Geldpolitik

Zinswende drückt Krypto-Markt fast zwei Drittel unter Allzeithoch

Bitcoin. © Raphael Wild on Unsplash
Bitcoin. © Raphael Wild on Unsplash

Als am 10. November 2021 Bitcoin sein bisheriges Allzeithoch von mehr als 65.000 Euro erreichte, passierten rund um dieses Datum einige entscheidende Dinge: am 19. Oktober 2021 war mit BITO der erste Bitcoin-gebundene Exchange Traded Fund an die New Yorker Börse (NYSE) gekommen und lässt Anleger:innen seither über den ProShares Bitcoin Strategy ETF indirekt in den Kurs der führenden Kryptowährung investieren. Und am 30. November 2021 kündigte Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Red) an, die Zinswende angesichts der stark steigenden Inflation zu beschleunigen.

Diese drei Ereignisse stehen in direktem Verhältnis zum aktuellen Preis von Bitcoin. Seit dem Allzeithoch hat BTC nunmehr fast 60 Prozent an Wert verloren – waren es mal mehr als 65.000 Euro, sind es heute nur mehr nur 26.500 Euro, die Trader:innen für das Krypto-Asset gewillt sind zu bezahlen. Der Rest des Krypto-Marktes ist noch härter getroffen worden: Insgesamt hat die Marktkapitalisierung 62,5 Prozent, also fast zwei Drittel verloren und sank von 2,8 Billionen Euro im November 2021 auf auf nur mehr 1,05 Billionen Euro.

Denn Altcoins haben noch stärker verloren als Bitcoin selbst.

Hier die Verluste seit dem jeweiligen Allzeithoch (alle bis auf XRP 2021):

  • Ethereum (ETH): -70%
  • XRP: -91%
  • Binance Coin (BNB): -62%
  • Cardano (ADA): -83%
  • Polkadot (DOT): -86%
  • Dogecoin (DOGE): -91%
  • Solana (SOL): -87%
  • Avalanche (AVAX): -87%
  • SHIBA INU: -90%
  • Decentraland (MANA): -86%
  • ApeCoin (APE): -89%
  • Axie Infinity (AXS): -91%
  • Chiliz (CHZ): -91%
  • Terra Classic (LUNC): -100%

Wer diese Werte sieht, der versteht so manchen Bitcoiner, der sich über den Altcoin-Markt lustig macht. BTC hat ja „nur“ 60 Prozent verloren. Währenddessen haben die Hype-Token von 2021 – also etwa die Spaßwährung Dogecoin, der Metaverse-Vorreiter Decentraland, der NFT-Marktführer ApeCoin, das Play-to-Earn-Spiel Axie Infinity und die „Stablecoin“-Chain – zwischen 90 und 100 Prozent an Wert verloren.

Nun zurück zu den Ereignissen im Oktober und November 2021. Da haben BITO und andere Finanzprodukte dafür gesorgt, dass Bitcoin und Co. in den Mainstream, also die Wall Street kamen. Endlich konnte jeder, der nicht direkt BTC und andere Token kaufen wollte, in sie investieren. Der Zeitpunkt war gerade recht: Dank der Billionen schweren Rettungspakete in den USA und Europa nach der Corona-Krise war Geld billig und zuhauf da. Institutionelle Investor:innen hatten viele Gelegenheiten, in Krypto-Produkte einzusteigen, und Robinhood, Bitpanda und Co sorgten dafür, dass Privatanleger:innen schnell und einfach in Krypto-Assets investieren konnten.

Das Ende der Billiggeld-Party

Parallel dazu kamen die Signale, dass die Party nicht mehr lange so weitergehen konnte. Die Federal Reserve ist für manche die mächtigste Institution der Welt. Wenn Fed-Chef Jerome Powell sich öffentlich äußert, dann bewegt dass Billionen an den Märkten. Und weil er ab Oktober 2021 zuerst die Anleihenkäufe herunterfuhr und dann immer schneller in Richtung Zinswende drückte, fuhr auch die Stimmung an den Aktien- und Krypto-Märkten schnell hinunter.

Durch die Mainstream-isierung von Krypto-Assets war es ab dem Beginn der Corona-Krise zu einer Angleichung der Aktienkurse und der Preisentwicklungen der Krypto-Assets gekommen. Die Korrelation stieg ab März 2020 auf bisher unbekanntes Niveau. Und jetzt bekommen Bitcoin und Co. den Bärenmarkt voll zu spüren. Nachdem die führenden Aktienindizes ihren Jahrestiefpunkt erreicht haben und deutlich tiefer als vor einem Jahr liegen, haben auch BTC und ETH überproportional verloren:

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