Outdoor-Portal CheckYeti schluckt französischen Konkurrenten Manawa
Das Wiener Outdoor-Buchungsportal checkyeti übernimmt den französischen Wettbewerber Manawa bzw. dessen Betreibergesellschaft Alentour SAS aus Paris. Das teilten die beiden Unternehmen mit. Durch den Zusammenschluss entsteht nach eigenen Angaben Europas größter spezialisierter Marktplatz für Outdoor- und Naturerlebnisse. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben.
Gemeinsam kommen die beiden Plattformen auf mehr als 27.000 buchbare Aktivitäten, die über ein Netzwerk von über 8.000 Anbietern in ganz Europa vermittelt werden. checkyeti allein listet derzeit rund 16.000 Erlebnisse von etwa 5.000 Anbietern, Manawa bringt rund 11.000 Aktivitäten von etwa 3.500 Anbietern ein.
Zwei komplementäre Marktplätze
Das 2014 in Wien gegründete checkyeti hat sich auf Winter- und Sommeraktivitäten wie Ski-, Wander- und andere Outdoor-Angebote spezialisiert und ist vor allem im Alpenraum stark verankert. Das von der Pariser Alentour SAS betriebene Manawa hat ein ähnliches Geschäftsmodell aufgebaut, mit einem besonders starken Standbein in Frankreich und weiteren europäischen Märkten. Beide Seiten betonen, dass es bei der Transaktion weniger um reine Größe als um sich ergänzende Regionen, Produktportfolios und Anbieterbeziehungen gehe.
Alentour SAS wird nach dem Deal als eigenständiges Unternehmen Teil der checkyeti-Gruppe. Manawa soll unter eigener Marke und Führung weiterlaufen – Timothée de Roux bleibt CEO. Für Anbieter, die aktuell auf einer der beiden Plattformen gelistet sind, ändert sich den Angaben zufolge vorerst wenig; beide Portale arbeiten zunächst getrennt weiter.
Finanzierung und europäischer Souveränitäts-Aspekt
Gestützt wird die Übernahme von der Banque des Territoires, die zur französischen Staatsholding Caisse des Dépôts gehört. Der institutionelle Investor ist seit einer frühen Phase an Manawa beteiligt und bleibt auch im kombinierten Unternehmen Anteilseigner.
checkyeti-CEO Jakob Keller sieht in der Konsolidierung eines fragmentierten, noch stark unter-digitalisierten Marktes einen logischen Schritt – nicht zuletzt, weil künstliche Intelligenz verändere, wie Reisende Erlebnisse entdecken und buchen. Gegenüber dem Branchenmedium Arival betonte Keller, dass ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil von checkyeti und Manawa im exklusiven Angebot liege: Viele Anbieter seien nur auf diesen Plattformen gelistet und nicht bei großen Playern wie Viator oder GetYourGuide vertreten. Die höhere Buchungskomplexität etwa bei Skitouren – von Angaben zu Körpergröße und Gewicht bis zur Ausrüstungsmiete – sei ein Grund, warum sich die Spezialisierung als Differenzierungsmerkmal halten werde.
Manawa-CEO de Roux rückte in einer Aussendung auch die digitale Souveränität in den Vordergrund: Der Zusammenschluss bringe zwei führende europäische Technologieplattformen in einem wachsenden Markt zusammen, der ansonsten zunehmend von globalen Anbietern geprägt werde. Georg Reich, Mitgründer und COO von checkyeti, verwies auf das Potenzial, künftig stärker in digitale Distribution, KI-gestützte Kundengewinnung und Automatisierung zu investieren.

