Graph Therapeutics: Österreichisches Biotech holt 5 Millionen Dollar an Bord
Graph Therapeutics, ein Unternehmen im Bereich der Immunologie und Entzündungsforschung, hat eine Finanzierungsrunde über 5 Millionen US-Dollar (4,4 Mio. Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von der Pariser Risikokapitalgesellschaft Daphni. Mit diesem Investment steigt die Gesamtförderung des Unternehmens auf über 10 Millionen US-Dollar, wozu auch nicht-verwässernde Fördermittel zählen.
Neben Daphni beteiligten sich auch die bisherigen Investoren SquareOne Venture Capital, Merantix Capital und NAVEC Investment Management an der Runde. Zusätzlich wurden nicht-verwässernde Zuschüsse der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und des Austria Wirtschaftsservice (aws) gewährt.
Strategische Neuausrichtung
Die Finanzierung dient primär dazu, die internen Wirkstoffforschungsprogramme des Unternehmens für entzündliche und immunvermittelte Erkrankungen voranzutreiben. Ziel ist es, den Fokus von der reinen Entwicklung der technologischen Plattform hin zur klinischen Entwicklung spezifischer Therapieansätze zu verlagern. Parallel dazu sollen die Plattformkapazitäten sowie die Basis für strategische Partnerschaften und Out-Licensing-Optionen ausgebaut werden.
Die technologische Grundlage von Graph Therapeutics bildet ein sogenannter „Lab-in-the-loop“-Ansatz. Dabei werden lebende Patientenzellmodelle mit maschinellem Lernen kombiniert, um komplexe Immunfunktionen zu analysieren. Durch die Untersuchung von Multi-Omics-Daten und primären Patientenzellen identifiziert das Unternehmen Krankheitsmechanismen, Zielstrukturen für Medikamente (Drug Targets) sowie Biomarker.
Das Gründerteam verfügt über Erfahrung in der KI-gestützten Präzisionsonkologie, unter anderem durch die Tätigkeit bei Allcyte, einem Unternehmen, das von Exscientia übernommen wurde.
Unterstützung durch öffentliche Mittel
Die Beteiligung der FFG und des aws im Rahmen des „Austrian Life Sciences“-Programms sowie des „Deep Tech Life Sciences Seed Financing“-Programms des aws unterstreicht die Rolle öffentlicher Förderungen für Deep-Tech-Unternehmen in Österreich. Diese Mittel ergänzen das private Kapital und fließen in die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschungsansätze des Unternehmens.

