Covid-19

BioNTech & Moderna: EU-Impfstoff-Zulassung noch 2020 möglich

Der Corona-Impfstoff könnte noch im Dezember zugelassen werden. © Pixabay
Der Corona-Impfstoff könnte noch im Dezember zugelassen werden. © Pixabay

In den letzten Tagen gab es sowohl von BioNTech beziehungsweise Pfizer als auch vom Konkurrenten Moderna positive Meldungen, was die Erfolgsquote einer möglichen Impfung und eine entsprechend rasche Zulassung betrifft. Soll heißen: Klappt alles, könnte der Impfstoff noch dieses Jahr in den USA und der EU zugelassen werden.

Impfstoff-Zulassung beantragt

Wie der Standard berichtet, wollen BioNTech und Pfizer heute Freitag die Zulassungsunterlagen bei der US-Zulassungsbehörde FDA einreichen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) soll die aktuellen Daten nächste Woche erhalten. Zur Erinnerung: Die beiden Unternehmen vermeldeten erst vor wenigen Tagen einen Durchbruch bei der Erstellung eines Impfstoffes für Covid-19. Erste Tests weisen eine Wirksamkeit im Bereich von 95 Prozent aus. Wenige Tage danach ging das Konkurrenzunternehmen Moderna mit einer ähnlichen Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit. Die Wirksamkeit soll hoch, die Nebenwirkungen sollen gering sein, hieß es zusammengefasst.

EU hat vorgesorgt

Wenig verwunderlich gilt es für beide Unternehmen nun, den Impfstoff schnell zugelassen zu bekommen, um mit der tatsächlichen Impfung starten zu können. Laut Uğur Şahin, Mitbegründer von BioNTech, könnten diese ersten Impfungen in Europa noch im Dezember passieren. Die EU jedenfalls soll schon Verträge mit den Unternehmen abgeschlossen und damit Impfstoffe bestellt haben. Vorausgesetzt wird natürlich, dass auch alle weiteren Testergebnisse positiv ausfallen.

4 Millionen Impfungen für Österreich

15 Milliarden Impfdosen soll die EU geordert haben. Zwei Prozent davon seien für Österreich gedacht. In Zahlen sind das rund vier Millionen Impfdosen. Auch die sollen aber nicht „alle gleichzeitig“ verfügbar sein. Das bedeutet, es braucht eine Priorisierung von Menschen, die geimpft werden sollen. In Deutschland gibt es bereits Stimmen, die eine rasche Impfung für Lehrkräfte fordern. Auch Pflegepersonal beziehungsweise medizinisches Personal könnte in der Liste ganz oben stehen, ebenso wie alle anderen vulnerablen Gruppen.

Logistische Herausforderung

Davor steht aber die logistische Herausforderung. Die Planungen dazu sollen „auf Hochtouren laufen“, angedacht sind mobile Impfteams für Schulen und Betriebe. Dauern wird das Ganze dennoch: Einfach gerechnet dauert es bei 100.000 Impfungen pro Tag und acht Millionen Österreicherinnen und Österreichern theoretisch schon 80 Tage, bis alle geimpft sind. Allerdings wird die Impfung wohl zweimal verabreicht werden müssen, dazwischen soll eine rund dreiwöchige Pause liegen. Speditionen in Deutschland sollen sich bereits auf den Transport von rund 10 Milliarden Impfdosen einstellen – weltweit. Messehallen könnten im Nachbarland zu Impfzentren werden und als zentrale Abnehmer fungieren. Die Logistikbranche sieht das zwar als machbar ein, beschwert sich allerdings über mangelnde Informationen. Einen fertigen Logistikplan gebe es noch nicht.

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