Maßnahmen

Keine Brunnen, kalte Duschen: Hannover zeigt, wie im Winter Energie gespart wird

Ihmeplatz in Hannover. © Frenjamin Benklin on Unsplash
Ihmeplatz in Hannover. © Frenjamin Benklin on Unsplash

Wer wissen will, wie der „russische“ Winter in mitteleuropäischen Städten ganz konkret aussehen wird, der kann nach Hannover blicken. Denn dort hat die Stadtregierung rund um Oberbürgermeister Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen) einen ganzen Maßnahmenkatalog präsentiert. Dieser soll es schaffen, den Energieverbrauch um 15 Prozent zu senken.

„Die Lage ist unberechenbar, wie es gerade die letzten Tage gezeigt haben. Die Landeshauptstadt versucht dennoch, sich so gut es geht vorzubereiten. Wir sehen uns hier in der Verantwortung und müssen vorangehen. Jede gesparte Kilowattstunde schont die Gasspeicher“, so Onay. Gespart wird an allen Ecken und Enden. Oberste Priorität hätte aber die „Aufrechterhaltung des Schul- und Kitabetriebs“.

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Der Maßnahmenkatalog im Detail

Hannover ist die Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen, hat etwa 536.000 Einwohner:innen, und Konzerne wie Continental und Volkswagen Nutzfahrzeuge haben dort ihre Hauptsitze. Geplant ist nun folgendes:

  • Die Heizperiode in städtischen Gebäuden läuft vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2023 davor und danach wird überhaupt nicht mehr geheizt
  • wenn geheizt wird, dann auch maximal 20 Grad
    • Ausnahme Schulen: Heizungen in den Ferien runterregeln.
    • Ausnahme Kindertagesstätten: keine Heizperiode, aber Begrenzung der Raumtemperatur auf 20 Grad.
  • Begrenzung der Temperaturen im Bereich der Verkehrsflächen, Technik- und Lagerräume auf 10 bis 15 Grad – abhängig von technischer Ausstattung
  • Abschalten der Warmwasserbereitung für Handwaschbecken
  • Abschalten repräsentativer Außenbeleuchtung öffentlicher Gebäude – zum Beispiel Neues Rathaus, Museen, Sehenswürdigkeiten
  • Beschleunigte Umrüstung der Innen- und Außenbeleuchtung auf LED.
  • Ersetzen von Dauerbeleuchtung durch Bewegungsmelder in WC-Anlagen, Fahrradkellern, Verkehrsflächen und Fluren.
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden über:
    • Heiz- und Lüftungsverhalten, Beleuchtungsnutzung
    • Türen schließen, um Wärmeverluste zu verringern
    • abschaltbare Steckdosen nutzen
    • keine Geräte im Stand-by-Modus belassen
    • Zahl der Kühlschränke verringern
  • Kritische Betrachtung der Anzahl elektrischer Geräte an den Arbeitsplätzen. (Beispiel: Wo es organisatorisch möglich ist, sollen Drucker abgebaut werden.)
  • Verzicht auf mobile Klimageräte, Heizlüfter und Radiatoren
  • Betriebsschließungen – soweit möglich – zwischen Weihnachten und Neujahr
  • Bäder
    • keine Beheizung mehr mit Gas
    • kein warmes Wasser mehr beim Duschen in Schwimmbädern und Freibädern
  • Sport- und Turnhallen
    • Begrenzung der Raumtemperaturen auf 15 Grad
    • Sport- und Turnhallen: kein warmes Wasser mehr beim Duschen
  • Museen und Gärten: Reduzierung der Raumtemperaturen auf das erforderliche Minimum – mit Blick auf zu schützende Kulturgüter und Pflanzen
  • Abschaltung öffentlicher Brunnen

 

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