Digitaler Studierendenausweis startet in Österreich
Österreichs Hochschulsystem bekommt ab sofort einen digitalen Studierendenausweis. Die freiwillige elektronische Ergänzung zum physischen Ausweis läuft über die eAusweise-App der Republik Österreich und umfasst alle öffentlichen Hochschulen.
„Mit dem neuen digitalen Studierendenausweis stellen wir allen Studentinnen und Studenten eine zeitgemäße und komfortable, aber freiwillige elektronische Ergänzung zum physischen Ausweis zur Verfügung, wobei der Ausweis neben dem Identitätsnachweis schrittweise um weitere Funktionen im Hochschulalltag erweitert werden kann“, so Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung. Die Akzeptanz und Einsatzgebiete im Hochschulbetrieb liegen bei den jeweiligen Universitäten – die Hochschulautonomie bleibt gewahrt.
Wie funktioniert der digitale Studierendenausweis?
Der digitale Studierendenausweis kann von allen genutzt werden, die an mindestens einer öffentlichen österreichischen Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule eingeschrieben sind. Voraussetzung sind ID Austria mit Vollfunktion oder eine eIDAS-notifizierte elektronische Identität mit Lichtbild, die in einem österreichischen Register erfasst ist.
Sobald man an einer dieser Bildungseinrichtungen inskribiert ist, werden die Daten automatisch an das Studierendenregister übermittelt. Anschließend lässt sich der digitale Studierendenausweis wie folgt aktivieren:
- Bei ID Austria anmelden.
- Die App eAusweise auf das Smartphone herunterladen.
- Sichern der App, z. B. mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Gerätepasswort.
- Digitalen Studierendenausweis über ID Austria für die App eAusweise freigeben.
Nachweis per QR-Code
Studierende zeigen ihren digitalen Ausweis über einen QR-Code vor, den die eAusweise-App generiert. Die Überprüfung erfolgt via eAusweise-App oder der anonymen Prüf-App eAusweis Check als Smartphone-zu-Smartphone-Lösung. Prüfende Personen sehen Matrikelnummer, Vor- und Familienname, Geburtsdatum, akademische Grade, Lichtbild, die eingetragenen Hochschulen samt Zulassungsstatus sowie Gültigkeitsdauer. Der Ausweis bleibt gültig, solange eine Inskription besteht – allerdings erscheint nach vier Wochen ein Hinweis zur Datenaktualisierung, da sich der Studierendenstatus zwischenzeitlich geändert haben könnte.
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, sieht darin einen wichtigen Schritt: „Mit dem digitalen Studierendenausweis befinden wir uns am Anfang einer Entwicklung, die die digitale Revolution für die Studierenden und die Hochschulen bedeuten kann.“ Sie verweist auf die digitale Zulassung, die bereits an ausgewählten Hochschulen papierlos und ohne Wartezeiten funktioniert. Auch Rupert Sausgruber, Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, betont: „An der WU sind bereits viele zentrale Studierendenprozesse vollständig digital möglich, etwa die Erstzulassung, Prüfungsanerkennungen und die digitale Einreichung von Hochschulschriften.“
Ausbau zu multifunktionalem Uni-Tool geplant
In weiteren Entwicklungsstufen sollen Hochschulen eigene Anwendungen integrieren können – Zutrittssysteme, Bibliothekszugang oder Mensa-Services stehen auf der Roadmap. Der digitale Studierendenausweis soll sich damit perspektivisch zu einem multifunktionalen Zugangsinstrument im Hochschulalltag entwickeln. Die Einführung passe „hervorragend zur strategischen Ausrichtung der Hochschule Campus Wien, die digitale Transformation aktiv zu fördern und in den Studienalltag zu integrieren“, so Doris Link, Geschäftsführerin der Hochschule Campus Wien.
Die eAusweise-App hat sich bereits als digitale Alternative etabliert. Bis Ende Februar 2026 wurden über 1.080.000 digitale Führerscheine ausgestellt, dazu über 460.000 digitale Altersnachweise, circa 1.100.000 digitale Zulassungsscheine sowie über 630.000 digitale Identitätsnachweise. Insgesamt verzeichnet die Plattform über 1.800.000 iOS-Downloads und über 1.160.000 Android-Downloads. Der digitale Studierendenausweis wird nun als weiterer Use-Case integriert.

