Übernahme

Tier Mobility kauft Bike-Sharing-Pionier nextbike

© Tier Mobility
© Tier Mobility

Tier übernimmt alle Anteile des europäischen Bike-Sharing Marktführers nextbike. Künftig will Tier dadurch “ in weltweit mehr als 400 Städten mit über 250.000 Fahrzeugen“ agieren. Die „multimodale Plattform“ soll neben E-Scootern und Fahrrädern auch das Mieten von E-Bikes, Lastenrädern und E-Mopeds ermöglichen. Zudem soll es verschiedene Arten von Sharing-Systemen geben.

Keine Infos zu Übernahmemodalitäten

Die Kombination der verschiedenen Fahrzeuge „im Free-Floating-Prinzip in hybriden und stationsbasierten Sharing-Systemen“ schaffe die „erste wirklich multimodale Plattform“ der Branche, heißt es von Tier. Für Nutzer:innen werde es „dadurch viel leichter“, für jede Strecke das passende Fortbewegungsmittel zu wählen und somit auf das eigene Auto zu verzichten. Nextbike gibt es bereits seit 17 Jahren, nun geht das Unternehmen komplett in Tier über. Das Mobility-Scale-up übernimmt die Anteile vom bisherigen Mehrheitseigner Co-Investor Partners, ein auf „wachstumsstarke Unternehmen im DACH-Raum fokussierter Eigenkapitalinvestor“, und allen anderen Anteilseignern im Zuge einer Bartransaktion. Die Höhe des Kaufpreises und weitere finanzielle Details der Transaktion werden allerdings nicht veröffentlicht.

Wiener Linien: WienMobil Räder ersetzen Wiener Citybikes ab April 2022

Tier wächst stark

Lawrence Leuschner, CEO und Mitgründer von Tier: „Die Übernahme von nextbike, mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bikesharing und ausgezeichneten Beziehungen in hunderten von Städten, ist eine einzigartige Gelegenheit Bikesharing auf ein gänzlich neues Level zu heben, mehr Menschen dazu zu ermutigen auf ihr Auto zu verzichten und eine weitere nachhaltige Mobilitätslösung anzubieten. Ich habe schon immer daran geglaubt, dass das Fahrrad fester Bestandteil im Mobilitätsmix klimaneutraler Städte ist und es ist großartig zu sehen, wie schnell der Markt wächst.“ Tier konnte zuletzt weitere 200 Millionen US-Dollar (172 Millionen Euro) in einer Series D-Investmentrunde aufnehmen, die Bewertung stieg damit auf 1,7 Milliarden US-Dollar (Trending Topics berichtete).

Mit der Übernahme wird Tier in den Straßen der Metropolen der Welt wohl noch präsenter. Auch für nextbike dürfte sich der Deal aber ausgezahlt haben. Leonhard von Harrach, CEO nextbike: „Seit 2004 mobilisieren wir täglich hunderttausende Menschen nachhaltig und haben Bike Sharing als Bestandteil des ÖPNV weltweit etabliert. Wir haben uns bewusst für einen Zusammenschluss mit Tier entschieden, weil es viele Überschneidungen in der Unternehmenskultur gibt. Vor allem vereint uns die Mission mit unseren Mobility-Angeboten die Städte lebenswerter zu machen und Stau, Lärm sowie Emissionen etwas entgegenzusetzen.“ In den nächsten Monaten werde ein gemeinsames Integrationsteam erarbeiten, wie beide Organisationen so zusammengeführt werden können, „dass die Stärken beider Partner optimal zur Entfaltung kommen“. Für die Nutzer:innen sollen sich „perspektivisch eine Menge Vorteile“ ergeben.

Beide mit Österreich-Bezug

Einen Österreich-Bezug haben übrigens beide Unternehmen: Für Tier Mobility war Wien die erste Stadt und nextbike hat im September den Zuschlag für die Realisierung des neuen „WienMobil Rad“ mit über 3.000 Rädern bekommen (mehr dazu hier). Generell ist nextbike in über 300 Städten in 28 Ländern aktiv, meistens im öffentlichen Auftrag. Das legt Tier Mobility natürlich die Rutsche für das B2G-Geschäft (Business 2 Governement).

Tier Mobility bringt Roller, bei dem Fahrer den Akku wechselt

Specials unserer Partner

Jobs

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Weiterlesen