Finanzierungsrunde

Münchner Startup alqem sammelt 8 Millionen Euro für seltenerdenfreie Magnete

© alqem
© alqem

Das Münchner DeepTech alqem hat laut EU-Startups in einer Pre-Seed-Runde 8 Millionen Euro eingesammelt. Die Finanzierung haben UVC Partners und Union Square Ventures co-geleitet. alqem entwickelt eine AI-gestützte Discovery-Engine, mit der das Startup neue Materialien systematisch entdecken und kommerzialisieren will. Den Anfang machen seltenerdenfreien Magnete.

Materialwissenschaft-Startups bei Investoren begehrt

CEO Hanh Nguyen erklärt: „Zum ersten Mal haben wir eine Karte des Materialuniversums. Nicht nur ein paar bekannte Verbindungen, sondern Hunderte Millionen von Möglichkeiten, die wir jetzt systematisch erforschen und in die Welt bringen können. Materialien, die Elektrofahrzeuge energieeffizienter machen, Windturbinen leistungsfähiger und kritische Lieferketten unabhängig von der Kontrolle einzelner Länder.“

Die Finanzierung reiht sich in eine Serie vergleichbarer Deals ein. Das Londoner Startup Polaron hat 6,7 Millionen Euro für AI-gestützte Materialwissenschaft aufgenommen. Alice & Bob aus Paris und Boston erhielt 3,4 Millionen Euro von ARPA-E für die Entdeckung seltenerdenfreier Magnete mittels Quantencomputing. In Deutschland sammelte WeSort.AI aus Würzburg 10 Millionen Euro für AI-basierte Rückgewinnung kritischer Rohstoffe. Insgesamt flossen 2026 rund 123 Millionen Euro in direkt und angrenzend mit Materialien verbundene Unternehmen.

„Einzigartige wissenschaftliche Grundlage“

alqem wurde 2026 von drei Gründer:innen ins Leben gerufen: Hanh Nguyen, Tiago Cerqueira und Milan Allan. Amanda Birkenholz, Principal bei UVC Partners, sagt: „alqem ist ein Startup mit Wissenschaft auf Weltklasse-Niveau, übersetzt in ein Unternehmen, das eine der strategisch wichtigsten industriellen Herausforderungen Europas angeht. Fortschrittliche Materialien stehen im Zentrum der Technologien, die die nächsten Jahrzehnte definieren werden, von sauberer Energie über Mobilität bis hin zu Verteidigung. alqem hat die einzigartige wissenschaftliche Grundlage mit dem unternehmerischen Antrieb, um einen Kategorie-Leader in diesem Bereich aufzubauen.“

Das Startup arbeitet derzeit an seltenerdenfreien Magneten. Sie sollen in Elektrofahrzeugen, Windturbinen, Robotik und Verteidigungssystemen zum Einsatz kommen. Rund 90 Prozent der fortschrittlichen Permanentmagnete entstehen in China. Jüngste Exportbeschränkungen haben die Materialversorgung zum geopolitischen Brennpunkt gemacht.

Epitome Therapeutics: Wiener BioTech erhält zum Firmenstart vier Mio. Euro

alqem hat viele Möglichkeiten bei Synthetisierung

„Wir beginnen dort, wo der Bedarf am größten ist: seltenerdenfreie Magnete, ein Material, das die Welt dringend braucht und seit Jahrzehnten nicht ersetzen konnte. Aber die Engine, die wir bauen, ist nicht auf eine Materialklasse beschränkt“, erklärt Nguyen. Nur einen kleinen Bruchteil der theoretisch möglichen kristallinen Verbindungen hat man bisher synthetisiert. Hunderte Millionen Möglichkeiten bleiben unentdeckt.

Die Discovery-Engine von alqem basiert auf drei technischen Säulen:

  • al-mine: Eine proprietäre Datenbank vorhergesagter stabiler kristalliner Verbindungen, die bewusst auf Seltenerd-, toxische und kostspielige Elemente verzichtet.
  • al-oracle: Hochwertige, domänenspezifische Trainingsdatensätze für Materialeigenschaften, die das Team über Jahre zusammengetragen hat. Beide bauen auf Alexandria auf, der offenen Materialdatenbank, die Mitgründer Tiago Cerqueira und der wissenschaftliche Berater Miguel Marques entwickelt haben.
  • Hauseigene Synthese- und Charakterisierungsfähigkeit: Diese ist verankert durch Mitgründer Milan Allan an der LMU München. Die Engine hat bereits eine Pipeline von Magnet-Kandidaten produziert, deren vorhergesagte Performance gegen experimentelle Daten validiert wurde.

Albert Wenger, Partner bei Union Square Ventures, fasst zusammen: „Das alqem.ai-Team nutzt seine Erfahrung beim Aufbau eines der größten offenen Datensätze, um jetzt innovative Materialien zu erforschen, beginnend mit Magneten. Wir sind begeistert von ihrem Ansatz!“

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!
#glaubandich CHALLENGE Hochformat.

#glaubandich CHALLENGE 2026

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen