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VERBUND: „Solarenergie ist besonders für die Industrie wichtig“

Bereits in acht Jahren soll es so weit sein – dann soll Österreich so viel Strom erzeugen, dass der nationale Gesamtstromverbrauch zu 100 % (national bilanziell) aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden kann. Um dieses große Ziel zu erreichen, arbeitet Österreichs Energieriese VERBUND intensiv am weiteren Ausbau der Erneuerbaren – und investiert dafür viele Milliarden Euro.

Im Interview erklärt Martin Wagner, Managing DirectorVERBUND Energy4Business GmbH, welche Schlüsselrolle Unternehmen als Partner bei diesem Unterfangen spielen.

VERBUND ist vor allem für die Wasserkraft weltweit bekannt. Welche Rolle aber spielt Solarenergie?

Martin Wagner: Die Energiewende ist ein Thema, das uns alle angeht. VERBUND ist seit vielen Jahren Partner der Industrie, wo wir stolz sind, dass wir Wasserkraft zur Verfügung stellen können. Damit aber nicht genug. Wir haben gemeinsam überlegt, was wir mit der Industrie noch tun können und sind zu Lösungen wie der gemeinsamen Errichtung von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und der Infrastruktur für Elektromobilität gekommen. Das soll beitragen, saubere Energie verstärkt verwenden zu können.

Wie viel wird in den Ausbau der Energiezukunft investiert?

In Österreich gibt es viel Potenzial für den Ausbau von Erneuerbaren Energien. Es wurde ein Ziel definiert, bis 2030 bis zu 27 Terrawattstunden durch Photovoltaik, Wind und Wasserkraft zuzubauen. VERBUND trägt seinen Teil dazu bei, diese Ausbaukapazitäten auch tatsächlich zu realisieren. Wir investieren auf der einen Seite in die Versorgungssicherheit, auf der anderen Seite in den nächsten drei Jahren in den Ausbau der Erneuerbaren – insgesamt bis zu drei Milliarden Euro.

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Solarenergie erfährt aktuell einen regelrechten Hype. Wie sieht es konkret mit dem PV-Ausbau aus?

Das Segment Photovoltaik ist für uns besonders relevant. Solarenergie ist besonders für die Industrie wichtig, deswegen investieren wir hier sehr viel. Warum? Weil wir hier sehr schnell sein können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass de Umsetzung von Photovoltaik in Österreich nicht superschnell funktioniert, deswegen fokussieren wir darauf, wo es besonders schnell gehen kann. Das sind Dachprojekte oder Flächenprojekte bei unseren Industriekunden. Wir errichten die Anlage, nehmen sie in unsere Bücher und machen dann langfristige Verträge mit unseren Industriekunden.

E-Autos werden sehr viel Strom brauchen. Wie können Unternehmen mit ihren Fuhrparks den Umstieg schaffen?

Elektromobilität ist ein ganz wichtiges Thema, weil da die Energiewende besonders erfahrbar wird. Die Autos müssen überall geladen werden können. Das ist nicht nur für die Privatkunden, sondern auch für die Industriekunden wichtig. Wir schauen uns da genau an, welche Fahrzeuge es in der Flotte gibt und wie viele Gäste kommen, und bieten dann ein langfristiges Kooperationsmodell an. Wir investieren in die Infrastruktur, und der Kunde kann diese Infrastruktur dann nutzen.

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Wenn Strom immer dezentraler produziert wird – was bedeutet das für die Speicherung der Energie?

Strom ist ein Gut, dass immer dadurch geprägt war, dass Angebot und Nachfrage im Einklang stehen müssen. Deswegen haben Speichertechnologien immer einen sehr hohen Stellenwert in der Energiewirtschaft – seien es Pumpspeicher-Kraftwerke in den Alpen oder zunehmend auch dezentrale Systeme, die verstreut an unterschiedlichen Punkten nutzbar sind.

Gemeinsam mit der Industrie gibt es die Möglichkeit, den Stromeinsatz zu verschieben, um etwa Lastspitzen zu kappen. Batteriespeicher können aber auch zur Versorgungssicherheit beitragen. In Deutschland gibt es bereits ein Fördersystem dafür, dass Batteriespeicher dem Netz zur Verfügung gestellt werden, und dort sind wir bald mit 100 Megawatt Batteriespeicher mit dabei.

Viele Menschen haben noch Angst, dass sie ihr E-Auto nicht überall schnell laden können. Wie kann man das entkräften?

Speicher sind auch in Zusammenhang mit der E-Mobilität wichtig. Es ist nicht überall so einfach, überall Leistung zur Verfügung zu stellen. Deswegen haben wir Hochleistungsinfrastruktur mit 350 Kilowatt aufgebaut, damit kann man Strom für 100 Kilometer Reichweite in fünf Minuten laden. Entlang der Autobahnen ist diese Leistung eine Challenge – da ist die Raststation, die Tankstelle, was dort über bleibt, kann man für elektrische Ladung des Autos verwenden. Ein Teil der Lösung können Batteriespeicher sein. Die werden die ganze Zeit mit dem Strom, der zur Verfügung ist, geladen, und wenn dann ein Nutzer kommt, der schnell laden möchte, ist das Ladeerlebnis so schnell wie man es sich vorstellt.

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