Ausblick

Künftiger Bitcoin-Preis: Diese Zahlen geistern durch den Krypto-Kaffeesud

Bitcoin. © Art Rachen on Unsplash
Bitcoin. © Art Rachen on Unsplash

Er ist etwa 70 Prozent von seinem letzten Allzeithoch eingebrochen und geht nun in den Krypto-Winter. Ja, der Preis von Bitcoin beschäftigt so viele Menschen wie selten zuvor. Schließlich sind 2021 so viele neue Anleger:innen wie nie zuvor in den Markt gekommen und haben sich der enormen Volatilität des Risiko-Assets ausgesetzt – was letztlich nach dem Crash für viele herbe Verluste bedeutet.

Umso interessanter also, wie es mit Bitcoin weiter gehen wird. Da gibt es auf der einen Seite die Bullen, die meinen, dass alles bald wieder besser werden wird, und die Pessimist:innen auf der anderen Seite, die meinen, dass Bitcoin sogar auf 0 fallen und komplett wertlos werden könnte. Changpeng „CZ“ Zhao, Chef der marktführenden Krypto-Exchange Binance, meinte kürzlich, dass Bitcoin ein neues Allzeithoch erreichen könne, es würde aber vielleicht zwei Jahre dauern.

Dazu muss man wissen: CZ ist wie berichtet ein Anhänger der 4-Jahres-These, bei der man davon ausgeht, dass der Krypto-Markt alle vier Jahre einen Zyklus von Krypto-Winter bis Allzeithoch durchläuft. Diese These fusst auf der Halving-These: Das technische Halving der Bitcoin-Blockchain alle 4 Jahre (Menge neuer BTC reduziert sich um die Hälfte) führt zu einer künstlichen Verknappung, und bei steigender Nachfrage treibt das den preis nach oben.

Vorsicht vor der Halving-These

Wie aber bereits ebenfalls berichtet, hält diese These der Realität nicht stand. Das „Stock to Flow“-Modell (S2F), das von den vierjährigen Zyklen ausgeht, strafte sich dieses Jahr selbst Lügen und konnte die eigenen Bitcoin-Preis-Vorhersagen nicht erfüllen – was auch sein Erfinder bereits zugeben musste (mehr dazu  hier).

Dementsprechend ernst nehmen muss man auch jene Stimmen, die sagen, dass Bitcoin genauso gut weiter Richtung Null fallen könnte. In China wird in Zeitungen, politisch motiviert, genau davor gewarnt, um Menschen davon abzuhalten, in Krypto-Assets zu investieren. „Bitcoin ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung digitaler Codes, und seine Rendite ergibt sich hauptsächlich aus niedrigen Käufen und hohen Verkäufen“, konnte man kürzlich in der staatlichen Zeitung „Economic Daily“ lesen. „Wenn das Vertrauen der Investoren zusammenbricht oder wenn souveräne Länder den Bitcoin für illegal erklären, wird er zu seinem ursprünglichen Wert zurückkehren, der völlig wertlos ist.“

Stock-to-Flow Model: Bitcoin-Preisvorhersage straft sich selbst Lügen

Nie die Makroökonomie vergessen

An der US-Börse CME, eine der weltgrößten Optionsbörsen und die größte Terminbörse der Welt, werden Optionen auf Bitcoin-Futures gehandelt – also im wesentlichen riskante Wetten auf die künftige Preisentwicklung von BTC. Dort kann man bis Ende 2023 theoretisch auf BTC-Preise von 1.000 Dollar bis 500.000 Dollar wetten – es ist vieles möglich im Krypto-Casino.

Einer wichtigsten Anhaltspunkte für die Bitcoin-Preisentwicklung ist seit dem Einbruch der Corona-Krise aber der reguläre Aktienmarkt. Die Korrelation zwischen Krypto-Preisen und Tech-lastigen Aktien-Indizes wie dem S&P500 oder dem Nasdaq Composite war in den letzten Monaten und Jahren oft deutlich zu sehen. Wenn als Tech-Werte (traditionell Risiko-Investments) hochgingen, gingen auch die Krypto-Preise hoch – und umgekehrt auch wieder hinunter. Bleibt es bei dieser Korrelation, dann wird man den Bitcoin-Preis am besten vorhersagen können, wenn man die gesamtwirtschaftliche Lage und den Tech-Markt im Auge behält.

Der Crash, der in den Krypto-Winter führt

2017er ATH: 19.497 Dollar

Das ist in etwa das Preis-Level, auf dem Bitcoin aktuell herum dümpelt – mal sind es etwas mehr als 20.000 Dollar, mal etwas weniger. Dieses Level bedeutet, dass BTC seit seinem letzten Allzeithoch im November 2021 (68.789 Dollar) bei ungefähr 70 Prozent im Minus liegt. Der Absturz 2018 war härter, damals krachte BTC im Vergleich zu seinem ATH ende 2017 auf ein Minus von etwa 83% hinunter, bevor es wieder aufwärts ging.

Tiefstand 2022: 17.708 Dollar

Das war der Tiefstand 2022 bisher – zumindest für ganz kurze Zeit. Danach kletterte BTC wieder in Richtung 20.000 Dollar, weil viele den Boden sahen – und damit den Zeitpunkt, wieder etwas mehr für Bitcoin zu bezahlen. Nun fragen sich viele, ob dieser Wert der vorläufig geringste war – oder ob er noch einmal unterschritten werden könnte.

Wertverlust analog zum Absturz 2018: 11.419 Dollar

Bitcoin hat von seinem damaligen Allzeithoch 2017 (19.497 Dollar) bis zu seinem seitherigen Tiefpunkt Ende 2018 (3.236 Dollar) exakt 83,4 Prozent an Wert verloren. Würde man vom gleichen Wertverlust nach dem ATH im November 2022 bei 68.789 Dollar ausgehen, dann müsste BTC auf einen Preis von 11.419 Dollar fallen.

MicroStrategy: 3.562 Dollar

Der offiziell größte Bitcoin-Investor der Welt, MicroStrategy von CEO Michael Saylor, hat insgesamt 129.218 BTC in Besitz, die aktuell rund 2,7 Milliarden Dollar wert sind. MicroStrategy ist damit vor Tesla, Square, Coinbase oder Bitcoin-Mining-Unternehmen wie Hut 8 oder Riot das börsennotierte Unternehmen mit den größten BTC-Beständen.

Das Unternehmen hat bei der Silvergate Bank (bekannt für ihre Krypto-Affinität) einen 205 Millionen Dollar schweren Kredit aufgenommen, der durch Bitcoin gedeckt ist. Um den drei Jahre laufenden Kredit zu bekommen, muss MicroStrategy stets Sicherheiten im Wert von 410 Millionen Dollar vorweisen können, und zwar in Bitcoin. Das sind konkret die 115.109 BTC, die MicroStrategy hält (die Differenz zu den oben genannten 129.218 BTC liegt beim Tochterunternehmen MacroStrategy). Erst, wenn der Bitcoin-Preis unter 3.562 Dollar fällt, müsste Saylors Unternehmen zusätzliche Sicherheiten aufbringen, weil die BTC dann insgesamt weniger als 410 Millionen Dollar wert sind. Bitcoin müsste also noch einmal sehr tief fallen, um den größten BTC-Investor der Welt in ganz große Bredouille zu bringen.

Tiefpunkt 2018: 3.236 Dollar

Nach dem ersten großen Bitcoin-Hype 2017, als BTC fast 20.000 Dollar erreichte, stürzte der Preis der Kryptowährung Ende 2018 (am 15. Dezember) auf einen Preis von 3.236 Dollar. Das bedeutet, dass BTC vom ATH 2017 zu seinem Tiefpunkt rund ein Jahr später 83,4 Prozent an Wert verloren hat.

Seither ist er nie mehr so tief gefallen, nicht einmal im März 2020, also die Corona-Krise voll einschlug. Damals fiel BTC nur einmal ganz kurz unter 5.000 Dollar, und zwar auf auf 4.971 Dollar. Danach erholte sich Bitcoin aber schnell wieder. Seit Juli 2020 ist er nie wieder unter 10.000 Dollar gefallen.

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