Ausschreibung

ParityQC: Tiroler sind Teil von 208,5-Mio.-Euro-Auftrag für Quantenrechner-Bau

Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser von ParityQC © Reiter PR
Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser von ParityQC © Reiter PR

Das Innsbrucker Unternehmen ParityQC ist Teil des weltweit vielleicht größten Auftrags im Bereich der Quantencomputer. Die Jungfirma, die für andere Unternehmen Blaupausen für Quantencomputer entwickelt, hat es in ein Bieter-Konsortium geschafft, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen der Aufträge im Zuge einer weltweiten Ausschreibung im Gesamtwert von stolzen 208,5 Millionen Euro erhalten hat. Ziel bei diesem Auftrag ist es, Ionenfallen-Quantencomputer in Deutschland zu entwickeln.

Architektur für Quantencomputer: Das neue Startup von Magdalena Hauser heißt ParityQC

Europa muss bei Quantencomputern aufholen

Neben ParityQC gehören auch die vier deutschen Branchenunternehmen eleQtron, NXP Semiconductors Deutschland, Qudora Technologies und Universal Quantum Deutschland zu den Projektpartnern. Diese fünf Partner sollen innerhalb der nächsten vier Jahre Prototypen von Quantenrechnern im Rahmen der DLR-Quantencomputer-Initiative bauen. Das Gesamtvolumen der Verträge soll diese Initiative zu einem der weltweit größten Vorhaben in diesem Bereich machen.

Für Europa ist der massive Auftrag vor allem in dieser Zeit von großer Bedeutung, heißt es von ParityQC. „Es findet schon länger ein riesiges globales Wettrennen um die Kommerzialisierung und industrielle Anwendung von Quantencomputern statt. Dabei sind die USA, China und Europa die größten Player. Zwar ist Europa in der Grundlagenforschung führend, jedoch sind die USA und China bei der Kommerzialisierung weit voraus. Deswegen ist dieser Auftrag sehr wichtig, damit Europa endlich aufholen kann“, so ParityQC-Mitgründer Wolfgang Lechner. „Es handelt sich um einen historischen Moment in der europäischen Quantencomputer-Forschung“, fügt Mitgründerin Magdalena Hauser hinzu.

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Partner entwickeln Demonstrator und skalierbare Rechner

Die Auftragsumsetzung der DLR-Initiative soll verschiedene Phasen mit zwei Hauptzielen durchlaufen: Den Bau von Demonstratoren für Ionenfallen-Quantenrechner sowie die Entwicklung von modularen Systemen, die sich auf Tausende von Qubits skalieren lassen. Qubits sind die Systeme, die die Grundlage für Quantenrechner bilden. ParityQC, NXP Semiconductors und eleQtron werden zunächst am Vorprojekt arbeiten, das den Bau des Demonstrationsmodells mit zehn Qubits umfasst. Dieses Modell soll es Nutzer:innen und Forschungseinrichtungen erlauben, Erfahrungen mit diesen Supercomputern zu sammeln.

Das Tiroler Jungunternehmen wird auch an einem weiteren Projekt mit den Partnern NXP Semiconductors und eleQtron zusammenarbeiten. Ziel dieses Vorhabens ist es, modulare und skalierbare Ionenfallen-Quantencomputer auf der Grundlage einer universellen Architektur zu bauen. Dabei soll die hauseigene ParityQC-Architektur eine besonders große Rolle spielen. Denn sie soll die Grundlage für die Verbindung der Quantenchips zu einer modularen Struktur bilden. Jedes Modul soll über einen eigenen kleinen Quantenprozessor mit jeweils zehn Qubits verfügen. Deren Struktur soll das Potenzial haben, zu wachsen und viele Chips mit bis zu Tausenden von Qubits zu umfassen.

ParityQC: Tiroler Quanten-Startup angelt sich NEC aus Japan als Partner

ParityQC ist wichtiger Akteur in Quantencomputer-Industrie

ParityQC verzeichnet derzeit eine große Wachstumsphase. In den zweieinhalb Jahren seit der Gründung sei es dem Jungunternehmen gelungen, sich vom Spin-off der Universität Innsbruck zu einem wichtigen Akteur in der weltweit Quantenrechner-Industrie zu entwickeln. Beispielsweise hat der japanische Elektronikriese NEC vergangenes Jahr eine Partnerschaft mit der Jungfirma gestartet (wir berichteten). Herzstück der Firma ist die patentierte Architektur für die Entwicklung dieser Superrechner der Zukunft. „Die einzigartige Architektur wird neue Maßstäbe dafür setzen, wie hochskalierbare Quantencomputer innerhalb des nächsten Jahrzehnts gebaut werden können“, so das Gründer:innen-Duo.

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