Verhandlungen

Gorillas: Konkurrent Getir will Berliner Lieferdienst übernehmen

© Gorillas
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Noch im vergangenen Jahr war das erst 2020 gegründete Berliner Lieferdienst-Startup Gorillas im Fokus eines massiven Hypes. Angesichts der Corona-Pandemie lagen Lieferservices extrem im Trend, und Gorillas konnte mit seinem Versprechen, Lebensmittel in zehn Minuten liefern zu können, großen Anklang finden. Nach einer Reihe von Mega-Finanzierungsrunden wurde das Startup schnell zum Unicorn und erreichte 2021 sogar eine Bewertung über drei Milliarden Dollar. Doch der Lieferdienst-Boom ist im Jahr 2022 wieder vorbei und das deutsche Scale-up könnte vor der Übernahme durch den türkischen Konkurrenten Getir stehen.

Blitz-Lieferdienst Gorillas streicht 300 Jobs, stoppt Expansion

Konsolidierung auf dem Lieferdienst-Markt

Das türkische Lieferdienst-Unternehmen Getir befindet sich laut Handelsblatt in fortgeschrittenen Verhandlungen, Gorillas zu kaufen. Damit setzt sich eine von vielen Expert:innen erwartete Konsolidierung fort. Gorillas hatte schon vor dem krisenhaften Jahr 2021 immer wieder mit Skandalen zu kämpfen, vor allem was den Umgang mit den Lieferant:innen angeht. Nun setzen der ganzen Branche die erhöhten Lebensmittelpreise sowie gesteigerte Logistik- und Personalkosten zu. Deshalb musste Gorillas in diesem Jahr die Expansion stoppen und außerdem viele Mitarbeiter:innen entlassen.

Getir ist eines der größten Lieferdienst-Scale-ups in Europa und hat schon hohe Investments von Firmen wie Mubadala Investment und Sequoia Capital erhalten. Im März hat eine 768-Millionen-Dollar-Runde das Jungunternehmen sogar zum ersten europäischen „Decacorn“ in diesem Bereich gemacht. Sollte der Deal mit Gorillas wirklich erfolgen, würde Getir die Eigentümer teilweise in Getir-Aktien und zum Teil in bar bezahlen. Eine endgültige Entscheidung sei noch im Herbst zu erwarten. Der Kauf wäre dem Handelsblatt zufolge für Gorillas mit einer deutlichen Abwertung auf weniger als eine Milliarde Dollar verbunden.

Türkischer Lieferdienst Getir wird durch 768-Millionen-Dollar-Runde zum Decacorn

Getir will Position auf europäischem Markt stärken

Mit der Übernahme hätte Getir eine gute Chance, sich noch stärker auf dem europäischen Markt zu etablieren. Das Decacorn gibt es erst seit dem Jahr 2015 und es hat lange nicht in Westeuropa Fuß gefasst. Mittlerweile ist die Jungfirma jedoch schon in London, Amsterdam, Paris, Berlin und Hamburg aktiv. Getir bietet seinen Kund:innen einen Lieferservice für Lebensmittel sowie einen Kurierdienst für Essenslieferungen von Restaurants. Damit haben das türkische Scale-up und sein deutscher Konkurrent sehr ähnliche Geschäftsmodelle. Ob die beiden Lieferdienst-Firmen wirklich den Deal durchziehen, muss sich allerdings noch zeigen.

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