Chips

Mira Murati’s Thinking Machines Lab schließt Milliarden-Deal mit Nvidia

Jensen Huang (NVIDIA) and Mira Murati (Thinking Machines). © Nvidia / Thinking Machines Labs
Jensen Huang (NVIDIA) and Mira Murati (Thinking Machines). © Nvidia / Thinking Machines Labs

Die zweite Welle der KI-Startups mit Grundlagenmodellen kommt ins Rollen: Nach den großen Investments von jeweils einer Milliarde Dollar in AMI Labs von Yann LeCun (Ex-Meta), World Labs von Fei-Fei Li und Safe Superintelligence (SSI) von Ilya Sutskever (Ex-OpenAI) folgt nun der nächste Riesen-Deal für eines dieser Startups der nächsten Generation.

Das von Mira Murati gegründete Start-up Thinking Machines Lab hat eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit Nvidia geschlossen. Die Vereinbarung umfasst die Bereitstellung von mindestens einem Gigawatt an Rechenleistung durch Nvidias Chips der nächsten Generation vom Typ Vera Rubin. Das in San Francisco ansässige Unternehmen gab die Vereinbarung am Dienstag bekannt und teilte mit, dass Nvidia zusätzlich eine weitere bedeutende Investition tätigt.

Nach Schätzungen von Nvidia-Chef Jensen Huang verursacht der Aufbau von einem Gigawatt an KI-Rechenzentrumskapazität Gesamtkosten zwischen 50 und 60 Milliarden Dollar, wobei Nvidia-Produkte etwa 35 Milliarden Dollar dieser Summe ausmachen. Die neue Investition erfolgt zusätzlich zu Nvidias Beteiligung an der vorherigen Seed-Finanzierungsrunde von zwei Milliarden Dollar, die Thinking Machines mit zehn Milliarden Dollar bewertete. Der Halbleiterkonzern mit einer Marktkapitalisierung von 4,4 Billionen Dollar setzt damit seine Strategie fort, massiv in eigene Großkunden zu investieren.

Plattform für maßgeschneiderte KI-Systeme

Thinking Machines entwickelt mit seinem Hauptprodukt Tinker eine Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, große Sprachmodelle für spezifische Geschäftsanwendungen anzupassen und zu optimieren, ohne selbst komplexe KI-Trainingsinfrastrukturen aufbauen zu müssen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, den Zugang zu fortschrittlicher KI für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die wissenschaftliche Gemeinschaft zu erweitern. Die erste Phase der Zusammenarbeit soll Anfang nächsten Jahres beginnen, wenn die Bereitstellung der Vera-Rubin-Systeme startet.

Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie von Investitionen ein, mit denen Nvidia seine eigenen Kunden finanziert. Diese Praxis hat Bedenken hinsichtlich zirkulärer Finanzierungsstrukturen in der Branche ausgelöst, da der Halbleiterriese seine enormen Barreserven in sein Kundenökosystem einspeist. Eine zuvor angekündigte strategische Partnerschaft mit OpenAI über 100 Milliarden Dollar wurde kürzlich zugunsten einer Kapitalbeteiligung von 30 Milliarden Dollar aufgegeben. Huang deutete vergangene Woche an, dass dies möglicherweise die letzte Nvidia-Investition in OpenAI vor einem möglichen Börsengang sein könnte.

Personalwechsel beim jungen Startup

Das erst ein Jahr alte Unternehmen hat in den vergangenen Monaten erhebliche Personalveränderungen durchlaufen. Drei Mitgründer und weitere Forscher haben Thinking Machines verlassen. Andrew Tulloch wechselte im Oktober zu Meta, während Barret Zoph, der als Chief Technology Officer fungierte, und Luke Metz im Januar zu OpenAI zurückkehrten. Murati selbst arbeitete zuvor bei OpenAI an der Entwicklung von ChatGPT, dem Bildgenerator Dall-E und dem Sprachmodus. Sie ersetzte Sam Altman im November 2023 kurzzeitig als Interims-Geschäftsführerin während einer Vorstandskrise.

Im Rahmen der Partnerschaft werden beide Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung von Trainings- und Bereitstellungssystemen für Nvidia-Architekturen arbeiten. Das erklärte Ziel besteht darin, leistungsfähige KI-Systeme zu schaffen, die verständlich, anpassbar und kollaborativ nutzbar sind. Die Zusammenarbeit soll die technologische Grundlage schaffen, um fortschrittliche KI-Technologie einem breiteren Nutzerkreis zugänglich zu machen.

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