Analyse

Im AI-Goldrausch gewinnen zuerst die, die die Schaufeln verkaufen

Mann mit Schaufel. © Daniel Lincoln auf Unsplash
Mann mit Schaufel. © Daniel Lincoln auf Unsplash
Startup Interviewer: Gib uns dein erstes AI Interview Startup Interviewer: Gib uns dein erstes AI Interview

Das Jahr 2023 wird aller Voraussicht nach als das Jahr der Künstlichen Intelligenz in die Geschichtsbücher eingehen, so viel steht fest. Nach dem ChatGPT-Einschlag Ende 2022 in der Tech-Branche trimmen sich der Reihe nach sämtliche Big-Tech-Unternehmen als auch zahlreiche Startups auf AI. Auch an den Börsen wollen viele von der Aufbruchsstimmung profitieren – und investieren gerne in Aktien und ETFs, wo AI draufsteht. Mittlerweile spricht man wie berichtet sogar von einer AI-Baby-Blase, die sich gebildet hat.

Während das aktuell führende AI-Startup OpenAI noch privat ist (und zwischen 27 und 29 Mrd. Dollar wert sein soll), gibt es an den Börsen einen Goldrausch rund um KI. Seit Jahresbeginn – also ungefähr da, wo der ChatGPT-Hype voll anzog – haben zahlreiche Aktien und ETFs zum Thema Artificial Intelligence ordentlich zugelegt. Die Charts zeigen, dass etwa folgende ETFs stark gewachsen sind, mit fast bis zu 50 Prozent Wachstum seit Jahresbeginn:

  • Global X Robotics & Artificial Intelligence ETF (BOTZ)
  • iShares Robotics and Artificial Intelligence ETF (IRBO)
  • First Trust Nasdaq Artificial Intelligence ETF (ROBT)
  • Artificial Intelligence & Technology ETF (AIQ)
  • Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF

Tech-Aktien: Die Glorreichen 7 und eine AI-Baby-Blase

Was steckt wirklich in AI-ETFs?

Doch was steckt in diesen ETFs, auf denen groß „Artificial Intelligence“ drauf steht, wirklich drinnen? Sehr oft finden sich die großen Namen aus der Tech-Industrie wie die Chip-Hersteller Nvidia, Lattuce, Broadcom, Samsung oder Microchip Technology, der Automatisierungskonzern ABB, Autozulieferer wie Gentex, und natürlich die Big-Tech-Unternehmen Meta, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Salesforce. Sie alle haben sich bereits Artificial Intelligence auf die Fahnen geschrieben.

Doch machen sie auch direkte Umsätze mit Künstlicher Intelligenz? Eher nein. Nvidia verkauft die für AI wichtigen GPUs, Big Tech die Software und Cloud für AI-Anwendungen, und viele andere börsennotierte Unternehmen fetten ihre Produkte und Services um AI-Komponenten auf. Die Tech-Riesen Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta haben in ihren letzten Quartalsberichten insgesamt mehr als 200 Mal das Zauberwort AI fallen lassen, um das Interesse der Investor:innen zu wecken.

Direkte AI-Erlöse müssen sich erst zeigen

Im Kern ist aber kaum ein Unternehmen pure AI – die Startups, die ausschließlich AI entwickeln, sind noch lange nicht an der Börse oder dockten bereits an die Cloud-Anbieter Microsoft, Google und Amazon an. Deswegen warnt etwa der Kommentator Cody Willard auf MarketWatch davor, dass Nvidia und andere Tech-Unternehmen an den Börsen bereits überbewertet sein könnten. „Es [der AI-Bereich] ist im Moment sehr voll, und die meisten Unternehmen, die ihre KI-Konzepte anpreisen, werden sich nicht durchsetzen können“, meint Willard. „Alphabet, Microsoft Tesla, Meta Platforms, Apple und Nvidia sind die besten KI-Titel, aber ein Großteil des KI-bezogenen Aufwärtspotenzials ist bereits in ihre aktuellen Bewertungen eingeflossen.“ Weiters warnt er vor den Aktien von Unternehmen wie C3.AI, Sprout Social, SoundHound AI oder Spriklr, die sich groß „AI“ auf die Fahnen (und sogar Börsenticker) schreiben.

Tatsächlich ist es eher so, dass Unternehmen erst noch beweisen müssen, dass sie mit AI-Anwendungen wirklich große Umsätze erzielen können. Bestes Beispiel ist Microsoft, der Großinvestor in das heute führende AI-Startup OpenAI. Erst kürzlich startete Microsoft damit, für in Office-Software integrierte AI-Funktionen Geld von Nutzer:innen zu verlangen – und da muss sich noch zeigen, ob diese gewillt sind, etwa 30 Dollar zusätzlich pro Monat für den „Microsoft 365 Copilot“ zu bezahlen. „Die Erlöse aus dem KI-Wachstum werden schrittweise erfolgen“, sagte etwa Microsofts Finanzchefin Samy Hood kürzlich zu Analyst:innen. Was derweil weiter bestens für die Tech-Unternehmen funktioniert: Chips, Cloud und Software, die man braucht, um AI umzusetzen.

Führender AI-Gründer sieht AI als „größte Blase aller Zeiten“

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