Finanzierung

Emerald Horizon-CEO wird 20 Millionen Euro ins Unternehmen nachschießen

Florian Wagner, Emerald Horizon. © Emerald Horizon AG
Florian Wagner, Emerald Horizon. © Emerald Horizon AG

Wenige Tage nach dem Börsengang der Emerald Horizon AG an der Wiener Börse legt Gründer, CEO und Mehrheitsaktionär Florian Wagner nach: Er sagt der Gesellschaft insgesamt 20 Mio. Euro an frischem Eigenkapital zu, bereitgestellt in vier Tranchen über zwei Jahre. Die wesentlichen Eckpunkte hat Wagner laut Unternehmen in der Aufsichtsratssitzung am 30. Juni 2026 mit dem Gremium fixiert.

Das Grazer Energietechnologie-Unternehmen ist seit 26. Juni 2026 unter dem Kürzel SMRX an der Wiener Börse notiert. Vom Referenzpreis von 760 Euro bewegte sich die Aktie bis zum Schlusskurs am 30. Juni 2026 auf 990 Euro; die Marktkapitalisierung lag damit knapp über einer Milliarde Euro. Am ersten Handelstag hatte das Papier zwischenzeitlich bis auf 1.010 Euro zugelegt.

20 Millionen Euro in vier Tranchen

Die Zusage kommt zusätzlich zu einer bereits im Juni 2026 geleisteten Eigenkapitalfinanzierung von 5.021.815,14 Euro, von der 3.000.469,93 Euro auf Wagner selbst entfielen. Die nun zugesagten 20 Mio. Euro werden in vier gleichen Tranchen von je 5 Mio. Euro fließen – gegen Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital und unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre. Der Zeichnungspreis je Aktie orientiert sich am volumengewichteten Durchschnittskurs (VWAP) der jeweils letzten 30 Handelstage vor dem entsprechenden Rahmenbeschluss.

Der Zeitplan im Überblick:

  • Tranche 1: Q4 2026 / Q1 2027
  • Tranche 2: Q2 / Q3 2027
  • Tranche 3: Q4 2027 / Q1 2028
  • Tranche 4: Q2 / Q3 2028

Wagner behält sich vor, einzelne Tranchen ganz oder teilweise an Co-Investoren weiterzugeben. In diesem Zusammenhang bestätigt das Unternehmen ein Co-Investment von Philipp Pölzl, dem zweitgrößten Aktionär und Mitgründer, sowie den Einstieg des US-Tech-Unternehmers Carl Page als neuem Investor.

Wofür das Kapital eingesetzt werden soll

Die Mittel dienen dem Unternehmen zufolge drei Zielen: der Co-Entwicklung des ADES-Prototyps gemeinsam mit der niederländischen VDL Groep und der regulatorischen Begleitung durch die Beratungsgesellschaft Haskoning, der Stärkung der Liquiditätsbasis für die nächste Wachstumsphase sowie der Nutzung verfügbarer Förderprogramme, um die Eigenkapitalzuführung zusätzlich zu hebeln.

Die VDL Groep mit Sitz in Eindhoven zählt rund 13.500 Mitarbeitende und rund 4 Mrd. Euro Umsatz; zu ihren Partnern gehört unter anderem ASML. Mit Emerald Horizon arbeitet VDL als Entwicklungs- und Auftragsfertiger zusammen. Haskoning wiederum ist seit Jahrzehnten in der Nuklearbranche tätig und soll die Validierung entlang des Genehmigungsprozesses begleiten.

Kapitalbedarf mit mehrstufigem Fahrplan

Den Kapitalbedarf für den ADES-Prototyp bis 2028/29 beziffert Wagner nach aktueller Planung mit rund 75 Mio. Euro. Für die anschließende Überführung in die Serienfertigung rechnet er mit weiteren rund 150 Mio. Euro. Die zugesagten 20 Mio. Euro versteht das Unternehmen als einen Baustein dieser mehrstufigen Finanzierungsstrategie.

Zur Einordnung: In früheren Aussagen war der Kapitalbedarf für den Prototyp mit rund 220 Mio. Euro angegeben worden. Die nun kommunizierte Aufschlüsselung – rund 75 Mio. Euro für den Prototyp plus rund 150 Mio. Euro für die Serienfertigung – summiert sich auf einen Betrag in ähnlicher Größenordnung, ordnet die Zahlen aber anders den Projektphasen zu.

Serienreife erst in einigen Jahren

Dass ein Mehrheitseigentümer unmittelbar nach dem Listing zusätzliches eigenes Kapital zusagt, gilt als Signal des Bekenntnisses zum Unternehmen. Zugleich erfolgt die Kapitalzuführung über neue Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts – für bestehende Aktionäre bedeutet das eine Verwässerung ihrer Anteile.

Emerald Horizon steht zudem noch vor dem Markteintritt mit seinem Kernprodukt: Der thoriumbasierte, über einen Teilchenbeschleuniger betriebene Kleinreaktor (ADES) soll erst in einigen Jahren Serienreife erreichen. Der Börsengang selbst diente nach Angaben von Wagner weniger dem Einsammeln von Kapital als der Sichtbarkeit und Kreditwürdigkeit für künftige Finanzierungsschritte. Wie bei international vergleichbaren SMR-Werten – etwa Oklo oder NuScale – hängt die Bewertung damit maßgeblich an der Frage, ob und wann aus der Technologievision ein Unternehmen mit tatsächlichen Erlösen wird.

Wagner selbst formuliert es so: „Mein finanzielles Engagement ist ein klares Bekenntnis zur langfristigen Entwicklung von Emerald Horizon.“

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