Forterra: Autonome Militärfahrzeuge kommen in Ukraine zum Einsatz
Forterra, ein US-Hersteller autonomer Fahrzeuge, gab laut TechCrunch bekannt, dass in den vergangenen neun Monaten mehr als 100 seiner selbstfahrenden Geländefahrzeuge in Konfliktgebieten in der Ukraine zum Einsatz kamen. Es handle sich dabei um den bislang größten Einsatz autonomer Bodenfahrzeuge im Kampfeinsatz durch ein US-amerikanisches DefenseTech-Unternehmen.
Forterra-Fahrzeuge brauchen reale Militäreinsätze
Scott Sanders, Chief Growth Officer bei Forterra, sagte gegenüber TechCrunch, dass es für jede Verteidigungstechnologie unerlässlich ist, in realen Kampfsituationen zum Einsatz zu kommen. Forterra erhält bei dem Projekt finanzielle Unterstützung durch das US-Militär.
Die Ukraine baut bereits eigene unbemannte Bodenfahrzeuge, um Nachschub und Munition zu transportieren oder verwundete Soldaten zu evakuieren. Diese sind jedoch in der Regel batteriebetrieben und können laut einem Soldaten der ukrainischen Armee, der mit den Fahrzeugen gearbeitet hat, nur bis zu 250 Kilogramm transportieren.
1.100 Einsätze für „Lancer“
Die „Lancer“-Fahrzeuge von Forterra, die auf Polaris-Geländefahrzeugen basieren und mit einem maßgeschneiderten Sensor- und Rechensystem ausgestattet sind, werden mit Benzin betrieben. Sie können 750 Kilogramm Fracht transportieren. Sie verfügen über eine Starlink-Satelliten-Internetantenne.
Seit ihrer Ankunft in der Ukraine im vergangenen Oktober haben die Fahrzeuge mehr als 4.000 Kilometer bei über 1.100 Einsätzen zurückgelegt. Dabei haben sie ein Gesamtgewicht von mehr als 350.000 Kilogramm transportiert und 52 Verwundeten-Evakuierungen durchgeführt. Einige sind im Kampf verloren gegangen, insbesondere wenn sie in tiefem Schlamm oder anderem Gelände stecken geblieben sind.
Fahrzeuge meistens noch ferngesteuert
Forterra hat nach eigenen Angaben durch den Einsatz nützliche Erkenntnisse gewonnen. Das Unternehmen, hat bis heute mehr als 500 Millionen Dollar an Risikokapital von Fonds wie XYZ Venture Capital und Moore Strategic Partners eingeworben.
Bislang werden die Fahrzeuge in Kampfgebieten von ukrainischen Soldaten hauptsächlich ferngesteuert. Das ist zum einen der Fall, weil sie zu wertvoll sind, um sie zu verlieren, zum anderen, weil autonome Fahrzeuge für die Realitäten des Krieges noch nicht ganz bereit sind.
Zwar können die Fahrzeuge beispielsweise autonom über unterschiedliches Gelände navigieren, doch sind sie noch nicht so weit, dass sie unerwartete feindliche Kräfte erkennen und angemessen reagieren können.
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Generative AI soll Technologie verbessern
Forterra, das vor 20 Jahren mit der Arbeit an autonomen Fahrzeugen begann, beschäftigt sich damit, wie sich die Algorithmen für autonome Fahrzeuge mit neuerer generativer KI-Software kombinieren lassen. Diese sollen es Maschinen ermöglichen, allgemein auf ihre Umgebung zu reagieren. Wie bei anderen autonomen Systemen ist eines der größten Hindernisse die Erfassung der richtigen Daten.
Konkurrenten in diesem Bereich lösen ähnliche Herausforderungen, wie beispielsweise Scout AI, das Anfang dieses Jahres 100 Millionen Dollar einsammelte, um Grundmodelle zu trainieren und eine Reihe autonomer Plattformen für das Militär zu entwickeln, zu denen auch autonome Bodenfahrzeuge gehören. Andere Startups wie Field AI und Overland AI testen solche Fahrzeuge gemeinsam mit dem US-Militär.
