Übernahme

Elon Musk kauft Fossil-Kraftwerk-Betreiber für KI-Rechenzentren

Elon Musk in Davos. © WEF
Elon Musk in Davos. © WEF

Elon Musk hat laut Electrek still und heimlich APR Energy übernommen, ein US-Unternehmen, das eine Flotte mobiler Gas- und Dieselturbinen mit über 1 GW Gesamtleistung betreibt. Das bedeutet, dass der selbsternannte Champion einer „solar electric economy“ nun einen Fossil-Kraftwerk-Betreiber besitzt. Die Turbinen sollen die stromhungrigen Rechenzentren von xAI versorgen, die Musks Chatbot Grok betreiben.

Der Deal hat ein Volumen von über einer Milliarde Dollar und ist ohne Pressemitteilung über die Bühne gegangen. Die Transaktion tauchte lediglich in einer Freigabe der Federal Trade Commission auf – Nummer 20261350, datiert auf den 14. Mai 2026. Der Wert ergibt sich aus Angaben, wonach ein Minderheitsaktionär rund 50,4 Millionen Dollar für einen 5-Prozent-Anteil erhalten hat. Die Fortress Investment Group hatte APR Ende 2024 übernommen, die Firma in New APR Energy LLC umbenannt und dann an Musk weiterverkauft.

Erdgas und Diesel für Rechenzentren

APR Energy betreibt keine klassischen Kraftwerke. Das Unternehmen betreibt auf Anhänger montierte Gasturbinen sowie Diesel- und Erdgasmotoren. Diese lassen sich in unter zehn Minuten auf volle Leistung hochfahren und in Tagen statt Jahren installieren. Die Brennstoffe sind Erdgas und Diesel. Es handelt sich also um fossile Treibstoffe, verpackt für den mobilen Einsatz.

Genau diese Technologie nutzt Musk bereits, um Grok am Laufen zu halten. Die Supercomputer Colossus und Colossus 2 von xAI in Memphis trainieren und betreiben Grok größtenteils mit nicht genehmigten Gasturbinen. Das US-Justizministerium intervenierte, um die Turbinen weiterlaufen zu lassen, mit der Begründung, die Anlagen seien eine Frage der „nationalen, wirtschaftlichen und energetischen Sicherheit“. Die NAACP, das Southern Environmental Law Center und Earthjustice hatten nach dem Clean Air Act geklagt, nachdem xAI bis zu 35 Turbinen ohne Genehmigungen oder Emissionskontrollen installiert hatte.

Fossile Brennstoffe treiben Grok an

Die Turbinen könnten laut den Umweltorganisationen über 2.000 Tonnen smogbildende Stickoxide ausstoßen. xAI-Verantwortliche erklärten, sie planten, dieselbe Turbinen-Strategie für Colossus 2 zu verwenden. Der Kauf von APR Energy verschafft Musk nun eine eigene Versorgung mit genau dieser Art von Stromerzeugung.

Was all das Gas tatsächlich antreibt, verdient eine klare Benennung: Weit über die Hälfte von Groks Traffic wird mittlerweile durch Adult Content generiert – pornografische Bild- und Videogenerierung. xAI hat das Geschäftsmodell forciert. Grok wurde auch verwendet, um reale Personen „digital auszuziehen“. Watchdogs haben Fälle dokumentiert, in denen Outputs offenbar Minderjährige darstellten. Musk soll intern gegen zusätzliche Schutzmaßnahmen opponiert haben.

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Elon Musk verzichtet auf Nachhaltigkeit

Musks Rechenzentren versorgen mittlerweile aber auch Groks Konkurrenz, nachdem die Nachfrage deutlich unter Musks Erwartungen blieb. Nichts davon lässt sich leicht mit der Marke vereinbaren, die Musk 15 Jahre lang aufgebaut hat. Er war Chairman von SolarCity, integrierte das Unternehmen in Tesla und verkündete der Welt, dass Solar-plus-Batteriespeicher der Weg der Menschheit weg von fossilen Brennstoffen sei.

Noch im Jänner stand er in Davos und kündigte an, Tesla und SpaceX würden jeweils 100 GW US-Solarfertigungskapazität pro Jahr aufbauen. Im Dezember strich Musk „sustainable“ jedoch komplett aus Teslas Mission Statement.

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