kunden vor Vakuum, Strahlung und den extremen Temperaturschwankungen im Weltraum schützen. Die regulatorische Abwicklung – von der Zertifizierung bis zur Startgenehmigung – übernimmt das Unternehmen für jede Mission selbst.
Auf dem ersten Testflug befinden sich Nutzlasten von vier europäischen Kunden, die allesamt zum ersten Mal ins All fliegen: der Technischen Universität Delft, dem European Space Resources Innovation Centre (ESRIC) aus Luxemburg, dem Biotech-Unternehmen Mass Balance sowie dem Spring Institute for Forests on the Moon.
„Oasis Alpha ist der ultimative Proof of Concept. Wir haben die Mission gebaut, um unsere Systeme in der Schwerelosigkeit zu testen und zu beweisen, dass unser Ansatz funktioniert“, sagt Julian Rothenbuchner, CEO und Co-Founder von Tumbleweed.
So lässt sich der Start mitverfolgen
Der Satellit ist in Österreich lizenziert und fliegt unter österreichischer Flagge – eine Premiere für einen kommerziellen Satelliten aus dem Land. Gelingt die Mission, soll sie den Weg für die Nachfolgegeneration Oasis Beta ebnen, die sich bereits in Entwicklung befindet. Deren Ziel: Experimente nicht nur in den Orbit zu bringen, sondern auch wieder zurück zur Erde.
Der Start der Transporter-17-Mission wird live im offiziellen SpaceX-Stream übertragen, abrufbar unter spacex.com/launches/transporter17. Die Übertragung beginnt üblicherweise wenige Minuten vor dem geplanten Liftoff – aus mitteleuropäischer Sicht also am Dienstagvormittag kurz vor 09:12 Uhr.

