Listing

Biogena aus Salzburg will 470 Millionen Euro Bewertung an der Börse erzielen

Biogena-Gründer Albert Schmidbauer. © Biogena
Biogena-Gründer Albert Schmidbauer. © Biogena

Der Salzburger Mikronährstoff-Hersteller Biogena bereitet den Gang an die Börse vor. Wie Gründer und Eigentümer Albert Schmidbauer im „DUP Unternehmer“-Podcast erklärte, läuft derzeit eine Aktienemission über die Biogena Good Vibes AG. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung soll im August das Listing des gesamten Biogena-Konzerns an der Wiener Börse folgen – im Segment Direct Market Plus.

Bis zu 25 Millionen Euro vor dem Listing

Konkret führt die oberste Holdinggesellschaft des Konzerns derzeit eine außerbörsliche Kapitalerhöhung durch: Bis voraussichtlich 22. Juli 2026 können Anleger:innen neue Stammaktien zu einem Angebotspreis von 4,80 Euro je Aktie zeichnen. Das Management peilt einen Bruttoerlös von bis zu 25 Millionen Euro an. Die Mittel sollen in den Ausbau der Produktionsstätte in Koppl bei Salzburg sowie in den Webshop und neue Filialkonzepte fließen. Die Bewertung des Konzerns soll laut Schmidbauer bei rund 470 Millionen Euro liegen.

Für die Aktionär:innen der bereits börsennotierten Tochter Biogena Group Invest AG bahnt sich unterdessen ein Konzernumbau an: Nach dem Börsengang der Holding prüft das Management eine Verschmelzung der Muttergesellschaft mit der Biogena Group Invest. Ein konkretes Umtauschverhältnis liegt noch nicht vor. Ziel ist, dass sich die Good Vibes AG als zentrale Holding etabliert und die bisherige Tochtergesellschaft in der breiter aufgestellten Gruppe aufgeht.

Die Aktie der Biogena Group Invest beendete die vergangene Handelswoche bei 3,32 Euro – ein Plus von 10,67 Prozent seit Jahresbeginn. Die geringe Marktkapitalisierung von gut 13 Millionen Euro macht das Papier sensibel für jeden weiteren Schritt im Reorganisationsprozess; das nächste konkrete Signal liefert das Ende der Zeichnungsfrist am 22. Juli.

Beim Direct Market Plus handelt es sich um ein Einstiegssegment der Wiener Börse mit erleichterten Reporting-Anforderungen, in dem dennoch täglich gehandelt wird. Als mittelfristiges Ziel nannte Schmidbauer den Aufstieg in den österreichischen Leitindex ATX. Eine Notierung an einer ausländischen Börse wie der Nasdaq mache er hingegen nicht zum Maßstab: Biogena habe eine „österreichische DNA“.

Frisches Kapital für Deutschland-Expansion und Apothekenkanal

Operativ steht der Konzern auf einer soliden Basis: Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Biogena rund 125 Millionen Euro Umsatz, mehr als 480 Mitarbeiter:innen betreuen Kund:innen in über 70 Ländern. Für das laufende Jahr rechnet Schmidbauer mit rund 150 Millionen Euro Umsatz, bei einem jährlichen Wachstum von 20 bis 25 Prozent. Mittelfristig peilt er 500 Millionen Euro Umsatz an. Die dafür nötige Produktionskapazität sei bereits vorhanden: Die beiden eigenen Produktionsstätten in Salzburg könnten schon heute ein Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro abdecken, so der Gründer.

Als wichtigste Wachstumshebel nennt Schmidbauer drei Punkte:

  • Apothekenmarkt: Im Oktober will Biogena erstmals in den Apothekenkanal eintreten – in Österreich, Deutschland und Italien. Apotheken seien nach wie vor der Hauptabsatzkanal für Nahrungsergänzungsmittel und Mikronährstoffe, in dem das Unternehmen bislang nicht vertreten ist.
  • Deutschland: Obwohl Biogena in Österreich und Deutschland etwa gleich viel Umsatz macht, sieht Schmidbauer das Potenzial im Nachbarland bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Markenbekanntheit liege in Österreich bei 42 Prozent, in Deutschland erst bei 8 Prozent. Der Wachstumsfokus gehe daher „komplett auf Deutschland“, das er als Heimmarkt und nicht als Exportmarkt betrachte. Neben einer bestehenden „Biogena Plaza“ auf der Düsseldorfer Königsallee sind weitere Standorte am Münchner Maximiliansplatz sowie – als Ankermieter mit rund 800 Quadratmetern – im neuen Frankfurter „Four“-Hochhausquartier geplant.
  • E-Commerce: Bereits 70 Prozent der Umsätze laufen laut Schmidbauer über den Online-Handel, der weiter skaliert werden soll.

Vom belächelten Nischenthema zum Longevity-Markt

Biogena positioniert sich als „Gesundheitsdestination“ rund um Mikronährstoffe, Diagnostik, Wissensvermittlung und Longevity – ein Markt, dem Schmidbauer in Deutschland ein jährliches Wachstum von 9,2 Prozent über die nächsten vier bis fünf Jahre zuschreibt. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit über 30.000 Ärzt:innen und Therapeut:innen zusammen und setzt auf eine Premium-Positionierung mit wissenschaftlichem Beirat.

Der Gründer, der das Unternehmen vor gut 20 Jahren startete, erinnerte im Gespräch an die Anfänge, als er bei Ärzten und Therapeuten regelmäßig abblitzte, sowie an das langsame organische Wachstum ohne großes Marketingbudget. Risiken sieht Schmidbauer vor allem regulatorisch – etwa wenn Behörden einzelne Wirkstoffe oder Dosierungen nicht mehr genehmigen – sowie geopolitisch. Eine Bedrohung durch große Pharmakonzerne, die in den Longevity-Markt drängen könnten, hält er für gering: Die Pharmaindustrie sei auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet, nicht auf Prävention.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!
#glaubandich CHALLENGE Hochformat.

#glaubandich CHALLENGE 2026

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen