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Business Angel Summit 2026: „Digitale Systeme sind kritische Infrastruktur“

Business Angel Summit 2026 © Standortagentur Tirol
Business Angel Summit 2026 © Standortagentur Tirol

Am 9. und 10. Juli fand in Kitzbühel zum zwölften Mal der Business Angel Summit statt. Auf dem Rasmushof versammelten sich nationale und internationale Investor:innen sowie zwölf ausgewählte österreichische Startups. Das Event, organisiert von der Standortagentur Tirol und Austria Wirtschaftsservice (aws), ist die größte Veranstaltung dieser Art in Westösterreich. Das Event soll hervorheben, wie wichtig Innovation für die Aufrechterhaltung von Wohlstand ist. Business Angels fungieren hier als wichtige Stütze, auf die Startups in frühen Phasen bauen können.

AI dominiert die Debatte

Das dominierende Thema war unvermeidlich die künstliche Intelligenz. Die Technologie ermöglicht nie dagewesene Geschwindigkeiten in der Produktentwicklung, Ideen lassen sich viel kostengünstiger umsetzen, so der Grundtenor laut Standard. Doch Business Angels warnten wiederholt davor, Tempo mit Fortschritt zu verwechseln. Ohne klare Strukturen und konsequente Entscheidungen verwandle sich der Wettbewerbsvorteil leicht in Chaos.

Ein weiteres Kernthema war die technologische Abhängigkeit von den USA. Vor allem die Causa Anthropic trieb die Debatte an. Vor rund einem Monat hat der KI-Gigant auf Geheiß der US-Regierung den Zugang zu seinen stärksten Modellen für alle außerhalb der USA blockiert.

Europa noch nicht „fucked“  bei Innovation

„Wir haben in Europa immer noch nicht begriffen, dass unsere digitalen Systeme kritische Infrastruktur sind“, sagte der ehemalige Telekom-Austria-Chef Boris Nemšić.  Während Hunderte Milliarden Euro in die Landwirtschaft fließen, seien die Mittel für Technologie viel zu gering. Europa baue immer mehr regulatorische Hürden auf, anstatt gute Voraussetzungen für Innovation zu schaffen. Haben wir schon zu viel Zeit verloren? „We are not fucked, aber das bisher war nur das Vorspiel“, so Nemšić.

Bei der von der Standortagentur Tirol und der Austria Wirtschaftsservice (aws) veranstalteten Konferenz pitchen Startups ihre Geschäftsmodelle vor potenziellen Investoren. Auffällig war dabei, dass sich die Geschäftsfelder verändern. In den vergangenen Jahren drehte sich alles um B2B-SaaS. Durch den rasanten KI-Fortschritt wächst jedoch die Unsicherheit, weil viele dieser Geschäftsmodelle schnell überholt sein könnten. Das Interesse verlagert sich deshalb wieder auf Hardware und Deep Tech.

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Startups aus verschiedenen Sektoren bei Business Angel Summit

Bioshift Energy aus Oberösterreich stellt grünes Gas aus Stroh her, M-Chem produziert hochreines Aluminiumoxid aus Aluminiumabfällen, PulpStack erfindet Verpackungstechnik durch 3D-Drucktechnologie für Papier neu, Thyra Imaging arbeitet an nicht-invasiver Alzheimer-Früherkennung durch einen Blick ins Auge. Das Innsbrucker Startup Datum.Coffee hat eine Espressomaschine entwickelt, die via Smartphone-Foto von der Bohnenpackung automatisch Mahlgrad und Brühparameter einstellt.

AWS-Chef Bernhard Sagmeister beobachtet zwei Trends: Hardware-Gründungen mit hohem Kapitalbedarf nehmen zu, zugleich wollen sich viele Gründer angesichts knapperen Risikokapitals bewusst weniger von Investoren abhängig machen.

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