Brandbrief

Startups in Deutschland fühlen sich in der Krise im Stich gelassen

Graffiti in Köln. © Bekky Bekks on Unsplash
Graffiti in Köln. © Bekky Bekks on Unsplash

Es sind alarmierende Zahlen, die der Berliner VC Morphais kürzlich veröffentlicht hat: Von Juli bis September wurden knapp 30 Prozent weniger technologiefokussierte Neugründungen im deutschen Handelsregister verzeichnet – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Zahle der startup-Gründungen in der Bundesrepublik drastisch sinkt. In Zeiten der Krise und des Kriegs mit wenig Chance auf Risikokapital und hohen Kredit- und Energiekosten erscheint es offenbar immer weniger Menschen erstrebenswert, mit einer eigenen Tech-Firma selbstständig zu werden.

Kurz auf diese Zahlen folgt nun ein Brandbrief von prominenten Startup-, Scale-up- und Unicorn-Gründer:innen an die deutsche Regierung. In dem Schreiben werden Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) für die aktuelle Krisenpolitik der Ampelkoalition kritisiert.

„Als deutsche Gründerinnen und Gründer sind wir besorgt und fordern Sie als Bundesregierung auf, bei der Krisenbewältigung nicht nur etablierte Industrien in Deutschland zu schützen, sondern auch konsequent Politik für die Wirtschaft und das Wachstum der Zukunft zu machen“, steht in dem offenen Brief, der unter anderem von Personio-Gründer Hanno Renner, VC-Investorin Judith Dada von La Famiglia, Delivery-Hero-Gründer Niklas Östberg, Flixbus-Gründer Jochen Engert und Outfittery-Gründerin Julia Bösch unterzeichnet wurde.

Deutsche Startup-Strategie kriegt 10 Mrd. Euro, aber auch Kritik ab

Die üblichen alten Forderungen

Die Innovations-getriebenen Firmen sehen sich in der aktuellen Krise im Vergleich zur Industrie, die mit Abermilliarden an Euro im Energiekrieg mit Russland gestützt wird (Bsp. Uniper), nicht berücksichtigt. Die Forderungen, um besser voran zu kommen, sind alt bekannt: einfachere Visaverfahren für Fachkräfte aus dem Ausland, bessere Mitarbeiter:innenbeteiligung, einfacherer Zugang zu Risikokapital und dem Kapitalmarkt generell, und so weiter und so fort.

Die meisten dieser Punkte stehen auch allesamt in der Startup-Strategie der beiden adressierten Minister – sogar von einem Zukunftsfonds, der von Deutschland via Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 10 Milliarden Euro öffentlichen Mittel in einem Investitionszeitraum bis 2030 ausgestattet wird, ist darin die Rede. Doch den Worten sind bisher noch keine Taten gefolgt – Habeck und Lindner waren (verständlicherweise) mit den Folgen des Ukrainekriegs und der Energiekrise beschäftigt und befassten sich mit Themen wie Atomkraft, Fracking, LNG und Co. Nun bleibt abzuwarten, wie sie reagieren.

Auch in Österreich wird mittlerweile diskutiert, ob es etwa eine Neuauflage des COVID-Startup-Hilfsfonds braucht, um Jungfirmen durch die neuerliche Krisensituation mit erschwerten Finanzierungsbedingungen zu helfen. Eine einheitliche Meinung gibt es dazu in der Branche aber noch nicht.

Multikrisen, Fundraising-Lage & Web3 – mit WKO-Präsident Harald Mahrer

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