Porträt

Carbo Earth: Grazer Startup verspricht Carbon Capture durch Biokohle

Symbolbild: Carbo Earth erzeugt Biokohle © Oregon Department of Forestry
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Das Grazer Startup Carbo Earth ist eines der vielen Jungunternehmen, das den Kampf mit der Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre gegen die Klimakrise vorantreiben will. Die Jungfirma wandelt Biomasse und das darin gespeicherte CO2 in Biokohle um. Dabei handelt es sich um eine stabile Form von nahezu reinem Kohlenstoff, die es ermöglichen soll, CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und diese dann in verschiedenen Bereichen nachhaltig einzusetzen.

Biokohle kann CO2 speichern

Biokohle ist ein kohlenstoffreiches Material, das durch die Pyrolyse von organischem Material entsteht. Dieser Prozess führt durch hohe Temperaturen zur Entfernung von flüchtigen Bestandteilen und Wasser, wodurch der Kohlenstoff in einer stabilen Form zurückbleibt. Das Material hat eine besonders poröse Oberfläche, die zur Aufnahme von Wasser und Nährstoffen beiträgt. Das macht Biokohle laut Carbo Earth zu einem „Bodenverbesserer“, der die Speicherung von Wasser und Nährstoffen im Boden ermöglicht. Abgesehen von der Landwirtschaft lasse sich das Material auch in der Industrie und bei der Produktion von Tierfutter verwenden. Je nach Veredelungsgrad liege der Preis des Materials pro Tonne bei 350 Euro bis 1.500 Euro.

Mit einem eigenen Reaktor will das 2022 gegründete Startup Carbo Earth aus 11.000 Tonnen Biomasse jährlich 15 Millionen Kilowattstunden an Strom sowie 22 Millionen Kilowattstunden an Wärmeleistung kreieren. Die Biokohle soll einen Kohlenstoffgehalt von bis zu 92 Prozent haben. Es sei darüber hinaus keine externe Energie für den Betrieb nötig und es sollen keine Abfallstoffe entstehen. In der Praxis gibt es zwar Prozesse, in denen Biokohle wieder für klimaschädliche Emissionen sorgt, wie beispielsweise in der Stahlindustrie. Doch Carbo Earth verspricht, dass seine Biokohle nur bei klimafreundlichen Vorgängen wie Futtermitteln zum Einsatz kommt.

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Carbo Earth bietet CO2-Zertifikate an

Das Startup ist gerade dabei, ein eigenes Kraftwerk aufzubauen, und will sein Geld künftig unter anderem durch den Verkauf von handelbaren CO2-Reduktions-Zertifikaten machen. Als ein zertifiziertes Verfahren will die Jungfirma mit jeder erzeugten Tonne Biokohle Zertifikate im Wert von etwa 3,2 Tonnen CO2 anbieten. Die Zertifikate werden auf Plattformen wie Carbonfuture und Puro Earth gehandelt und sind an der Nasdaq gelistet.

Noch mehr Nachhaltigkeit will das Startup durch seinen Standort erreichen. Die Steiermark ist das holzreichste Bundesland in Österreich, weswegen Carbo Earth das Hackgut, das es für die Erzeugung von Biokohle braucht, regional beziehen will. Jedes Jahr werde das Kraftwerk etwa 11.000 Tonnen Hackgut verarbeiten. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das ganze Hackgut wirklich aus der Steiermark kommet. In Österreich gibt es bereits jetzt Unmengen an Hackschnitzeln, die aus teilweise fragwürdigen Quellen importiert werden. Doch das Startup verspricht, das Material ausschließlich aus regionalen Quellen zu beziehen und nicht zu importieren. Vor allem Altholz sei zur Genüge vorhanden, um das Kraftwerk ausreichend zu versorgen.

Startup sucht Investoren für Aufbau von Kraftwerk

Im Industriepark im steirischen Sinabelkirchen errichtet Carbo Earth derzeit sein eigenes Carbon Capture-Holzkraftwerk. Um diesen Aufbau zu finanzieren, ist das Startup derzeit auf der Suche nach Investoren. Nach eigenen Angaben beträgt der Gesamtinvestitionsbedarf 21 Millionen Euro. Das Ziel ist es, mehrere Investoren mit einem Eigenkapitalbeitrag von 4,5 Millionen Euro zu gewinnen.

Für den Aufbau der Anlage hat die Jungfirma einen renommierten Partner gewonnen, nämlich Syncraft. Das Startup ist bekannt für seine Holzkraftwerke, die etwa bereits in der Schweiz, Deutschland, Österreich und sogar Japan stehen (wir berichteten). Darüber hinaus befindet sich Carbo Earth derzeit in Gesprächen mit Energieanbietern, um diese als Abnehmer für seine Elektrizität sowie seine Prozesswärme zu gewinnen.

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