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Databricks steigert Bewertung auf 188 Milliarden Dollar, verzichtet weiter auf IPO

Ali Ghodsi Co-Gründer und CEO von Databricks. © Databricks
Ali Ghodsi Co-Gründer und CEO von Databricks. © Databricks

Das US-Daten- und KI-Unternehmen Databricks holt sich erneut frisches Kapital – und legt bei der Bewertung kräftig zu. Wie das Unternehmen aus San Francisco bekannt gab, wurde ein Term Sheet für eine strategische Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 188 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Angeführt wird die Runde vom Bestandsinvestor Coatue Management, weitere neue und bestehende Investoren sollen sich beteiligen. Der Abschluss ist für den Sommer geplant. Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll die Runde ein Volumen von rund 3 Milliarden Dollar haben.

Damit setzt sich der rasante Bewertungsanstieg des Snowflake-Konkurrenten fort: Erst Anfang des Jahres hatte Databricks rund 5 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 134 Milliarden Dollar eingesammelt, Ende 2024 lag die Bewertung nach der 10-Milliarden-Dollar-Series-J noch bei 62 Milliarden Dollar. Innerhalb von rund eineinhalb Jahren hat sich der Firmenwert damit verdreifacht. Databricks meldet nach eigenen Angaben eine annualisierte Umsatzrate von 5,4 Milliarden Dollar bei einem Wachstum von mehr als 50 Prozent im Jahresvergleich und ist Free-Cashflow-positiv.

Kapital fließt in Multi-KI-Strategie

Das frische Geld soll vor allem in den Ausbau der KI-Produkte fließen. Im Fokus stehen drei Bereiche: Unity AI Gateway, eine Governance-Lösung, mit der Unternehmen den Einsatz und die Kosten mehrerer KI-Modelle steuern können, der KI-Assistent Genie, der Geschäftsdaten in Antworten und Aktionen übersetzen soll, sowie Lakebase, eine serverlose Postgres-Datenbank für KI-Agenten. Darüber hinaus will Databricks mit dem Kapital künftige Akquisitionen finanzieren und die eigene KI-Forschung vertiefen.

CEO und Mitgründer Ali Ghodsi begründet die Strategie mit einem veränderten Kundenverhalten: Unternehmen würden sich vom „Tokenmaxxing“ zum „Valuemaxxing“ bewegen – statt für jede Aufgabe das teuerste Modell einzusetzen, gehe es darum, das beste Ergebnis pro Dollar zu erzielen und frei das passende Modell für den jeweiligen Anwendungsfall zu wählen.

Databricks positioniert sich damit als Infrastruktur-Anbieter für Enterprise-KI: Die Data + AI Platform des Unternehmens soll die „Kontextlücke“ schließen, die entsteht, wenn Unternehmensdaten über verschiedene Systeme verstreut und von KI-Anwendungen entkoppelt sind. Mehr als 20.000 Organisationen weltweit nutzen die Plattform nach Firmenangaben, darunter adidas, Bayer, Mastercard und 70 Prozent der Fortune-500-Unternehmen.

Warum der Börsengang weiter auf sich warten lässt

Bemerkenswert ist, dass Databricks trotz der enormen Bewertung weiterhin einen Bogen um die Börse macht – obwohl das Unternehmen seit Jahren als einer der heißesten IPO-Kandidaten der Tech-Branche gilt. Ghodsi hat das zuletzt im Juni offen begründet: 2026 sei „ein schreckliches Jahr für einen Börsengang“, sagte er gegenüber Bloomberg. Der Hintergrund: Mit SpaceX, Anthropic und OpenAI drängen heuer gleich mehrere Mega-IPOs mit einer kombinierten Bewertung im Billionen-Dollar-Bereich an die öffentlichen Märkte und absorbieren dort enorme Mengen an Investorenkapital und Aufmerksamkeit. In diesem Umfeld will Databricks nicht um Anleger konkurrieren.

Dazu kommt: Das Unternehmen braucht die Börse schlicht nicht, um sich zu finanzieren. Private Investoren stellen bereitwillig Milliardensummen zu immer höheren Bewertungen zur Verfügung, während Databricks ohne den Quartalsdruck, Aktivisten und Shortseller öffentlicher Märkte weiterwachsen kann – ein Vorteil gegenüber börsennotierten Konkurrenten wie Snowflake oder Oracle. Als Hauptgrund für einen späteren Börsengang nennt Ghodsi denn auch nicht Kapitalbedarf, sondern die Mitarbeiter:innen: Ein Listing solle einen „Markt-Transaktionsmechanismus“ schaffen, über den Beschäftigte ihre Anteile verkaufen können. Databricks sei „IPO-ready“, betont der CEO – ein Börsengang gilt damit weiterhin als ausgemacht, könnte aber erst 2027 oder später erfolgen.

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