Bericht

Große Warnung vor Abhängigkeit von China bei Solarenergie

Riesige Solarfarm in Dunhuang, Gansu, China. © Darmau Lee
Riesige Solarfarm in Dunhuang, Gansu, China. © Darmau Lee

Es ist nur wenige Jahrzehnte her, da hieß der Weltmarktführer bei Photovoltaik – Deutschland. Doch das ist lange vorbei, und China ist innerhalb eines Jahrzehnts zur Nummer 1 bei Solar-Panelen gewachsen und beliefert die ganze Welt. Diese Geschichte hat zwei Seiten: Zum einen hat China dafür gesorgt, dass Solarstrom zur günstigsten Energiequelle der Welt geworden ist, zum anderen viele andere Weltregionen bei PV in seine Abhängigkeit gebracht.

Und genau davor warnt nun auch der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) in einer aktuellen Aussendung. „China hat maßgeblich dazu beigetragen, die Kosten für Solar-PV weltweit zu senken, was sich in mehrfacher Hinsicht positiv auf den Übergang zu sauberer Energie auswirkt“, so IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Gleichzeitig stellt der Grad der geografischen Konzentration in den globalen Lieferketten auch eine potenzielle Herausforderung dar, die die Regierungen angehen müssen. Die Beschleunigung des Übergangs zu sauberer Energie auf der ganzen Welt wird diese Versorgungsketten weiter belasten, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, aber dies bietet auch Chancen für andere Länder und Regionen, um die Produktion zu diversifizieren und widerstandsfähiger zu machen.“

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Problemregion Xinjiang spielt zentrale Rolle

Chinas Marktanteil bei Solar-Panelen liegt aktuell bei etwa 80 Prozent, bei Kernbauteilen bzw. Elementen wie Polysilizium und Wafern soll der Marktanteil in den nächsten Jahren, basierend auf dem geplanten Ausbau der Produktionskapazitäten, sogar auf 95 Prozent wachsen. Bedeutet: Ohne China bzw. chinesische Hersteller wird im Photovoltaik-Bereich wenig bis gar nichts gehen. Besonders erschwerend kommt die Menschenrechtssituation in der chinesischen Provinz Xinjiang dazu. Dort, wo Millionen Uiguren von der chinesischen Mehrheit massiv unterdrückt werden, werden 40 Prozent des globalen Polysilizium produziert.

Der Ausbau für Solarenergie, der vielen zu langsam geht, steht unter Druck. Will man die internationalen Ziele der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen, müssten von heute bis 2030 bereits die PV-Kapazitäten vervierfachen, und zwar auf 630 Gigawatt (GW) – und danach noch stärker wachsen. Doch während PV 2020 laut IEA zur billigsten Stromquelle aller Zeiten wurde, ist nun ein gegenläufiger Trend am Markt zu beobachten. Denn Corona und Ukrainekrieg gehen auch an der Solar-branche nicht unbemerkt vorbei. „Hohe Rohstoffpreise und Engpässe in der Lieferkette haben im letzten Jahr zu einem Anstieg der Preise für Solarmodule um rund 20 % geführt“, heißt es seitens der internationalen Behörde.

China baut mit Hilfe von Big Data den ultimativen Überwachungs-Albtraum

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