Coco Charlie: Grillen mit Kokosnussschalen statt Holzkohle
Sobald die Temperaturen steigen, startet im deutschsprachigen Raum die Grillsaison. Doch die klassische Holzkohle steht wegen ihrer oft schlechten Umweltbilanz und der teils problematischen Herkunft aus Tropenhölzern immer wieder in der Kritik. Hier setzt das Vorarlberger Startup „Coco Charlie“ an. Gründer Charly Ebster hat eine nachhaltige Alternative entwickelt, die nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch am Rost eine bessere Leistung erzielen soll. In der 9. Folge der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ präsentiert er sein Produkt der Investoren-Jury.
Ein landwirtschaftliches Abfallprodukt als Heizbringer
Die Kernidee von Coco Charlie beruht auf Upcycling: Die Grillbriketts des Startups werden aus Kokosnussschalen hergestellt, einem klassischen Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie. Diese Ressourcennutzung macht die Rodung von Wäldern für die Kohleproduktion überflüssig.
Gleichzeitig verspricht das Startup handfeste technische Vorteile für Grill-Enthusiasten. Die Kokos-Briketts sind so konzipiert, dass sie schnell aufheizen und eine starke, lang anhaltende sowie stabile Glut bilden. Ein weiterer Pluspunkt für den Einsatz auf Balkonen oder in dicht besiedelten Gebieten ist die reduzierte Rauchentwicklung im Vergleich zu vielen herkömmlichen Produkten. Damit verfolgt der Vorarlberger eine klare Positionierung: Die Kokos-Briketts sollen nicht nur funktional überzeugen, sondern als starke Brand ein modernes und sauberes Lifestyle-Produkt für den heimischen Grillrost etablieren.
Vertrieb und Logistik als zentrale Hürden
Nach der Vorstellung des Produkts rückt bei Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern schnell die wirtschaftliche Realität im Bereich der Fast-Moving Consumer Goods (FMCG) in den Fokus. Der Markt für Grillzubehör ist hart umkämpft und in unseren Breitengraden extrem stark von saisonalen Schwankungen geprägt. Zudem schlagen bei schweren, physischen Produkten wie Grillbriketts die Fracht- und Lagerkosten naturgemäß massiv zu Buche.
Die Logistik spielt bei schweren Produkten wie Grillbriketts traditionell eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell. Da der direkte Online-Versand an Endkund:innen aufgrund der hohen Frachtkosten schnell an wirtschaftliche Grenzen stößt, rückt bei der Skalierung solcher Produkte klassischerweise der stationäre Handel in den Mittelpunkt. Der Sprung in die Regale der großen Supermarkt- und Baumarktketten ist in diesem Segment ein oft entscheidender Hebel, um eine breite Masse zu erreichen und langfristig zu wachsen.
