Nach Kritik

Apple senkt App-Store-Gebühren für kleinere Developer von 30 auf 15 Prozent

© Apple
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Nach massiver Kritik seitens App-Entwicklern und einer laufenden Untersuchung der EU-Kommission in Sachen Wettbewerbsrecht macht Apple einen großen Schritt zurück: Ab dem 1. Jänner müssen Anbieter von Apps im App Store nicht mehr 30 Prozent, sondern nur mehr 15 Prozent jenes Geldes an den iPhone-Konzern abtreten, dass sie mit kostenpflichtigen Apps und In-App-Käufen erwirtschaften. Dazu müssen Developer in das neue „App Store Small Business Program“ aufgenommen werden.

Bisher ist die „Apple-Steuer“ von 30 Prozent stark ins Kreuzfeuer geraten – wie berichtet hat sich sogar die „Coalition for App Fairness“ mit Mitgliedern wie Spotify, Tinder, Deezer und Epic Games gebildet, die lautstark gegen die hohen Gebühren wetterten. Auch die EU-Wettbewerbshüter haben das System „IAP“ für In-App-Käufe für den Vertrieb kostenpflichtiger digitaler Inhalte unter die Lupe genommen (Trending Topics berichtete).

Die neuen Regeln

Diese Probleme spricht Apple nicht direkt an, sondern schreibt sich den Support von kleinen, unabhängigen App-Entwicklern auf die Fahnen, die laut Apple-Chef Tim Cook das „Rückgrat der globalen Wirtschaft“ seien. Wie der Name schon sagt, kommen nur kleine Firmen in das neue Programm. Folgende Regeln gelten:

  • Bestehende Entwickler, die bis zu 1 Million Dollar im Jahr 2020 für alle ihre Apps verdient haben, sowie Entwickler, die neu im App Store sind, können sich für das Programm und die reduzierte Provision qualifizieren.
  • Wenn ein teilnehmender Entwickler den Schwellenwert von 1 Million US-Dollar überschreitet, gilt für den Rest des Jahres der Standardprovisionssatz.
  • Wenn das Geschäft eines Entwicklers in einem zukünftigen Kalenderjahr unter die Schwelle von 1 Million US-Dollar fällt, kann er sich im darauf folgenden Jahr erneut für die 15-prozentige Provision qualifizieren.

Damit fallen große Firmen wie Epic Games, dass sich wegen der App-Store-Regeln und den 30 Prozent mittlerweile eine dicken Rechtsstreit mit Apple liefert, natürlich nicht in das Programm. „Der Standard-Provisionssatz des App Stores von 30 Prozent bleibt bestehen für Apps, die digitale Waren und Dienstleistungen verkaufen und mehr als 1 Million Dollar Umsatz machen“, heißt es klar seitens Apple.

PR-technisch nicht unklug holt sich Apple damit zehntausende kleinere App-Entwickler auf seine Seite, während die großen Anbieter weiterhin zur Kasse gebeten werden. Im App Store gibt es zur Zeit etwa 1,8 Millionen Apps, prom Woche erhält er Zugriffe von etwa 500 Millionen Nutzern. Diesen Traffic, den Apple zu Software-Anbietern liefert, will sich das Unternehmen weiterhin etwas kosten lassen.

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