Stromproduktion

Welt erreichte 2021 einen Meilenstein bei Wind- und Sonnenenergie

Die Welt erreichte einen Meilenstein bei Windkraft und Solarenergie. © Alamy
Die Welt erreichte einen Meilenstein bei Windkraft und Solarenergie. © Alamy

Es ist ein Meilenstein, der im letzten Jahr übertroffen wurde: Zum ersten Mal überstieg im Vorjahr Strom aus Wind- und Sonnenenergie 10 Prozent der weltweiten Stromproduktion. Das zeigt eine Studie des Think Tanks Ember Climate. Alle Erneuerbaren Energien zusammen erreichten im letzten Jahr sogar einen Anteil von 38 Prozent.

Doch mit dem Anstieg der Erneuerbaren Energien, stieg auch der Verbrauch. So wurden im letzten Jahr trotzdem eine Rekordmenge an CO2 in die Luft geblasen (Tech & Nature berichtete). „Auch wenn die Emissionen aus Kohle so hoch sind wie nie zuvor, gibt es deutliche Zeichen für einen Umschwung in der Stromproduktion“, sagt Ember-Sprecher Dave Jones. In ihrem Report zeigt die Organisation dabei auf, dass der aAusbau von Wind- und Sonnenenergie schneller fortschreitet als je zuvor.

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Stromproduktion aus Wind und Sonne überholt Kernenergie

Die Studie von Ember zeichnet dabei die jährliche Stromproduktion und den Stromimport von 209 Ländern zwischen den Jahren 2000 und 2020 ab. Für ihren 2021er-Report nahmen sie weitere 75 Länder in ihre Berechnungen auf, womit sie insgesamt 93 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs abdecken. Dabei konnten sie feststellen: Im letzten Jahr stieg Strom aus Solarenergie um 23 Prozent an, Windenergie erfuhr eine Steigerung 14 Prozent. Zusammen decken sie somit erstmals mehr als 10 Prozent der globalen Stromproduktion ab, womit sie auch die Atomenergie (9,4 Prozent) erstmals überholen konnten. Kombiniert man die Stromproduktion aus allen Erneuerbaren Energien, wird damit mehr Strom produzierte als mit Kohle.

Allein sieben Länder konnten 2021 erstmals mehr als 10 Prozent ihrer Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie decken, darunter etwa China, Japan oder auch Ungarn. Insgesamt beziehen mehr als 50 Länder weltweit über 10 Prozent ihres Strombedarfes aus Wind- und Solarenergie. An der Spitze liegt dabei Dänemark mit bereits über 50 Prozent, gefolgt von Uruguay mit mehr als 46 Prozent.

Litauen, Spanien, Irland und Portugal in Europa Vorreiter

Die europäischen Länder Litauen, Spanien, Irland und Portugal beziehen immerhin zwischen 30 und 40 Prozent ihrer Stromproduktion aus Windenergie und Solarenergie. Deutschland liegt mit 28,8 Prozent im guten Mittelfeld, Österreich schafft mit 12,8 Prozent gerade noch die 10-Prozent-Hürde. Die Schweiz nimmt mit 4,3 Prozent den letzten Platz im DACH-Raum ein.

Den schnellsten Umstieg schafften dabei die Niederlande, Australien und Vietnam. Alle drei Länder verschoben ein Zehntel ihres Stromverbrauchs in nur zwei Jahren von fossilen Brennstoffen hin zu Wind und Solar. Allein in Vietnam nahm der Anteil von Sonnenenergie im letzten Jahr um 300 Prozent zu. Der Grund: Die von der Regierung eingesetzte Einspeisevergütung wurde immer beliebter. Privathaushalte und Unternehmen erhalten dabei einen fixen Geldbetrag pro Kilowattstunden, die sie ins Stromnetz einspeisen. Das Konzept wurde dabei sogar so stark angenommen, dass die Förderung kurzfristig eingestellt werden musste.

China setzt auf Wasserkraft, Atomenergie und Kohle

Neben einem enormen Wachstum bei Windkraft und Sonnenenergie stellte Ember auch einen deutlichen Anstieg bei Wasserkraft, Atomkraft und Energie aus Biomasse fest. Dabei war China für den Großteil des Anstiegs verantwortlich.

 

China gehört jedoch auch zu jenen Ländern, die 2021 eine Rekordmenge an Kohle verbrannt haben, um den Energiehunger ihrer Wirtschaft zu stillen. Allein China verbraucht dabei mehr Kohle, als alle anderen Länder der Welt zusammen. Grund ist die steigende Nachfrage an Elektrizität in der Volksrepublik. Diese stieg 2021 um zehn Prozent – die zu mehr als 50 Prozent mit Energie aus Kohlekraftwerken abgedeckt wurden. Aber auch Indien, die USA, Japan oder Südkorea setzen weiterhin auf Kohleenergie. In Europa bezieht Deutschland in absoluten Zahlen den meisten Strom aus Kohle.

Wind- und Solarenergie müssen weiter wachsen

Die Expert:innen vom Ember zeigen sich aber zuversichtlich, dass Wind- und Solarenergie einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels leisten kann. Um bis 2030 rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs zu decken, müssten die momentan sehr hohen Wachstumsraten beibehalten werden. In den letzten zehn Jahren wuchs der Wind- und Solarsektor im Schnitt um 20 Prozent pro Jahr, jedoch ließ das Wachstum Ende der 10er-Jahre wieder nach.

Hier müsse wieder nachgebessert werden, warnen die Expert:innen des Thin Tanks. „Durch die hohen Gaspreise, die vom Krieg in der Ukraine ausgelöst wurden, denken viele Länder wieder über eine Rückkehr der Kohleenergie nach“, bedauert Jones. „Saubere Energie muss nun so stark ausgebaut werden wie nie zuvor“, so seine Meinung. Die ersten Staaten hätten sich bereits Ziele gesetzt. So wollen die USA, UK, Deutschland und Kanada bis spätestens 2050 Elektrizität zu 100 Prozent ohne CO2-Emissionen produzieren.

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