Deal

N26 startet mit Hilfe von Bitpanda ins Krypto-Trading

N26 Crypto mit Hilfe von Bitpanda. © N26
N26 Crypto mit Hilfe von Bitpanda. © N26

Gerüchte zu diesem Deal gibt es bereits seit Anfang 2022, jetzt ist er endlich offiziell: Die Berliner Neobank N26 steigt mit Hilfe des Wiener Neobrokers und Krypto-Spezialisten Bitpanda in den Handel mit Kryptowährungen ein. Zuerst in Österreich, dann auch in anderen Ländern, sollen N26-Nutzer:innen direkt in der Banking-App in knapp 200 Krypto-Assets investieren können. Den Einstieg ins Krypto-Geschäft kündigte N26 bereits vor einem Jahr an – zu einer Zeit, als Bitcoin und Co noch Höhenflüge hinlegten.

„Auch wenn Kryptowährungen im vergangenen Jahr an Wert verloren haben, bleiben sie eine gefragte und attraktive Anlageklasse für Investor:innen und ein wachsender Teil des Finanzsystems. Für eine neue Generation von Investierenden, die nach Möglichkeiten sucht, um ihr Vermögen zu vermehren, gelingt der Einstieg in das Geldanlegen häufig über den Handel mit Kryptowährungen“, heißt es dazu seitens Valentin Stalf, CEO und Co-Founder von N26. Das ist auch ein Hinweis auf mögliche weitere Ausbauschritte. Denn N26 hat bereits vor einem Jahr verkündet, ins Krypto-, Aktien- und ETF-Trading einsteigen zu wollen. Aktien und ETFs wären die nächsten Schritte in Sachen Geldanlegen.

„Weitere Anlageklassen in Planung“

„N26 Krypto ist unser erster Schritt in den Handels- und Investitionsbereich. N26 Krypto soll Kund:innen dabei unterstützen, mehr Aspekte ihrer Finanzen direkt im Ökosystem von N26 zu verwalten. Diesbezüglich sehen wir bei unseren Kund:innen reges Interesse – speziell in Österreich geben 40 % der Anleger:innen an, dass Kryptowährungen ihr bevorzugtes Anlageprodukt sind“, heißt es dazu seitens N26. „Zugleich arbeiten wir kontinuierlich an neuen Funktionen und Produkten, um unseren Kund:innen ein möglichst breites Portfolio anbieten zu können. Wir beabsichtigen, unser Produkt zu erweitern und in Zukunft weitere Anlageklassen anzubieten.“

N26 zieht mit dem neuen Angebot auch mit der Neobank Revolut und mit den Neobrokern Trade Republic und Scalable Capital gleich, die ebenfalls bereits Krypto-Assets ihren Nutzer:innen anbieten. Unter den Krypto-Assets finden sich natürlich die „Großen“ wie Bitcoin, Ethereum oder Cardano, aber auch Spaß-Token wie Dogecoin oder SHIBA INU. Stablecoins wie Tether (USDT) oder USDC gibt es nicht – sie dienen ja auch eher dem Trading auf Exchanges.

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Österreich zuerst mit 100 Coins

Wie funktioniert der Krypto-Handel in der N26-App nun? In der N26-App findet sich im Bereich „Finanzen“, wo man bisher etwa sein Saldo am Konto sieht, ein neuer Bereich namens „Trading“ von dort aus kann man nun auf N26 Krypto zugreifen. Von dort gelangt man etwa auf die Liste der angebotenen Coins und Tokens. Kaufen dürfen nur N26-Kund:innen, deren Identität und Teilnahmeberechtigung erfolgreich geprüft wurden. Wer kauft, dem wird der Gegenwert vom Bankguthaben abgezogen, und umgekehrt: Verkauft man Krypto-Assets wieder, dann geht der Betrag sofort wieder auf das Bankguthaben.

Gebühren für den Kauf und Verkauf fallen auch an. Die Gebührenstruktur zeigt, dass N26 seinen Premium-Kund:innen („Metal“-Karte) ein Zuckerl geben möchte. Diese bezahlen für Zusatz-Services bereits etwa 17 Euro/Monat.

  • Regulär: 1,5 % auf Bitcoin und 2,5 % auf alle anderen Coins
  • Für N26 Metal-Kund:innen: 1 % auf Bitcoin und 2 % auf alle anderen Coins bis zu 5.000 Euro pro Kalendermonat

N26 Krypto wird von Bitpanda betrieben. Das bedeutet auch, dass das Wiener Unternehmen die Durchführung des Handels sowie die Verwahrung von Coins übernimmt. N26 Krypto wird zunächst schrittweise auf N26-Kund:innen in Österreich ausgeweitet, bevor das Angebot in den kommenden Monaten auch auf anderen Märkten zugänglich gemacht wird. Gestartet wird mit 100 handelbaren Coins, in den kommenden Monaten soll auf 194 Coins  erweitert werden.

Kein anonymer Handel

„N26 Krypto ist ein geschlossenes System. Das bedeutet, dass Kund:innen Gelder einbringen und auszahlen lassen, Krypto-Assets aber nicht in andere Wallets übertragen können. Darüber hinaus erlaubt N26 Krypto keinen anonymen Handel mit Kryptowährungen und hat klare Kriterien hinsichtlich der Teilnahmeberechtigung“, heißt es seitens N26.

Abzuwarten bleibt, ob N26 mit dem Krypto-Angebot einen relevanten neuen Umsatzkanal schafft. Schlecht wäre es nicht. 2021 weitete sich der Verlust der deutschen Neobank auf 172,4 Millionen Euro aus. Bitpanda hingegen machte 2021 37,5 Mio. Euro Gewinn nach Steuern. Im Vorjahr war aber auch ein Rekordjahr bei Krypto-Assets – nun ist nach einem Crash für längere Zeit Krypto-Winter angesagt.

N26: Verlust weitete sich 2021 auf 172,4 Millionen Euro aus

Mit White Label ins B2B-Geschäft

Für Bitpanda ist der Deal mit N26 ein großer Erfolg – immerhin gibt es seit längerem Gerüchte am Markt, dass die Berliner Neobank der beiden österreichischen Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal Bitpanda im Jahr 2020 kaufen wollte. Doch Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer ließen N26 abblitzen und wuchsen mit Bitpanda dann selbst zum Fintech-Unicorn. N26 und Bitpanda teilen sich auch die Investoren Valar Ventures rund um Peter Thiel sowie Hedosophia aus London.

Für Bitpanda ist das White-Label-Geschäft zum wichtigen Standbein neben den Retail-Kund:innen in der eigenen App geworden. Via API haben bereits das französische Fintech Lydia, das britische Fintech Plum sowie der italienischen Open-Banking-Anbieter Fabrick an Bitpandas White-Label-Lösung angedockt. Nun kommt N26 mit 3,7 Millionen „ertragsrelevanten“ Kund:innen dazu.

Bitpanda verdient am Krypto-Handel in der N26-App mit und erhält einen Teil des Spreads. „Die Gebühren und Preise der Kryptowährungen, die in der N26-App angezeigt werden und mögliche Spreads enthalten können, werden nicht von N26, sondern durch die Bitpanda GmbH festgelegt“, heißt es seitens N26.

„Während sich die Branche stetig weiterentwickelt, wird immer deutlicher, dass Fintechs nur gemeinsam einen echten Einfluss auf das Leben der Menschen haben können. Bitpanda White Label, unsere Investing-als-Service-Lösung, gibt unseren B2B-Partnern modular und individuell Zugang zur gesamten Bitpanda-Infrastruktur. Wir haben uns einer spannenden, kollaborativen Zukunft des Finanzwesens verpflichtet, die auf acht Jahren hart erarbeiteter Trading-Erfahrung basiert“, so Bitpanda-Mitgründer und CEO Eric Demuth.

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