Neobank

Vivid: Mit frischen 100 Millionen Euro zum ernsthaften Konkurrenten von N26

© Vivid
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Schon wieder eine Neobank, dachte man sich im Juni 2019, als in Berlin mit Vivid eine weitere Neobank an den Start ging. Nur zwei Jahre später sieht die Sache viel größer aus. Denn in einer neuen Investment-Runde haben die beiden Gründer, Alexander Emeshev und Artem Yamanov, frische 100 Millionen Euro in das sehr junge Unternehmen geholt und die Bewertung auf 775 Millionen Euro gehoben. Gegen die mehr als 1,6 Milliarden Euro Investments und die knapp 8-Milliarden-Bewertung von N26 ist das wenig – aber Vivid ist dem großen Bruder aus Berlin in einigen Punkten voraus.

Und daran glauben auch einige sehr potente Investor:innen. Die neuerliche Investitionsrunde wurde von Greenoaks Capital unter Beteiligung von Ribbit Capital und dem Softbank Vision Fund 2 angeführt. Während N27 bei 7 Millionen Kund:innen hält, sind es bei Vivid nur etwa 500.000, und gegen Revolut aus Großbritannien mit 18 Millionen Kund:innen sind die beiden Berliner Neobanken ziemlich klein. Doch die frische Finanzierungsrunde von Vivid kommt justament zu einem Zeitpunkt, an dem N26 gebremst scheint. Das Unternehmen scheint die Probleme mit missbräuchlich verwendeten Konten zum Zwecke der Geldwäsche und Betrug mit Fake-Online-Shops nicht in den Griff zu bekommen – mittlerweile ermittelt sogar die Berliner Staatsanwaltschaft gegen vier Führungskräfte (Trending Topics berichtete).

N26: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Führungskräfte der Neobank

Im Visier der Bafin

N26 hat von der Bafin auch eine Wachstumsbremse eingebaut bekommen – pro Monat dürfen nur 50.000 Neukund:innen aufgenommen werden. Vivid, das selbst viele neue Konten wegen Inaktivität wieder schließt, hat in dieser Phase Wachstumspotenzial. Und N26 vor allem eines voraus: Ähnlich wie bei Revolut können Nutzer:innen bei Vivid bereits in Aktien, ETFs, Krypto-Assets und Edelmetalle investieren – ein Angebot, das N26 erst noch auf den Markt bringen muss. Dieses wurde bereits angekündigt und soll auch bald launchen – doch ein genaues Datum und Infos zum Umfang solcher Trading-Services stehen noch aus.

Währenddessen kann Vivid bereits auf dem Wachstumsmarkt des Trading für sich werben und sich gegen Revolut, Trade Republic oder auch Bitpanda positionieren. Man nennt sich deswegen auch nicht mehr bloß Bank, sondern „mobile Finanzplattform fürs Banking, Sparen und Investieren“, und bietet den Nutzer:innen auch gleich ein integriertes Tool zur Steuererklärung. In kurzer Zeit soll man seine Steuererklärung direkt aus der App heraus beim Finanzamt einreichen können.

Doch auch Vivid ist nicht vor Behördenkontakt sicher. Das Berliner Startup arbeitet mit der Solarisbank als Banking-as-a-Service-Partner zusammen – und auch dort ist nicht alles klar. So hat die Solarisbank von der Bundesfinanzaufsicht Bafin einen Sonderaufpasser zur Seite gestellt bekommen. So waren bei einer Prüfung durch die Bankaufsicht Mängel bei der Compliance festgestellt worden. Würde nun Solarisbank im Wachstum gebremst werden, hätte das auch direkte Auswirkungen auf Vivid.

Doch mit Greenoaks als Investor hat Vivid einen Geldgeber an Bord, der bereits in Robinhood, Stripe oder Checkout.com investierte und damit bei einigen der wichtigsten neuen Playern am Fintech-Markt an Bord ist – und offenbar gewillt ist, in hart umkämpften Märkten viel Geld springen zu lassen, um sich Marktanteile zu sichern. Und mit Softbanks Vision Fund 2 gibt es einen weiteren sehr potenten Wachstumsinvestor, der auch beim N26-Konkurrenten Revolut groß an Bord ist und Vivid möglicherweise als N26-Mitbewerber für dessen Kernmärkte sieht.

Solarisbank steigt zum Fintech-Unicorn auf und kauft Konkurrent Contis

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