Zettelwirtschaft

Alasco: Münchener Startup will durch Ordnung den Bau nachhaltiger machen

Das Gründerteam von Alasco mit Benjamin Günther(links) ©Alasco

Die Baubranche ist weltweit ein riesiges Geschäft. Alleine in Österreich versorgte sie 2019 laut der Statistik Austria rund 319.000 Personen mit einem Arbeitsplatz und machte im selben Jahr laut den Wirtschaftskammern Österreichs knapp 24,49 Milliarden Euro des gesamten Bruttoinlandsproduktes aus.

In ähnlich großen Zahlen spiegelt sich der Sektor jedoch auch der globalen Klimabilanz wider. Laut einem Bericht, der Ende 2020 von der UN vorgelegt wurde, macht alleine der Bau- und Gebäudesektor mittlerweile 38 Prozent (9,95 Gt CO2) der globalen CO2-Emissionen aus.

Wie kann man das lösen? Gerade Rohstoffe wie Zement sorgen in ihrer Produktion für Unmengen an Emissionen, weshalb für diese nachhaltigere Alternativen geschaffen werden müssen. Außerdem kann durch das Verwenden von besseren Dämmmaterialien, Energie beim Heizen eines Hauses gespart werden. Ein Faktor, an den jedoch selten gedacht wird, ist die bessere Organisation von Bauprojekten. Diesen Punkt will nun das Münchener Startup Alasco angehen.

 

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Alasco: Von Mode in den Bausektor

Hinter Alasco stehen die drei Gründer Benjamin Günther, Sebastian Schon und Anselm Bauer-Wohlleb. Die beiden erst genannten gründeten bereits 2008 das erste Mal gemeinsam – die Modesuchmaschine „Stylight“. Doch schon nach acht Jahren sahen die beiden die Sinnhaftigkeit hinter der Fashionbranche und des Endnutzen, den sie generieren, nicht mehr, so die Gründer. Deshalb verkauften sie die Website.

Gemeinsam mit Anselm Bauer-Wohlleb sind sie 2018 wieder zu Gründern geworden. Mit ihrer Real Estate Sucess-Software „Alasco“ wollen sie nun mehr Organisation in Bau- und Immobilienprojekte bringen. Das soll in weiterer Folge auch zu mehr Nachhaltigkeit führen.

Was heute fehlt ist eine durchgängige Verbesserung von Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Planung, über den Bau, bis hin zur Nutzung einer Immobilie”, so Benjamin Günther. Laut ihm sei bisher nur phasenweise optimiert worden. Investments anhand von ESG-Kriterien würden sich aber am Ende des Tages auch wirtschaftlich lohnen, da sie sich auf die Marge auswirken. Die Daten, die die wirtschaftlichen Vorteile der Investments beweisen würden, fehlen jedoch noch oft, so das Startup. 

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Eine Plattform für alle

Deshalb bieten die Gründer nun ihre Plattform an, auf der alle Informationen übersichtlich zusammen laufen. Der Unterschied zu vorher: Alle – von der/dem Handwerker:in bis zu der/dem Immobilienmakler:in- arbeiten im gleichen Tool, sodass der/die Bauleiter:in zu jeder Zeit einen Überblick über alle Prozesse im Projekt hat. Die Lizenz dazu wird einmalig von den Kund:innen gekauft und kann dann von allen Beteiligten genutzt werden.

Doch wie sollen dadurch die Projekte nachhaltiger werden? Das möchten die drei Gründer anhand eines stärkeren Fokus auf die ESG-Kriterien erreichen. “Man ist nicht mehr erfolgreich ohne ESG” erklärt Mitgründer Günther. Bisher hätten jedoch ESG-Maßnahmen immer erstmal Kosten geheißen: Kosten für eine Re-Digitalisierung, Kosten für das Nachrüsten der Dämmung, Kosten für das Ändern der Bauart und so weiter. Dass diese Kosten jedoch nur in der Bauphase anfallen und sich über den gesamten Betrieb hinweg durch beispielsweise einen niedrigeren Energieausstoß ausgleichen, konnte bisher kaum bewiesen werden.

Das soll die Alasco-Plattform ändern: “Für uns ist das wichtigste dabei durch die Bepreisung von Nachhaltigkeit das Geschäftsmodell des nachhaltigen Bauens zu beweisen.”, so der Mitgründer.

Dazu analysieren sie die Ist-Situation des Projekts anhand seines derzeitigen ESG-Scores und liefern den Projektleiter:innen automatisch Verbesserungsvorschläge, um noch nachhaltiger und dabei wirtschaftlich zu bauen. Künftig soll das dann nach dem Prinzip laufen: „Wenn Sie Ihre Dämmung verbessern, verbessert sich Ihr ESG-Score, was dann zu einer Steigerung von X-Euro pro Quadratmeter führt.“

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22 Milliarden Bauvolumen als Kund:innen

Die ESG-Kriterien wurden vor ca. einem Monat in die bereits bestehende Plattform integriert. Der Zyklus bei einem Immobilienbau ist lang, sodass aussagekräftige Vergleiche über eine tatsächlich nachhaltigere Umsetzung und geringere Emissionen der geplanten Projekte erst in zwei bis drei Jahren angestellt werden können.

Genug potentielle Nutzer:innen und somit Datenquellen gibt es jedoch bereits. Laut dem Startup nutzen bereits über 180 Kund:innen – die zusammen über 22 Milliarden Euro Bauvolumen ausmachen – die Plattform. Um diese weiter auszubauen möchte sich das junge Unternehmen mit 100 Mitarbeiter:innen im nächsten Jahr mehr als verdoppeln.

Zudem sieht sich das Unternehmen auch europaweit expandieren. Bisher habe das Startup zwar bereits durch deutsche Auftrageber:innen Projekte in anderen Ländern gehabt, Benjamin Günther meint jedoch: “Das ist kein lokales Problem, sondern um den Hebel zu nutzen den wir haben, müssen wir einfach global denken und nicht nur vor der eigenen Haustür.”

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