Analyse

Wieder Inflationsschutz? Bitcoin kehrt zur Korrelation mit Gold zurück

Goldbarren. © Pixabay
Goldbarren. © Pixabay

Im vergangenen Jahr gab es vor allem eine dominierende Erzählung: Bitcoin sowie andere Krypto-Assets verhalten sich bei der Preisentwicklung wie Tech-Aktien. Fallen oder steigen wichtige Indizes wie der S&P500 oder der Nasdaq100, dann tun es ihnen die Kryptowährungen und Bitcoin voran gleich. Das hat auch dazu geführt, dass viele sich von der Annahme, Bitcoin verhalte sich wie ein Inflationsschutz, abgewendet haben.

Doch nun kehrt das Narrativ zurück. Denn glaub man den Analyst:innen der Bank of America sowie Berechnungen von Bloomberg, dann scheint Bitcoin wieder zu einer starken Korrelation bei der Preisentwicklung zu Gold zurückzukehren. Gold als König der Edelmetalle gilt insbesondere in Krisenzeiten als stabiler Store of Value, mit dem man sich gegen den Wertverfall etwa von Fiatwährungen schützen kann.

„Eine nachlassende positive Korrelation mit dem SPX/QQQ und eine schnell steigende Korrelation mit XAU [Gold] deuten darauf hin, dass Anleger:innen Bitcoin als relativen sicheren Hafen betrachten könnten, da die makroökonomische Unsicherheit anhält und ein Markttief noch nicht abzusehen ist“, schreiben die Analysten Alkesh Shah und Andrew Moss von Bank of America Securities (BofAS) in einem aktuellen Report.

Krypto-Winter: Seitwärts ist das neue Abwärts

Höhere Korrelation seit September

Bloomberg zufolge soll Bitcoin nun 40 Tage lang eine hohe Korrelation mit dem Goldpreis zeigen. Wie berichtet, bewegt sich der Krypto-Markt und insbesondere BTC seit Mitte September sehr stark seitwärts und pendelt meist irgendwo zwischen 19.000 und 21.000 Euro. Die Zeiten, in denen Bitcoin (und damit der restliche Krypto-Markt) intensiv auf immer neue Inflationswarnungen und Zinsanpassungen reagierte, scheinen (zumindest vorerst) vorbei. Waren die Preissprünge in der ersten Jahreshälfte im Krypto-Crash natürlich heftig, ist nun vorläufige Ruhe eingekehrt.

Die Korrelation, die zwischen Bitcoin und Gold seit September zu sehen ist, sieht in den Chart so aus:

  • Bitcoin = Orange
  • Gold = Gelb
  • S&P500 = Blau

 

Stacking Sats

Vergleich man BTC also nun mit dem Goldkurs und dem S&P500, dann sieht man auch ohne große Chart-Analyse, dass BTC und Gold seit Mitte September sich sehr ähnlich entwickeln. Das dürfte vor allem Bitcoin-Maximalist:innen gefallen, da diese BTC ohnehin immer schon als stabiles Investment und Wertspeicher gesehen haben und die Kryptowährung nicht in der selben Ecke mit Zocker-Aktien und Altcoins sehen wollten.

Hält der Trend länger an und geht die Geldentwertung durch hohe Inflation weltweit so drastisch weiter wie bisher, dann werden Bitcoin-Sparpläne wieder spannender für Krypto-Nutzer:innen. Mittlerweile gibt es alleine im deutschsprachigen Raum mit Relai, Coinfinity und 21bitcoin gleich drei Internet-Firmen, die sich Bitcoin und damit verbundenen Sparplänen verschrieben haben – und gleichzeitig alle anderen Krypto-Assets absichtlich auslassen.

Allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass auch Bitcoin wieder Kariolen schlägt. Der aktuell herrschende Krypto-Winter hat es nun mal so an sich, dass die Kurse sich auf einem gewissen Level einpendeln und nicht stark ausschlagen. Doch in der Zukunft von BTC liegen große Ungewissheiten – etwa was den Energiekonsum der Miner (hohe Kosten!), neue Regulierungen (USA & EU mit MiCA) und technische Updates (nächste Bitcoin-Halving) angeht.

Stacking Sats: Der Aufstieg des Bitcoin-Sparplans

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