Startup-Portrait

Farmlifes: Österreichische Social Media-Plattform für Landwirt:innen vernetzt Haus und Hof

Die beiden Gründer:innen hinter dem Startup ©Farmlifes
Die beiden Gründer:innen hinter dem Startup ©Farmlifes

Teilweise sind sie schon absurd. Die Antworten, welche auf vermeintlich normale (oder auch nicht) Fragen gegeben werden, welche in den verschiedensten Internetforen so gestellt werden. Aber das sogenannte Schwarmwissen kann in den vielen Fällen auch sehr hilfreich sein. Insbesondere dann, wenn die Frage in einer Umgebung gestellt wird, wo sie auf das Wissen von Fachleuten trifft.

Das Farm-Forum ist so eine Atmosphäre, wo Expert:innen aufeinander treffen. In dem Fall aus der Landwirtschaft. Dieses ist Teil von Farmlifes, einem sozialen Netzwerk für Bauern und Bäuerinnen. Aufgebaut ist es wie andere soziale Netzwerk auch. Es können Hofprofile erstellt werden, Direct Messages geschrieben oder um Soforthilfe gebeten werden. Informiert werden andere User:innen in Echtzeit über die App. Hinter dem „Facebook der Landwirtschaft“ steht das Gründungsteam, Lisa Rieder und Herbert Astl, welche mit Farmlifes mehr Digitalisierung in das Farmleben bringen wollen. 

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Mehr Transparenz bei Lebensmitteln

Etwa 3.600 User:innen und 600 landwirtschaftliche Betriebe aus Salzburg und Tirol, aber auch vereinzelt aus Bayern und Südtirol seien bereits auf Farmlifes registriert, so Herbert Astl. Dieser ist selber auf einem landwirtschaftlichen Betrieb großgeworden, genauso wie seine Gründungspartnerin. 2017 wurde Farmlifes gegründet, 2019 ging das soziale Netzwerk online. Aktuell arbeiten die beiden Gründer:innen nun an ihrem nächsten Produkt, dem „Farmcode“, einer digitalen Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel.

„Der Ruf nach Transparenz und digitaler Kennzeichnung ist extrem hoch“, so Astl, im Gespräch mit Tech & Nature. Mittels eines QR-Codes sollen Lebensmittelprodukte nun zukünftig gekennzeichnet werden und die Herkunft entsprechend sichtbar werden. „Wir wollen Konsument:innen und Landwirt:innen wieder miteinander vernetzen. Dabei soll es nicht nur ein  ’starres‘ System sein, sondern eine ‚lebendige Lebensmittelkennzeichung'“, so der Mitgründer. Indem die Verbraucher:innen zu den sozialen Profilen der Landwirt:innen weitergeleitet werden und dann auch direkt mit diesen in Kontakt treten können sollen, soll so mehr Transparenz geschaffen werden, als bei bereits etablierten Gütezeichen am Lebensmittelmarkt.

 

Der Farmcode ©Farmlifes
Der Farmcode ©Farmlifes

Farmlifes startet mit Pilotphase Mitte 2022

Trotzdem baut das Startup auf den bestehenden Strukturen auf. Laut Astl seien sie bereits im Gespräch Vertreter:innen von Gütesiegeln, wie dem Ama Gütesiegel, um die Angaben der Landwirt:innen auf Basis des bereits bestehenden Kontrollsystems überprüfen zu können.

Noch stehen sie mit der Digitalen Herkunftskennzeichnung aber ganz am Anfang. Für Mitte 2022 sei nun eine Pilotphase der Herkunftskennzeichung geplant, spätestens im zweiten Quartal 2023 soll der „Farmcode“ dann endgültig am Markt etabliert sein, so die Pläne des Startups. In der aktuellen Testphase arbeiten sie bisher mit einigen Direktvermarkungsbetrieben zusammen, in der Pilotphase sollen dann auch Molkereien, Metzgereien und der Handel hinzukommen.

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„Brauchen organisches virales Wachstum“

Die Nutzung der Plattform von Farmlifes ist bisher kostenlos. Zukünftig soll aber die Kennzeichnung der Produkte mit dem Farmcode für landwirtschaftliche Betriebe in ein Abo-Modell eingepflegt werden. Das Team besteht aktuell nur aus den beiden Gründer:innen, so Astl, er selber sei bereits Vollzeit beschäftigt. Das soziale Netzwerk sei in Zusammenarbeit mit einem Freelancer-Netzwerk entstanden. Finanziert wurde sich bisher über Eigen- und Fremdkapital, sowie Förderungen, so Astl. Zumindest konnten sie sich nun kürzlich ein wenig Aufmerksamkeit sichern. Ende 2021 holten sich die jungen Gründer:innen den “European Young Farmers Award”, in der Kategorie „Bestes Digitalprojekt“. 

Darauf wollen sie nun aufbauen. Ein weiteres Expandieren hat das Startup aber bisher noch nicht auf dem Schirm. „Wir brauchen jetzt erstmal in Österreich ein organisches virales Wachstum“, so Astl. Wenn das geschafft ist, wird weiter über die Grenzen hinaus geplant. Zunächst haben die beiden Farmlifes-Gründer:innen dabei erstmal den weiteren deutschsprachigen Raum im Blick, so der Mitgründer.

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