Analyse

Österreichischer Strompreisindex steigt im November um 17 Prozent

Stromnetz. © Casey Horner on Unsplash
Stromnetz. © Casey Horner on Unsplash

Angesichts der Energiekrise durch den Ukraine-Krieg steigen die Strompreise in dieser Zeit jeden Monat deutlich. Nun hat die Österreichische Energieagentur eine Prognose für den November erstellt – und sie sieht nicht gerade rosig aus. Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) steigt demnach im November 2022 gegenüber Oktober um 16,8 Prozent. Im Vergleich zum November des Vorjahres 2021 liegt der ÖSPI um gewaltige 342,2 Prozent höher.

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Strompreisindex deutlich erhöht

Den Strompreisindex berechnet die Energieagentur auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung, auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.

Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex. Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Index im November 2022 einen Stand von 603,41 Punkten.

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Studie sagt Preise für Endkund:innen nicht vorher

2022 zahlen österreichische Haushalte keine Erneuerbaren-Förderkosten. Der Erneuerbaren-Förderbeitrag wird in diesem Jahr aufgrund der hohen Energiepreise nicht eingehoben. Zudem wird die Elektrizitätsabgabe befristet bis 30. Juni 2023 auf das durch die EU-Energiesteuerrichtlinie festgelegte Minimum reduziert und beträgt damit 0,4 Prozent. Damit entfallen wesentliche Bestandteile der Stromrechnung bei Haushaltskund:innen. Bei einem typischen Wiener Haushalt beträgt damit der Anteil der reinen Energiekosten rund 50 Prozent des Gesamtstrompreises.

Die Energieagentur gib zu bedenken, dass der ÖSPI nur die reine Energiekomponente abbildet. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40 Prozent auf die Energiekomponente und zu 60 Prozent auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – sind im ÖSPI nicht enthalten. Somit erkenne man daraus nicht, wie Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkund:innen tatsächlich gestalten.

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Ausbau von Erneuerbaren durch Krise beeinträchtigt

Steigende Strompreise haben auch Auswirkungen auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien, der ja eigentlich nötig wäre, um sich aus der Abhängigkeit von russischem Gas zu lösen. Ein Bericht von E-Control, der für die Strom- und Gaswirtschaft zuständigen Regulierungsbehörde in Österreich, zeigt, dass sich mit der derzeitigen Entwicklung der Anteil von Erneuerbaren am Stromnetz leicht reduziert. Außerdem sind die Unterstützungen für sauberen Strom gesunken.

Jedoch haben die steigenden Preise auch positive Auswirkungen, speziell für Haushalte. Denn die OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom konnte laut E-Control im Jahr 2021 deutliche
Mehreinnahmen durch die Zuweisung des geförderten Ökostroms an die Lieferanten generieren.Diese Mehreinnahmen waren so hoch, dass Berechnungen von Ende 2021 ergeben haben, dass etwaige Förderkosten des Jahres 2022 bereits abgedeckt waren. Das ist auch der Grund, warum in diesem Jahr die Erneuerbaren-Förderbeiträge ausfallen. Diese Entwicklung könne sich auch in Zukunft weiter fortsetzen.

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