Country Overshoot Day

Österreich hat seine Ressourcen für 2022 bereits verbraucht

Die "Welterschöpfungstage" der einzelnen Staaten. © Earth Overshoot Day
Die "Welterschöpfungstage" der einzelnen Staaten. © Earth Overshoot Day

Der Welterschöpfungstag – auch Erdüberlastungstag oder Earth Overshoot Day – ist jener Tag, an dem die menschliche Nachfrage an Ressourcen die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen übersteigt. Im letzten Jahr fiel der Tag auf den 29. Juli, die Weltbevölkerung verbrauchte im letzten Jahr umgerechnet die Ressourcen von 1,7 Erden. Einzelne Länder verbrauchen jedoch unterschiedlich viele Ressourcen: Österreichs eigener Erdüberlastungstag ist etwa deutlich früher. 2022 fällt er auf den 6. April.

Verbrauch von 1,7 Erden: Heute sind die Ressourcen der Erde für 2021 aufgebraucht

Welterschöpfungstag 2022 für Österreich früher als letztes Jahr

Das ist ein Tag früher als noch im letzten Jahr und zwei Tage früher als noch im vorletzten Jahr. Im D-A-CH-Raum liegt Österreich damit sogar an letzter Stelle, Deutschland und die Schweiz begehen ihren persönlichen Welterschöpfungstag 2022 am 4. und 13. Mai, wie die Organisation „Earth Overshoot Day“ berechnete. Auch international betrachtet liegt Österreich relativ weit vorne.

Die "Welterschöpfungstage" der einzelnen Staaten im Jahr 2022. © Earth Overshoot Day
Die „Welterschöpfungstage“ der einzelnen Staaten im Jahr 2022. © Earth Overshoot Day

Dabei rechnet die Organisation jedoch mit statistischen Daten, die vor der Coronapandemie erhoben wurden. „Es ist zu schwierig, die Auswirkungen der Coronapandemie auf den Welterschöpfungstag mit einem angemessenen Maß an Vertrauen zu sagen. Die Ereignisse entwickeln sich immer noch ziemlich unvorhersehbar und Daten über diese signifikanten Veränderungen werden noch gesammelt“, heißt es auf der Website. Fakt ist jedoch, dass Österreich bereits seit Jahrzehnten mehr Ressourcen verbraucht, als vorhanden sind.

Würden alle so leben wie Österreicher:innen, bräuchte es fast vier Erden. © Footprintnetwork
Würden alle so leben wie Österreicher:innen, bräuchte es fast vier Erden. © Footprintnetwork

Dabei haben nicht alle Länder einen Erschöpfungstag. So errechnet die Organisation den lokalen Welterschöpfungstag mithilfe des National Footprint and Biocapacity Accounts. Dieser enthält die globalen Footprint- und Biokapazitätsdaten von 1961 bis zum bisherigen letzten Datenjahr 2018. So wird der ökologische Fußabdruck pro Person eines Landes zu der globalen Biokapazität in Kontext gesetzt. Sollte der ökologische Fußabdruck pro Person eines Landes geringer sein als die globale Biokapazität, verbraucht das Land nicht zu viele Ressourcen innerhalb eines Jahres.

Besonders Bewohner:innen einiger afrikanischer Länder haben so einen kleinen ökologischen Fußabdruck, dass sie nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als innerhalb eines Jahres wieder reproduziert werden können. Aber auch bei bevölkerungsreichen Staaten wie Indien, Bangladesch, Nigeria oder Äthiopien liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bisher unter den maximal zu verbrauchenden Werten.

Wie kann man den Earth Overshoot Day hinauszögern?

Wie kann man seinen Verbrauch also verringern? Wer auf Auto und Flugzeug so gut es geht verzichtet und stattdessen auf öffentliche Verkehrsmittel setzt oder mit dem Rad fährt, verringert auch den persönlichen ökologischen Fußabdruck. Zudem sollte man nur eine so große Wohnung haben, wie man auch wirklich benötigt. Bei Lebensmittel sollte man ebenso darauf achten, möglichst wenig Essen wegzuwerfen und alles zu verwerten. Es hilft auch, den Fleischkonsum einzuschränken und verstärkt lokale oder regionale Produkte zu kaufen. Es muss auch nicht immer das neueste Gerät oder T-Shirt sein: Wer Geräte repariert und die Kleidung gebraucht kauft, spart wertvolle Ressourcen ein.

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