Lebensmittel

OneThird: Startup-Scanner kann Haltbarkeit von Erdbeeren und Co. vorhersagen

Erdbeer-Scanner bei OneThird. © OneThird
Erdbeer-Scanner bei OneThird. © OneThird

Schon mal Himbeeren in der Früh gekauft, und am Abend waren sie voller Schimmel? Das ist nur der Gipfel eines riesigen Eisbergs an Lebensmittelverschwendung, der Kosten in Höhe von einer Billion Dollar pro Jahr verursacht. Denn bis zu einem Drittel der jährlich auf den Markt gebrachten Lebensmittel wird weggeworfen, 40 Prozent davon sind Obst und Gemüse. Grund dafür ist natürlich, dass Obst und Gemüse innerhalb weniger Tage verderben können, trotzdem werden sie oft über große Entfernungen transportiert. Das resultiert dann darin, dass sie im Geschäft gerade noch durchgehen, und dann zu Hause bei Endkonsument:innen sehr schnell schlecht werden.

Das niederländische Startup OneThird will ein Mittel dagegen gefunden haben. Mit einer Nahinfrarot-Scantechnologie soll es Produzent:innen, Großhändler:innen, Einzelhändler:innen und Verbraucher:innen ermöglicht werden, die Haltbarkeit von Obst und Gemüse vorherzusagen. Aktuell funktioniert das für Tomaten, Erdbeeren, Blaubeeren und Avocados mit einer Vorhersage-Genauigkeit von einem Tag. Zum Einsatz kommen soll die Scan-Technologie zum einen bei den Erzeuger:innen von Lebensmitteln, die so genauer bestimmen können, wie lange die Ware noch hält und wohin sie noch geliefert werden kann. Zum anderen könnten Kund:innen in Geschäften die Geräte verwenden, um die Ware vor Ort selbst zu überprüfen, bevor man sie kauft.

Tag gegen Lebensmittelverschwendung: Was Startups & ihre User tun

25 Prozent des Abfalls vermeiden

Ob sich das durchsetzen kann, ist noch offen. Jedenfalls pumpen nun Investor:innen frische 2,75 Mio. Euro in das Startup aus Enschede. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom in den Niederlanden ansässigen Impact-Investor Pymwymic („Put Your Money Where Your Meaning Is Community“) geleitet, mit Beteiligung der bestehenden Investoren Halma Ventures Limited, SHIFT Invest und Oost NL. Geplant ist mit dem Geld unter anderem, die Technologie bis Ende 2023 auf insgesamt zehn Obst- und Gemüsesorten auszuweiten, darunter Trauben, Bananen, Mangos und Himbeeren. Würde man die Lebensmittel regelmäßig scannen, dann könnte man durchschnittlich 25 Prozent des Abfalls zu vermeiden.

Ein Resultat des Einsatzes der Technologie könnte im Handel sein, dass Mindesthaltbarkeitsangaben exakter werden oder das Routing zu näheren Zielorten, damit Waren frisch ankommen, zu optimieren. Außerdem könnte man früher feststellen, dass Himbeeren, Blaubeeren und Co bald verderben und sie dann noch rechtzeitig zu Smoothies, Tiefkühlprodukten oder Suppen weiter verarbeiten. „Ein Drittel der jährlich weltweit produzierten Lebensmittel wird verschwendet. Das ist eine astronomische Menge, wenn man bedenkt, wie viele Menschen weltweit hungrig zu Bett gehen müssen. Die weltweite Lebensmittelverschwendung ist nicht nur ineffizient, sondern auch ein großes Problem der sozialen Gerechtigkeit, das sich über mehrere Stationen in der Lieferkette erstreckt – von der landwirtschaftlichen Produktion bis hin zur Mülldeponie“, so Marco Snikkers, CEO und Gründer von OneThird.

Lösungen wie jene von OneThird sind auch für große Handelsketten interessant. Dem Thema offen gegenüber sind sie jedenfalls. Spar etwa hat mit der eigenen IT-Abteilung, Microsoft und weiteren Partnern eine Lösung entwickelt, um mit Hilfe von Daten und KI gezielte Bestellvorschläge und -prognosen zu ermöglichen. So soll die Lieferkette entsprechend effizient werden.

Spar will Lebensmittelverschwendung mit KI bekämpfen

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