Gerichtsfall

Midjourney will Hollywood-Studios zur Offenlegung ihrer AI-Nutzung zwingen

Disney: Rechtsstreit mit Midjourney © kaleb tapp on Unsplash
Disney: Rechtsstreit mit Midjourney © kaleb tapp on Unsplash

Im laufenden Rechtsstreit mit drei Hollywood-Studios versucht das AI-Startup Midjourney laut TechCrunch nun, die Konzerne zur Offenlegung ihrer eigenen AI-Nutzung zu zwingen. Disney und Universal haben Midjourney vergangenes Jahr wegen angeblicher Copyright-Verletzung verklagt. Die Modelle des Startups können Bilder von geschützten Charakteren wie Bart Simpson oder Darth Vader generieren.

Midjourney beruft sich auf „Fair Use“-Doktrin

Wenige Monate später reichte auch Warner Bros. Klage ein. Midjourney argumentiert, dass das Training seiner AI-Models auf urheberrechtlich geschützten Bildern unter „Fair Use“ fällt. Dabei handelt es sich um eine Rechtsdoktrin in den USA, die die Verwendung von geschütztem Material zugesteht, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dienen.

Der aktuelle Disput dreht sich um die Dokumentation, die die Studios im Discovery-Prozess vorlegen müssen. Ein Richter hat bereits entschieden, dass die Studios Informationen über ihre generative AI-Nutzung offenlegen müssen. Das gilt allerdings nur bei „consumer-facing“ Videos und Bildern.

Studios nutzen selbst AI

In seinem jüngsten Filing fordert Midjourney, diese Einschränkung aufzuheben. Das Startup argumentiert, die Limitation erlaube den Studios „unfairerweise nur jene Dokumente herauszupicken, von denen sie glauben, dass sie ihre Marktschadensansprüche unterstützen, während Midjourney Dokumente vorenthalten werden, die seine Verteidigung stützen würden.“

Midjourney behauptet weiter, die „Dokumente, die [die Studios] zurückhalten, sind genau jene, die offenlegen würden, ob sie hinter verschlossenen Türen genau das tun, wofür sie Midjourney verklagen.“ Falls die Studios etwa bildgenerierende AI-Models für den internen Gebrauch beim Storyboarding oder der Ideenfindung für Film- oder TV-Inhalte einsetzen, würde dies ebenso beweisen, dass es eine Branchenpraxis ist, selbst unter den Studios, AI auf unlizenzierte urheberrechtlich geschützte Inhalte zu trainieren.

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Startups will Offenlegung von Prompts

Das Startup fordert zudem, dass die Studios alle Prompts offenlegen, die sie in Midjourney verwendet haben, samt den resultierenden Outputs, also nicht nur jene, die angeblich verletzende Bilder produziert haben.

David Singer, leitender Anwalt der Studios, behauptet, diese würden „nicht darauf abzielen, AI-Technologie zu stoppen oder Midjourneys Geschäft zu schließen.“ Vielmehr ginge es darum, dass Midjourney aufhören soll, ihre Filme und TV-Shows zu kopieren und abgeleitete Werke verbreiten.

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