Neko Health: 700 Millionen Dollar für schwedischen Ganzkörper-Scanner
Das schwedische Health-Tech-Unternehmen Neko Health hat eine Series-C-Finanzierung in Höhe von 700 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital will das 2018 von Spotify-Gründer Daniel Ek und Hjalmar Nilsonne gegründete Unternehmen noch heuer den Markteintritt in den USA vollziehen – die ersten Kliniken sollen in New York und weiteren Städten eröffnen. Erst im Jänner 2025 hatte Neko Health eine Series B über 260 Millionen Dollar eingesammelt.
Lightspeed führt die Runde an, prominente Namen an Bord
Angeführt wird die Runde von Lightspeed Venture Partners, Co-Lead ist O.G. Venture Partners. Auch die Bestandsinvestoren Atomico, General Catalyst und Lakestar beteiligen sich erneut, neu dabei sind unter anderem Liberty City Ventures, Positive Sum sowie BDT & MSD. David Ofer von O.G. Venture Partners soll – vorbehaltlich regulatorischer Genehmigung – in den Aufsichtsrat einziehen.
Auffällig ist die lange Liste prominenter Einzelinvestor:innen: Mit dabei sind unter anderem Meta-Chef Mark Zuckerberg und Priscilla Chan, Hollywood-Manager Ari Emanuel, Claudia Schiffer, Regisseur Matthew Vaughn, Musikproduzent Jimmy Iovine, Ex-Tennisstar Maria Sharapova, Fußball-Legende Thierry Henry, Autor Tim Ferriss und Musiker will.i.am. Sie reihen sich zu bestehenden Angel-Investoren wie Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian, den Calm-Gründern Alex Tew und Michael Acton-Smith sowie Steven Bartlett.
Ganzkörper-Scan in 60 Minuten
Kern des Angebots ist der sogenannte Neko Health Scan: eine rund 60-minütige, nicht-invasive und strahlungsfreie Untersuchung, die nach Unternehmensangaben Millionen von Gesundheitsdatenpunkten erfasst. Der Scan kostet in Großbritannien 299 Pfund, in Schweden 2.750 Kronen. Eigens entwickelte Sensoren analysieren in Kombination mit einer Blutanalyse unter anderem die Haut (etwa Muttermale), Biomarker für Prädiabetes-Risiko sowie Risikofaktoren für metabolisches Syndrom, Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Ergebnisse werden noch vor Ort innerhalb weniger Minuten in einem persönlichen Arztgespräch besprochen.
Zuletzt erweiterte das Unternehmen den Scan um eine Körperzusammensetzungsanalyse sowie die Einbindung von Wearable-Daten, die von Ärzt:innen ausgewertet werden. In Stockholm eröffnete Neko im Juni zudem eine Klinik mit der nächsten Gerätegeneration – Derma-2, Echo-2 und Spectrum-2 –, die Signale zu Haut, Herz und Kreislauf in höherer Auflösung erfassen soll und in den kommenden Monaten in alle Standorte ausgerollt wird. Neko entwickelt Hardware, Software und das gesamte Kundenerlebnis im eigenen Haus – die vertikale Integration gilt als zentrales Element der Strategie.
100.000 Scans, hohe Wiederbuchungsquote
Seit dem Start der ersten Klinik im Februar 2023 haben nach Firmenangaben mehr als 100.000 Menschen in Schweden und Großbritannien einen Scan absolviert, über 350.000 stehen auf der Warteliste oder haben sich registriert. 75 Prozent der Mitglieder buchen und bezahlen demnach direkt am Ende ihres ersten Termins den nächsten Scan. Neben Stockholm ist das Unternehmen in Manchester, Birmingham und an mehreren Londoner Standorten (Marylebone, Spitalfields, Covent Garden, Victoria) vertreten.
Als Beleg für den Nutzen der Früherkennung führt Neko eigene Auswertungen an: Drei von vier wiederkehrenden Mitgliedern, bei denen zuvor schwere oder lebensbedrohliche Befunde festgestellt wurden, seien inzwischen wieder gesund oder hätten ihre Erkrankung unter Kontrolle. Fünf von sieben zentralen Biomarkern hätten sich zwischen dem ersten und zweiten Scan statistisch signifikant verbessert. Unabhängig überprüft sind diese Zahlen allerdings nicht – sie stammen aus den unternehmenseigenen Daten.
CEO Hjalmar Nilsonne bezeichnete die Finanzierung als Vertrauensbeweis für das Ziel, Krankheiten früh zu erkennen und Prävention in großem Maßstab zu ermöglichen. Der Zeitpunkt passt in einen größeren Trend: Sowohl das britische NHS als auch das US-Gesundheitssystem setzen zunehmend auf präventive statt rein kurativer Versorgung – nicht zuletzt, weil chronische Erkrankungen den Großteil der Gesundheitsausgaben verursachen.

