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Meta launcht KI-Modell Muse Spark 1.1 mit aggressiver Preisstrategie

Muse Spark 1.1 by Meta. © Meta Platforms
Muse Spark 1.1 by Meta. © Meta Platforms

Meta hat am Donnerstag sein großes Sprachmodell Muse Spark aktualisiert und macht es erstmals auch externen Entwicklern zugänglich. Das neue Muse Spark 1.1 steht ab sofort als öffentliche API-Vorschau für US-Entwickler über die neue Meta Model API bereit. Es ist das erste Mal, dass Meta Unternehmen für den Zugang zu seinen Modellen Geld berechnet – und damit eine neue Einnahmequelle erschließt.

Was neu ist

Muse Spark 1.1 sei laut Meta ein „Step-Change“ gegenüber der ersten Generation, die im April erschienen war. Verbesserungen betreffen vor allem das Programmieren – etwa das Erkennen und Beheben komplexer Bugs – sowie längere und mehrstufige Aufgaben. Meta nennt zudem bessere Unterstützung für durchgängige agentische Workflows über mehrere Apps hinweg, einschließlich Multi-Agenten-Systemen, sowie native multimodale Verarbeitung von Bildern, Videos und Dokumenten.

Das Modell treibt bereits zahlreiche Funktionen über Facebook, Instagram, WhatsApp und die Meta-AI-App an. Version 1.1 ist ab sofort im „Thinking“-Modus in der Meta-AI-App und auf der Website verfügbar. Für jedes neue Konto der Meta Model API legt Meta Startguthaben in Höhe von 20 US-Dollar bei.

Alexandr Wang, der zum Neustart der KI-Sparte zu Meta geholt wurde und unter dem Muse Spark entstand, bezeichnete die Fortschritte bei Coding und agentischen Aufgaben als Schwerpunkt dieser Version: „Das waren für uns prioritäre Bereiche.“

Extrem stark ist Muse Spark 1.1 allerdings nicht, sondern boxt eher auf der Höhe der älteren KI-Modelle von Anthropic (Opus 4.8), Google (Gemini 3.1 Pro) oder OpenAI (GPT-5.5) und somit nicht auf dem Level der Top-Modelle Fable 5 und GPT-5.6, für die es bereits Einschränkungen gibt.

Der Preiskampf mit OpenAI und Co.

Im Zentrum der Ankündigung steht die Preisstrategie. Mark Zuckerberg kündigte in einem Interview vor der Veröffentlichung ein „aggressives“ Pricing an – Meta wolle in einem überfüllten Markt für KI-Werkzeuge über den Preis gewinnen. Das Unternehmen berechnet 1,25 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 4,25 US-Dollar pro Million Output-Tokens.

Damit positioniert sich Muse Spark 1.1 unter mehreren Konkurrenzangeboten: Es ist günstiger als das neue Grok 4.5 von SpaceXAI und liegt auch unter Anthropics Opus-Modell. Meta selbst spricht von einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einer der günstigsten Optionen am Markt. Der Vorstoß fällt in eine besonders dichte Phase von Modell-Updates. Allein in dieser Woche stellten auch OpenAI und SpaceXAI schnellere Modelle vor.

Einordnung

Mit dem Schritt versucht Meta, den Abstand zu den KI-Vorreitern OpenAI, Google und Anthropic zu verringern – nach hochkarätigen Neuzugängen und einer Umstrukturierung des Konzerns im Vorjahr. Erst zu Wochenbeginn hatte Meta mit Muse Image ein Modell zur Bildgenerierung vorgestellt, das neue Bearbeitungsfunktionen in Instagram antreibt und wegen der Einbindung von Inhalten anderer Nutzer umstritten ist.

Muse Spark 1.1 ist ausdrücklich nicht der große Sprung, den Meta anstrebt. Ein deutlich leistungsfähigeres Modell mit dem Codenamen „Watermelon“ befindet sich noch im Training, nutzt erheblich mehr Rechenleistung und soll später im Jahr erscheinen.

Längerfristig verfolgt Wang die Vision einer stärker agentischen Meta AI, die Aufgaben wie die Planung einer Party oder eines Urlaubs übernehmen und eigenständiger handeln kann. Metas Stärke sieht er in seinen Milliarden Nutzern und dem Wissen über sie: „Das ist wirklich der Teil, den niemand sonst nachbilden kann.“

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