Neobank

N26: Verlust weitete sich 2021 auf 172,4 Millionen Euro aus

Max Tayenthal und Valentin Stalf von N26. © N26
Max Tayenthal und Valentin Stalf von N26. © N26

Die Jahreszahlen für 2021 der Berliner Neobank N26 sind da – und geben einen Einblick in einen jungen Finanzsektor, der ebenso wie viele andere von makroökonomischen Entwicklungen geprägt ist. So hat N26 seine Umsätze im Vorjahr um 50 Prozent vergrößern können und machte Bruttoerträge von 182,4 Millionen Euro. Jedoch stehen diese einer Steigerung auch beim Verlust gegenüber – sie beliefen sich 172,4 Millionen Euro – das sind nochmal 14 Prozent mehr als im Jahr 2020. Dazu sei aber auch gesagt: N26 hat in mehreren Finanzierungsrunden sehr viel Geld aufgenommen – dieses ist dazu gedacht, investiert zu werden, und deckt diese Verluste.

„2021 haben wir unsere führende Position unter den europäischen Digitalbanken gefestigt. Wir haben weiter in unser Produkt und unser Team sowie in die Skalierbarkeit unserer Plattform investiert. Unsere Kund:innen önen unsere App im Durchschnitt dreimal pro Woche. Das macht uns zur mobilen Bank mit den aktivsten Kund:innen in Europa und spiegelt sich auch in einer deutlichen Steigerung des Transaktionsvolumens um ca. 60% auf über 80 Mrd. EUR wieder“, so Mitgründer und CEO Valentin Stalf in einer Aussendung.

N26 hat wie berichtet Ende 2021 eine große Finanzierungsrunde (Series E) in Höhe von 700 Mio. Euro und einer Bewertung von mehr als 7,7 Mrd. durchgeführt. Auch wenn die Zeichen auf Wachstum standen, wurde doch das US-Geschäft eingestellt, um sich auf die europäischen Kernmärkte insbesondere Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich zu fokussieren. Besonders hervorgehoben werden Zins- und Provisionsüberschuss: Hier die veröffentlichten Zahlen:

2020 in Mio. € 2021 in Mio. € Veränderung
Bruttoerträge 121,3 182,4 50,30%
Zins- und Provisionsüberschuss 72,1 120,3 66,90%
Zinsüberschuss 14,8 29,7 100,70%
Provisionsüberschuss 57,3 90,6 58,10%
Verwaltungsaufwand -206,3 -269,8 30,80%
Personalaufwendungen -92,2 -102,1 10,70%
Marketing und andere Verwaltungsaufwendungen -114,1 -167,7 47,00%
Abschreibung auf Sachanlagen -5,6 -5 -10,70%
Andere Betriebsgewinne/-verluste -2 -1,8 -10,00%
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge -141,8 -156,3 10,20%
Risikovorsorge -8,9 -16,1 80,90%
Betriebsgewinne/-verluste nach Risikovorsorge -150,7 -172,4 14,40%
Betriebsgewinne/-verluste aus dem zentralen EU-Geschäft -110 -144,2 31,10%
Betriebsgewinne/-verluste aus nicht-EU-Geschäft -40,7 -28,2 -30,70%
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag -150,7 -172,4 14,40%

Nur 3,7 Millionen „ertragsrelevante“ Kund:innen

Was ebenfalls spannend ist: Nicht einmal jede:r zweite Nutzer:in der Neobank ist umsatzrelevant. Immer wieder wird kommuniziert, das N26 mehr als 8 Millionen Kund:innen hätte. Doch wirklich nutzen dürften die teilweise kostenlosen Bankkonten weniger als die Hälfte. Ende 2021 waren es dem Berliner Unternehmen zufolge 3,7 Millionen „ertragsrelevante“ Kund:innen. Das sind also jene, die Premium-Konten bezahlen oder durch intensive Nutzung generell für Umsätze sorgen – etwa, indem sie zusätzliche Features wie Versicherungen verwenden. „Die Einführung von zwei neuen Premium-Konten Ende 2020 trug maßgeblich zur Zunahme an Premium-Abonnent:innen um mehr als 60% im Laufe des Jahres 2021 bei“, heißt es seitens der Bank. Auch stieg das Transaktionsvolumen der Nutzer:innen 2021 auf 80 Mrd. Euro (2020: 50,3 Mrd. Euro; +59%).

Interessant ist der Vergleich zu Bitpanda. Da wurden kürzlich die Zahlen für 2021 bekannt, die jene von N26 deutlich in den Schatten stellen. Im Krypto-Hype-Jahr 2021 machte Bitpanda 477,9 Millionen Euro Umsatz, bei einem Betriebsergebnis von 51,7 Millionen Euro (37,5 Mio. Euro nach Steuern). Nun wird spannend, ob N26 mit Hilfe der White-Label-Lösung von Bitpanda ein eigenes Trading-Angebot für Krypto-Assets, Aktien und ETFs einführen wird – Gerüchte zu einer solchen Kooperation gibt es schon länger.

Bericht: N26 wollte Bitpanda kaufen

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