Bericht

Schlechtes Zeugnis für Österreichs Startup-Politik im „State of European Tech Report“

Österreichisches Parlament in Wien. © Beatriz Miller on Unsplash
Österreichisches Parlament in Wien. © Beatriz Miller on Unsplash

Der „State of European Tech Report 2022“ des skandinavischen VCs Atomico und seiner Partner hat sich in den letzten Jahren als Zeugnisverteilung für Europa in Sachen Startups und Tech-Investments etabliert. Während der umfangreiche Report dieses Jahr verständlicherweise von (gar nicht so stark) sinkenden Finanzierungsvolumen und einem starken Rückgang bei neuen Unicorns in Folge der Multi-Krisen (Inflation, Ukrainekrieg, Energiekrise) berichtet, gibt es auch einen Überblick über den Status quo der Startup-Politik in den europäischen Ländern.

Und da schneidet Österreich gar nicht gut ab. Das Wort „Austria“ kommt auf den 115 Seiten des Reports 4 Mal vor, und drei Erwähnungen betreffen drei Grafiken. In diesen soll gezeigt werden, welche Reformen die Länder gemacht haben, um den Startup- bzw. Tech-Sektor zu fördern, und zwar in den Bereichen Talent/Fachkräfte, „Ease of doing business“ sowie Kapitalmarkt und Investments.

Investments in Europas Tech-Unternehmen gingen zurück, zwei Drittel weniger neue Unicorns

Ziemlich wenig Hakerl für Österreich

Bei Österreich finden sich lediglich zwei Häkchen: Ein Hakerl bekommt die Alpenrepublik bei staatlicher Anschubfinanzierung (z.B. Eigenkapital, Zuschüsse, Darlehen), ein zweites Hakerl in der Kategorie Immigration Reform/Visa. Österreich ist bekannt für sein sehr gutes Fördersystem, über das der Staat Jungfirmen mit vielen Millionen Euro fördert. Und die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte (mehr dazu hier) hat nach langem Hin und Her dieses Jahr deutliche Verbesserungen gebracht, um Talente aus Nicht-EU-Ländern ins Land zu Firmen holen zu können.

Ansonsten glänzt Österreich durch Abwesenheit. inländisches Arbeitsrecht, Mitarbeiter:innenbeteiligung („Stock options“), Maßnahmen für mehr Diversity, administrative Erleichterungen für Startups, Procurement, ein staatlicher Dach-Fonds (Fund of Fund), Reformen für Pensionsfonds, Steuer-Incentives für Investments, Reformen für Börsengänge und den Kapitalmarkt? Fehlanzeige. Viele andere Länder in Europa wie Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland oder Portugal haben deutlich mehr Häkchen in dem Ländervergleich bekommen. Sogar die vom Krieg gebeutelte Ukraine hat mehr Punkte erfüllt als Österreich.

Dass diese Liste nicht letztgültig ist und noch verbessert werden muss, gestehen die Report-Autor:innen ein. „Das Ergebnis ist, soweit wir wissen, der umfangreichste Datensatz seiner Art. Und ja, wir räumen auch ein dass die Erfassung nicht vollständig ist. Wir wissen, dass wir eine Menge großartiger Arbeit verpasst haben, die wir die wir einfach nicht ausfindig machen konnten“, heißt es in dem Report. Deswegen wolle man für den Report 2023 mehr Daten sammeln und verfeinern, um dann tiefere Einblicke in die politische Landschaft im Jahr 2023 bieten zu können.

Wie immer wieder berichtet, gibt es seit vielen Jahren aus der österreichischen Startup-Community Forderungen nach Verbesserungen wie Mitarbeiter:innenbeteiligung, Steuererleichterungen bei Startup-Investments, einen Dach-Fonds und so weiter. Geredet wurde viel, getan hat sich wenig. Zumindest hat Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) in den letzten Tagen bei Branchen-Veranstaltungen betont, dass an Reformen bei den Themen Mitarbeiter:innenbeteiligung und Kapitalmarkt gearbeitet würde.

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